Mit der Lok in Richtung China

Bis zum letzten Platz war der Herbert-Becker-Saal in der Musikschule der Stadt Aalen am Freitagabend besetzt. Die Ballettklasse unter der Leitung von Raina Hebel und Elena Wirth zeigte auch in diesem Jahr herausragende Solos und beeindruckende choreographische Leistungen. Das Motto in diesem Jahr: "Vom Märchen zur Klassik, über Modern zum Step".

Den musikalischen Rahmen gestalteten die "Saxmanias" unter Volker Jauss, moderiert wurde der Abend von Christiane Karl-Eisner. Vielfältig gestaltete sich die Aufführung, bei der alle Altersgruppen ihren Teil zum gelungenen Projekt als Reflektion des Übungsjahres beitrugen. Zu einer Reise in fantastische Welten lud Lokomotivführer Elias (Elias Krieger) mit Münchner Fahrgästen an Bord die Zuschauer ein, den Alltag hinter sich zu lassen und Neues zu bestaunen. Mit Trillerpfeife und Kelle bewaffnet, nahm der Zugführer schnell Fahrt auf, besuchte die gerade erst geschlüpften Dinos, rauschte durch das Regenland mit seinen in Ostfriesennerze gehüllten Bewohner und machte Halt im bunten Blumenland, um an den anmutigen Gewächsen zu schnüffeln. Grau und schwarz dagegen und mit viel Lärm begrüßten die gefiederten Raben die Insassen der Lok, bevor diese ins Reich der aufgehenden Sonne entschwand, wo die chinesische Prinzessin (Rebekka Weinbrenner) mit ihrem Hofstaat den Gästen den Weg in die Heimat wies, in der die Gruppe zu zünftiger alpenländischer Musik die Beine schwang. Als Begleitung und im Wechsel des Programms überzeugten die Saxmanias mit ihren Instrumenten, die die Tänzerinnen und Tänzer auf die Bühne geleiteten. Die Geschichte des hässlichen Entleins, mit Carina Wirth als fürsorgliche Entenmama und Leonie Wiedmann als anfänglich missachtetes Federvieh, stand als Nächstes auf dem Programm. Dieses verlässt vor Gram den Hof und seine sechs Geschwister, findet mit Mäusen, Schweinen und Katzen aber auch keine Gemeinsamkeiten und entwickelt sich nach und nach zu einem wunderschönen Schwan, verkörpert von Elena Wirth. Ihr Spitzentanz zu Schwanensee erinnerte fast ein wenig an die ganz Großen des Balletts. Neben Raina Hebel choreographiert die angehende Ballettlehrerin bereits in der Musikschule, hält Übungsstunden ab und kümmert sich um den Nachwuchs. Nahezu grenzenlos erwies sich dass Repertoire der Ballettklasse auch im folgenden Programm. Nach dem märchenhaften Einstieg folgten verschiedene Tänze wie Step, Cha cha, Charleston oder Hava Nagila, bei denen Samuel Türksoy mit seinem ungewöhnlichen Charme die Rolle des Solisten übernahm. Ob mit Sina Beetz zu "Moon River", in der Repertoiregruppe oder mit Elena Wirth beim "Liebertango" – der junge Tänzer bekam kaum eine Verschnaufpause. Rund 210 Tänzerinnen und Tänzer der Musikschule Aalen waren an diesem Abend auf der Bühne, zeigten Ausdauer, Leistung, Disziplin, Engagement, aber vor allem auch den Spaß am Tanz. Ein großes Lob zollte Musikschulleiter Ralf Eisler den Ehrenamtlichen, die sich um die bezaubernden Kostüme kümmerten, beim Ankleiden und Schminken geholfen hatten und so die Aufführung erst ermöglicht hatten.

Uwe Glowienke

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