Asphaltwüste Wilhelmstraße: Räte geben Rentschler die Schuld

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Die Wilhelmstraße könnte grüner sein, findet der Gemeinderat. Foto: opo
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Warum ist die Wilhelmstraße nicht grüner? Manche Räte sind selbstkritisch. Zwei machen den Alt-OB verantwortlich.

Aalen-Wasseralfingen. Eigentlich ging es in der Gemeinderatssitzung um die Mehrkosten für die Sanierung der Wilhelmstraße. Während der Bauarbeiten hat sich laut Stadtverwaltung herausgestellt, dass der Straßenunterbau in schlechterem Zustand war, als gedacht. Daher haben sich die Kosten um 200 000 Euro auf 530 000 Euro erhöht. Bei einer Enthaltung wurden die Mehrkosten genehmigt.

Eine Diskussion entspann sich aber darum, dass die Straße nicht grün genug sei. „Wie kann eine solche Asphaltwüste geplant werden?“, fragte Carmen Venus (Grüne). OB Frederick Brütting sagte, dass der zuständige Ausschuss des Gemeinderats im Januar 2021 beschlossen habe, den Asphalt zu erneuern. Heute würde man die Maßnahme wohl anders angehen und mehr fürs Klima tun, aber damals habe der Ausschuss der Verwaltung keinen solchen Auftrag erteilt. Im neuen Baumpflanzprogramm aber sei vorgesehen, entlang der Wilhelmstraße noch weitere Bäume zu pflanzen.

Thomas Wagenblast (CDU) merkte selbstkritisch an, dass städtebauliche Fehler gemacht worden seien. Er richtete aber den Blick nach vorne. Künftig wolle man Straßen grüner gestalten. Auch Andrea Hatam (SPD) sagte: „Es sind Fehler gemacht worden.“ Nun sollten im Nachhinein noch Bäume gepflanzt werden. Manfred Traub (Zählgemeinschaft) sagte: „Der Gemeinderat muss sich den Spiegel vorhalten.“ Das Tiefbauamt plane auch schöne Straßen, brauche aber den Auftrag dazu. Josef Anton Fuchs (CDU) aber macht den damaligen OB Thilo Rentschler verantwortlich. Im Rathaus habe es andere Pläne für die Wilhelmstraße gegeben. „Die aber wurden von der damaligen Verwaltungsspitze als zu teuer und nicht notwendig erachtet.“ Daher seien sie dem Rat nicht vorgeschlagen worden.

Michael Fleischer (Grüne) erinnert sich, dass der Beschluss coronabedingt per E-Mail, gefasst wurde. In einer Präsenzsitzung komme man gemeinsam auf bessere Ideen. Dass die anderen Pläne aber nicht Beschlussvorlage gewesen sind, dafür gibt Fleischer ebenfalls der „Spitze der damaligen Verwaltung“ die Schuld. ⋌Katharina Scholz

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