Munksjö betreibt das Werk sehr effizient

2009 hielt alle Facetten wirtschaftlicher Dynamik für die Munksjö Paper GmbH bereit. Hatte das Krisenjahr turbulent und mit umfangreicher Kurzarbeit begonnen, besserte sich die Lage im Herbst. Insgesamt ruhte an 305 Tagen mindestens eine der drei Dekorpapiermaschinen. Mit einem Ausstoß von lediglich 61 000 Tonnen lag man in Unterkochen bei einer Auslastung von 30 Prozent.

Bei der Jubilarfeier gab es auch Positives zu berichten.

"Munksjö Decor bildet weiterhin den Maßstab für die Wettbewerber. Wir gehen gestärkt aus der Krise hervor", sagte Michael Schirle, seit November Werksleiter am Standort. Im Dekorpapiermarkt, geprägt von Überkapazitäten, manövrierte der schwedische Mutterkonzern Munksjö AB zudem 2009 durch schwierige Finanzgewässer. "Weltweit ging 2009 die Nachfrage nach Dekorpapier um 20 Prozent zurück", sagte Schirle. Die Papiermaschine PM 2 sei vier Monate am Stück stillgestanden. "Nur eine ausgeklügelte Preis-Mengen-Politik konnte trotzdem ein positives Jahresergebnis sicherstellen", erklärte Schirle. Bei Munksjö war man 2009 nicht untätig geblieben, sich bietende Chancen zum Verändern der Strukturen wurden konsequent verfolgt. Auf Konzernebene wurde eine Refinanzierung eingeleitet und abgeschlossen. Der Einkauf wurde gruppenweit gebündelt, Synergien wurden genutzt, der Vertrieb hat sich neu positioniert. Und: Die Energieerzeugung in Unterkochen wurde mit Inbetriebnahme der neuen Gas- sowie der Dampfturbine auf moderne Beine gestellt – 90 Prozent des Strombedarfs werden nun selbst erzeugt, die Produktivität wurde enorm gesteigert. Im Juni 2010 wird mit dem Start des Braunkohlekessels der Umbau des Kraftwerks abgeschlossen sein. "Die Auftragsbücher sind wieder voll. Positiv wird sich auf unser Ergebnis die nun durchgesetzte Preiserhöhung auswirken – trotz steigender Energiepreise", sagte Schirle. Doch nicht zuletzt die Mitarbeiter und deren Motivation machten das Unterkochener Werk zu einem "der effizientesten auf der ganzen Welt", sagte der Werkleiter. Unterkochens Ortsvorsteher Karl Maier wies auf die Folgen der Krise bei Landkreis und Kommunen hin. "Bei steigenden Kosten für Sozialleistungen und geringeren Gewerbesteuereinnahmen müssen Prioritäten gesetzt werden. Aus meiner Gewerkschaftstätigkeit weiß ich, was es bedeutet, um Arbeitsplätze zu kämpfen. Wir müssen gemeinsam im laufenden Jahr noch einiges schultern", sagte er. Außer der Papierfabrik Palm hätten 2009 alle Unterkochener Industriebetriebe kurzgearbeitet. Maier freute sich, dass mit dem neuen Kraftwerk, das durch eine gemeinsame Gesellschaft aus Stadtwerken und Munksjö betrieben werde, rund ein Drittel der CO2-Emissionen vermieden werde. "Munksjö war und ist verlässlicher Partner der Kommune." Betriebsratsvorsitzender Lothar Lindner richtete den Fokus auf die insgesamt 22 Jubilare. "Glück und Glas, wie leicht bricht das", erinnerte er. Arbeitsverhältnisse seien heutzutage viel zu oft zerbrechlich wie Glas. "Dabei halten wir bei Munksjö nichts von dieser Schnelllebigkeit. Sie sind das Panzerglas, das die Firma zusammenhält", formulierte es Lothar Lindner.

Für 25 Jahre Zugehörigkeit: Lazaros Patikidis, Salvatore Cirami, Gerald Ummer, Reiner Müller, Rosemarie Schmidt, Thomas Wellmann, Bernhard Beck. Für zehn Jahre Betriebszugehörigkeit: Dörthe Hadlik, Harald Rüdrich, Waltraud Alles, Alexander Klassen, Adelbert Mangold, Süleyman Büber, Joannis Roidos, Manuel Morales-Garcia, Nicole Gentner, Ralph Weckert, Steffen Mayer, Roman Schlosser, Mario Hölbing, Helene Rettinger, Savas Akyol.

Sascha Kurz

Zurück zur Übersicht: Unterkochen

Mehr zum Thema

Kommentare