Lyrik über Eisbären im KUBAA

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Die Münchnerin Meike Harms holte sich den ersten Platz beim Poetry Slam in Aalen.
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Wer den Poetry Slam im Kulturbahnhof in Aalen gewinnt und welche Themen und Performer die Gäste ins Finale schicken.

Aalen

Philosophierende Kellerasseln, Transzendenz, die Corona Soforthilfe für Künstlerinnen und Künstler, die Frage, ob man Brot einfrieren kann, die Frage was natürlich ist und was nicht, das Klima: Der erste Poetry Slam des Jahres im Aalener Kulturbahnhof hat thematisch wieder einiges zu bieten. Moderiert von Johannes Elster, der bereits den ersten Slam in Aalen, damals noch im Frapé, als kulturelles Programm etabliert hat, startet der Abend vor 150 Gästen – ausverkauft in Coronazeiten.

Wie üblich, hat der Moderator sechs Menschen ausgesucht, die sich messen. Messen mit Worten. Dabei sind die Themen, wie bereits angedeutet, vielfältig. „Es ist mir wichtig, dass für jede Zuschauergruppe etwas dabei ist“, erklärt Elster. Denn an diesem Abend ist das Publikum gemischten Alters. Eine Entwicklung, die der Moderator begrüßt, wie er betont.

Doch wie funktioniert das Prinzip des Poetry Slams? Die Teilnehmenden präsentieren nacheinander ihr Programm. Im Anschluss an den Beitrag dürfen die Besucherinnen und Besucher bestimmen, welches Wort sinnbildlich dafür steht.

Ist die Vorrunde aller sechs Kandidatinnen und Kandidaten vorüber, ruft Elster die Begriffe in den Raum und die drei Beiträge, die am meisten Applaus auf einer Skala von eins bis zehn bekommen, ziehen in die Finalrunde ein. Als Gewinn gibt es eine vom Publikum bemalte Klappkarte. Doch das ist nicht nur irgendeine Karte. Durch Knopfdruck kann man damit Klänge speichern – aber dazu später mehr.

Frieda Schönleben aus Schorndorf, die als „Local-Hero“ auftritt, müsste eigentlich Physik für ihren Schulabschluss lernen, doch sie erzählt lieber von ihrem Zwiegespräch mit einer Kellerassel. Ins Finale schafft sie es wie Artem Zolotarov (Mainz) leider nicht. Dafür aber Daniel Wagner aus Heidelberg, der sich damit auseinandersetzt, wie man dem Finanzamt erklärt, was ein Poetry Slammer ist – „eine Art dichtender Straßenpenner“ – um die Corona-Soforthilfe zu bekommen.

Da das Publikum sich schwer entscheiden kann, landen dieses Mal vier Kandidaten im Finale. Leonie Batke aus Mainz schafft es ebenso wie Meika Harms aus München, die nicht nur breit bayrisch reden kann, sondern auch Sprechgesang draufhat: „Wer braucht Eisbären, als wenn die so nice wären“, heißt es da zum Beispiel in ihrem Klimatext. Auch im Finale behält die Münchnerin mit ihrem Vortrag über Tiere in Parks und deren eigentliche Bestimmung die Oberhand und wird durch den Applaus als Siegerin gekürt.

Als das Klatschen und Jubeln kein Ende nimmt, rennt Johannes Elster durch die Besucherreihen, drückt den kleinen Knopf auf der Karte und nimmt das Getöse – den Hauptpreis – auf.

Daniel Wagner in der Finalrunde.
Daniel Wagner in der Finalrunde.
Local Hero Frieda Schönleben aus Schorndorf.
Henrik Szanto aus Hannover war einer der Slammer.
Applaus für Local Hero Frieda Schönleben aus Schorndorf.
Henrik Szanto aus Hannover war einer der Slammer.
Leonie Batke aus Mainz war eine der Slammer.
Leonie Batke aus Mainz war eine der Slammer.

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