Unterschiedliche Teilnehmerzahl bei Corona-Spaziergang

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Bei der Corona-Demo am Montag in Aalen gab die Polizei eine Teilnehmerzahl von 400 an. Videos zeigen, es waren stellenweise deutlich mehr.
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Polizei schätzt Zahlen. Videos zeigen deutlich mehr Teilnehmer.

Aalen. Bei dem sogenannten „Corona-Spaziergang“ in Aalen, berichtete das Polizeipräsidium Aalen von 400 Teilnehmern. Videoaufzeichnungen von Teilnehmern dokumentieren eine deutlich höhere Zahl - schätzungsweise etwa doppelt so viele. Wie kommt es zu den Unterschieden?

Ein Demonstrationszug ist oft eine dynamische Masse. Anfangs treffen sich wenige Menschen, im Laufe des Spaziergangs durch die Stadt werden es einmal mehr, einmal weniger. „Wir können die Zahlen nur schätzen“, sagt Polizeisprecher Rudolf Biehlmaier. „Eine genaue Zählung können wir gar nicht vornehmen.“

Am Montag hätten vor dem Aalener Rathaus zuerst 70 Menschen gestanden. Die Polizei habe das Geschehen unter anderem vom Rathausdach aus beobachtet. Als sich der Zug in Bewegung gesetzt hat, seien es „schätzungsweise“ 400 Personen gewesen. Eine gängige Vorgehensweise ist es, einen Platz in Raster aufzuteilen und dann die Zahl hochzurechnen. „Menschen schließen sich im Laufe des Spaziergangs der Gruppe an und gehen aber auch wieder“, sagt Biehlmaier.

Videoaufzeichnungen etwa in Höhe der ADAC-Geschäftsstelle zeigen, dass mehr Menschen am Montagabend unterwegs waren. „Das kann schon sein“, sagt Biehlmaier. Für die Teilnehmer ist die Anzahl natürlich sehr wichtig, weil sie die Anteilnahme dokumentiert. „Es kann durchaus sein, dass es an unterschiedlichen Stellen des Zuges auch unterschiedliche Zahlen gibt“, sagt Biehlmaier.

Ungeachtet der Teilnehmerzahl setzt die Polizei auch in Zukunft auf maßvolle Reaktionen: „Wir schauen immer, wie es sich entwickelt“, sagt Biehlmaier. Einsatzkräfte des Polizeipräsidiums Aalen seien bei jeder dieser Veranstaltungen präsent. Ob eingegriffen werde, sei eine „Frage der Verhältnismäßigkeit“. Die Demonstration am Montag verlief friedlich. Die Polizei brachte fünf Verstöße zur Anzeige, weil gegen die Maskenpflicht verstoßen wurde.

Die Polizei hat übrigens auch am Montag beim Aalener Protestzug ein Strafverfahren gegen Unbekannt eingeleitet. Rechtlich sind solche spontanen Corona-Spaziergänge Versammlungen unter freien Himmel und unterliegen damit der Anzeigepflicht. Sollte im Nachgang eine Person als verantwortliche treibende Kraft ausfindig gemacht werden können, müsste sie sich dafür verantworten.

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