Das Erneuerbare-Energien-Gesetz

Sonnenkraft auf dem Härtsfeld nutzen

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Bei Elchingen gibt es bereits Photovoltaikanlagen – größere Anlagen sollen auf dem Härtsfeld folgen. Archivfoto: Heribert Andres
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Photovoltaikanlagen auf der freien Fläche sollen um Aalen herum gebaut werden. Die ersten Pläne wurden im AUST besprochen. Flächen auch bei Dewangen und Simmisweiler geeignet.

Aalen

Die Stadtverwaltung setzt auf Sonnenenergie: In den kommenden Jahren sollen Freiflächen-Photovoltaikanlagen (PV) um Aalen herum gebaut werden.

Wo sind potenzielle Standorte? Um das herauszufinden, beauftragte die Verwaltung die Landschaftsarchitekten „Eger & Partner“ aus Augsburg. Die Ergebnisse wurden am Donnerstag den Mitgliedern des Ausschusses für Umwelt, Stadtentwicklung und Technik, kurz AUST, präsentiert. 793 Hektar Potenzialfläche gibt's laut Sitzungsvorlage im Verwaltungsgebiet der Stadt; 572 Hektar seien frei von Restriktionen, also Flächen, die etwa nicht in einem Naturschutzgebiet liegen. Gebiete rund um Dewangen, Simmisweiler, Waldhausen und Ebnat sind demnach geeignet für sogenannte Freiflächen-Photovoltaik. Die Landschaft werde nicht mit PV-Anlagen „zugepflastert“, sagte Erster Bürgermeister Wolfgang Steidle. „Wir wollen passgenaue Flächen finden.“

Die Pläne für großflächige Freiflächen-Photovoltaik, die es so im Stadtgebiet noch nicht gibt, stehen noch ganz am Anfang, wie Steidle betonte. Die Überlegungen werden mit den Ortschaftsräten und – auf Drängen der Rätinnen und Räte – danach erneut im AUST, dann im Gemeinderat besprochen.

Die Grünen und ein Antrag: „Wir begrüßen grundsätzlich das Standortkonzept der Freiflächenphotovoltaikanlagen“, sagte Gabriele Ceferino. Doch nach der Tour durch die Ortschaftsräte müsse das Thema zurück in den AUST – „um über die Rückmeldungen der Ortschaftsräte beraten zu können“.

Zudem fordern die Grünen, ein ökologisches Konzept für jede Anlage zu erstellen. Klimaschutz- und Naturschutzziele sollten auf der Fläche umgesetzt werden, sagte Gabriele Ceferino. Auch schlagen die Fraktionsmitglieder vor, Beteiligungskonzepte – für Bürgerinnen und Bürger, Energiegenossenschaften – zu entwickeln. Auch eine Teilnahme am Modellverfahren der Landesregierung zum Ausbau der Agrophotovoltaik ist aus Sicht der Grünen denkbar. Alexander Asbrock fügte hinzu: „Photovoltaik stark machen und die Landwirtschaft erhalten, das wäre ein großer Gewinn.“

CDU Fläche diskussionswürdig: „Wir bekennen uns zum Ausbau regenerativer Energien“, sagte Thomas Wagenblast und schob hinterher: „Die Fläche bei Arlesberg ist diskussionswürdig.“

Wichtig sei, die Landwirtschaft einzubeziehen; auch eine Diskussion in den Teilorten müsse erfolgen.

Menschen mitnehmen – SPD: Andrea Hatam pflichtete ihren Vorrednern bei. „Die Landschaft verändert sich und die Menschen müssen mitgenommen werden.“

Die Freien Wähler Aalen Freund der PV: „Ich bin ein großer Freund von Photovoltaikanlagen“, sagte Claus Albrecht. Er habe jedoch Sorgen, dass landwirtschaftliche Flächen verloren gehen. Zudem sehe er viel Potenzial für PV-Anlagen an Gebäuden. Auch ihm seien die Beratungen in den Orten wichtig.

Günstiger Strompreis - AfD: Wenn erneuerbare Energien in der Region genutzt werden, sollte die Bevölkerung vor Ort einen Nachlass der Stromkosten erhalten, merkte Emil Pöltl an.

Ortsvorsteher überrascht über Potenzialflächen: Waldhausens Ortsvorsteher Patrizius Gentner war überrascht über die Potenzialfläche im Ort. Dies ist ihm beim Bau von PV-Anlagen wichtig: dass die Anlagen so nah wie möglich an der Autobahn stehen, die Flächen schwer einsehbar sind und nicht der Landwirtschaft entzogen werden. Eine Energiegenossenschaft sollte gegründet und der „Ort, der die Last trägt, sollte davon profitieren“.

Die Pläne werden in den Ortschaftsräten von 14. bis 17. Juni besprochen.

Wir stehen noch ganz am Anfang.“

Wolfgang Steidle, Erster Bürgermeister

Wind und Sonne nutzen

Warum PV? Strom aus erneuerbaren Energien hilft Deutschland auf dem Weg zur Treibhausgasneutralität, die 2050 erreicht werden soll. In diesem Jahr wurde das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) überarbeitet. Nun sind laut Bundesministerium für Wirtschaft und Energie weitere Flächen für den Ausbau erneuerbarer Energien freigegeben und der Bau der Anlagen wird mehr gefördert.

Auf Gemarkung Aalen gibt es östlich von Waldhausen und südlich von Ebnat mehrere Windenergieanlagen. Eine große Freiflächen-Fotovoltaikanlage gibt es laut Vorlage bisher noch nicht.

„In Baden-Württemberg werden landesweit Zielvorstellungen formuliert, etwa 2 bis 3 Prozent der Landesfläche für erneuerbare Energien bereitzustellen“, so die Sitzungsvorlage. Das Standortkonzept für Aalen beinhalte etwa 793 Hektar Potenzialflächen, was einem Anteil von etwa 5,4 Prozent des Stadtgebiets entspreche. Die bereits vorhandenen Gebiete für Windenergieanlagen umfassen laut Vorlage etwa 2,5 Prozent der Gemarkungsfläche.

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