Inge Birkhold kandidiert nicht als Oberbürgermeisterin

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Wer wird die neue Chefin oder der neue Chef im Aalener Rathaus? Inge Birkhold wird es nicht, so viel steht fest. Die CDU-Stadträtin hat sich gegen eine Kandidatur als Oberbürgermeisterin entschieden. Archivfoto: opo
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Die 53-jährige CDU-Stadträtin hatte überlegt, zur OB-Wahl anzutreten und hat sich nun dagegen entschieden. Das sind ihre Gründe.

Aalen

Die Gerüchteküche in Aalen hat die vergangenen Wochen gebrodelt: Macht sie's? Oder macht sie's nicht? Am Donnerstag hat Inge Birkhold nun für Klarheit gesorgt. "Nach reiflicher Überlegung bin ich zum Entschluss gekommen, nicht als Oberbürgermeisterin zu kandidieren", sagt die 53-jährige CDU-Stadträtin im Gespräch mit der SchwäPo.

Sie habe ihre Gründe, aber die Gründe möchte sie nicht breit in der Öffentlichkeit darlegen. Inge Birkhold sagt nur so viel: "Es gibt gewisse einflussreiche Kreise in Aalen, die nicht möchten, dass ich kandidiere." Wer genau das ist, erzählt sie nicht. Denn sie stehe für einen anderen Politikstil. "Ich möchte keine schmutzige Wäsche waschen", sagt sie.

Noch vor einem Monat hatte sich das noch ganz anders angehört. "Ich überlege es mir ernsthaft" und "ich hätte große Lust, zu kandidieren", hatte sie Anfang März im Gespräch mit der SchwäPo gesagt. Weiter hatte sie damals bemerkt: "Es wäre Zeit für eine Frau, Zeit für ein anderes Klima und einen anderen Umgangston." Frauen gehen ihr zufolge Probleme anders an. Ihre vier Kinder seien nun alle erwachsen, hatte sie Anfang März außerdem gesagt, sodass nun eine Zeit für sie gekommen sei, in der sie eine neue Herausforderung angehen könne.

Inge Birkhold ist Bankbetriebswirtin von Beruf und hat 20 Jahre lang in einem Ingenieurbüro gearbeitet. Viele Aalener kennen sie auch als Wirtin am Aalbäumle, das sie nebenberuflich bewirtschaftet hat. Inzwischen betreibt sie das Stadthöfle mit Café und Biergarten.

Seit 2014 ist sie Aalener Stadträtin und dort stellvertretende Vorsitzende der CDU-Fraktion. "Die kommunalpolitische Arbeit macht mir richtig Spaß", hatte Inge Birkhold beim Gespräch mit der SchwäPo Anfang März gesagt. Das Interesse dafür sei ihr quasi schon in die Wiege gelegt worden. Bereits ihr Vater und ihr Großvater waren in Aalen kommunalpolitisch aktiv.

Bisherige Kandidaten: Bisher haben zwei Kandidaten angekündigt, zur Oberbürgermeisterwahl anzutreten. Der Aalener AfD-Stadtrat Marcus Waidmann hat seinen Hut in den Ring geworfen. Außerdem möchte sich Frederick Brütting (SPD), derzeit Bürgermeister in Heubach, zur Wahl stellen. Der 37-jährige Jurist ist in Neresheim aufgewachsen, hat in Aalen am Theodor-Heuss-Gymnasium (THG) Abitur gemacht und war von 2009 bis 2011 Mitglied im Aalener Gemeinderat.

Es gibt gewisse einflussreiche Kreise in Aalen, die nicht möchten, dass ich kandidiere.

Inge Birkhold tritt nicht zur OB-Wahl an

Der Amtsinhaber: Seit 2013 ist Thilo Rentschler Aalens Oberbürgermeister. Zur Wahl tritt er nach einer Amtszeit nun nicht mehr an. Vor Kurzem wurde er zum Hauptgeschäftsführer der Industrie und Handelskammer (IHK) Ostwürttemberg gewählt. Seine Amtszeit als Oberbürgermeister endet am 30. September.

Wahltermine: Als Wahltag für die Oberbürgermeisterwahl hat der Gemeinderat den Sonntag, 4. Juli, festgesetzt. Bekommt keiner der Kandidatinnen und Kandidaten mehr als die Hälfte der Stimmen, ist eine Neuwahl nötig. Die wird, so notwendig, laut Gemeinderatsbeschluss am Sonntag, 25. Juli, stattfinden. Dann reicht die einfache Mehrheit, um zu gewinnen.

Bewerbungsfrist: Die Stellenausschreibung wird am Freitag, 16. April, im Staatsanzeiger für Baden-Württemberg veröffentlicht. Das Ende der Einreichungsfrist für Bewerbungen hat der Gemeinderat auf Montag, 7. Juni, festgelegt. Für den Fall einer Neuwahl ist das Ende der Einreichungsfrist auf Mittwoch, 7. Juli 2021, festgelegt.

Kandidatenvorstellung: Eine öffentliche Bewerbervorstellung veranstaltet die Stadt Aalen, vorbehaltlich der aktuellen Corona-Situation, am Dienstag, 22. Juni, um 19 Uhr in der Stadthalle.

Inge Birkhold

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