Bopfingen: Hallenbad zu - Weihnachtslichter an

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Das Hallenbad Bopfingen bleibt geschlossen. Zumindest bis Januar 2023, dann wird neu verhandelt.
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Der Gemeinderat bekräftigt seine Entscheidung, das Bopfinger Bad vorerst zu schließen - im Januar wird über eine Öffnung verhandelt. Die Weihnachtsbeleuchtung dagegen wird erstrahlen.

Bopfingen

Das Hallenbad bleibt zu. Vorerst. Im Januar 2023 will die Stadt die Lage neu überdenken. Habe sich die Lage am Gasmarkt dann entspannt, könne eine Öffnung diskutiert werden – auch mit Bürgern und Interessenvertretern. Darauf haben sich Verwaltung und Gemeinderat am Donnerstagabend geeinigt.

In der Bürgerfragestunde kritisierten einige die Schließung des Hallenbades. Die Einrichtung erfülle auch medizinische Zwecke hieß es. Zudem fielen wieder, wie in der Pandemie, Schwimmkurse aus. Eine DLRG-Angehörige sagte, sie werde keine Badeaufsicht mehr übernehmen, weil ihr die Trainingsstunden hierfür fehlten und es ihr bei immer mehr Kindern, die nicht schwimmen gelernt hätten, zu viel Verantwortung sei. Einigen bei der DLRG gehe es ebenso.

Bürgermeister Dr. Gunter Bühler zeigte Verständnis für die Sorgen der Bürgerschaft. Niemand wolle die Schließung des Hallenbads, in der aktuellen Lage sei diese aber angeraten. Er zeigte Präsentationen der Stadtwerke Aalen und der EnBW, die die prekäre Gasversorgung in Deutschland aufzeigen. Beide Unternehmen halten eine Gasmangellage in Deutschland für denkbar. „Es geht nicht um Kosten, sondern darum, ob wir überhaupt genug Gas haben, um durch diesen und den nächsten Winter zu kommen“, sagte Bühler und verwies damit auf Aussagen des Präsidenten der Bundesnetzagentur, Klaus Müller.  „Ich hoffe, ich irre mich und wir sehen die Sache zu pessimistisch, aber derzeit glaube ich eher, dass die, die Bäder offenlassen, den Ernst der Lage nicht erkannt haben“, sagte Bühler. Er fürchtet, dass diese Kommunen ihre Bäder bald schließen müssten.

Die Stadt Bopfingen spare über alle Bereiche Energie ein. Es gebe hierzu Vorgaben der Bundesregierung, darüber hinaus Maßnahmen, über die man sich auf Kreisebene verständigt habe und zusätzliche Maßnahmen, die die Kommunen individuell treffen.

Bopfingens Gasverbrauch liege bei rund 2,4 Millionen Kilowattstunden pro Jahr. Hallenbad und Bildungszentrum seien die größten Verbraucher. Im Bildungszentrum sei noch eine Öl-Heizung installiert, weshalb hier auf Ölbetrieb umgeschaltet worden sei. Addiert um die Einsparung durch die Bad-Schließung und um alle flankierenden Sparmaßnahmen könne Bopfingen nun fast 50 Prozent seines gesamten Gasverbrauches einsparen.

Der Schritt sei hart, aber vertretbar, meint Bühler. Laut Zahlen von 2018, vor Corona also, besuchten täglich rund 100 Schülerinnen und Schüler das Hallenbad. Weiter kamen 35 Gäste pro Tag, sagte Bühler. Eine Absenkung der Temperaturen von Raumluft oder Wasser hält er für „technisch schwierig und unwirtschaftlich“.

Straßenleuchten bleiben an

Noch immer werden rund 15 Prozent des Erdgases in Deutschland verstromt, daher hilft auch Stromsparen. Die Straßenbeleuchtung abzuschalten, das sei in Bopfingen nicht so leicht möglich, erklärte Bühler. Es gebe drei Landstraßen und eine Bundesstraße als Ortsdurchfahrten, dort verlange der Gesetzgeber, dass das Licht an bleibt. Weil die Beleuchtung dort nicht über separate Netze läuft, können umliegende Straßenleuchten nicht separat ausgeknipst werden. Diese Umrüstung, die bei Neubaugebieten inzwischen „eingearbeitet“ wird, würde die Stadt einige Hunderttausend Euro kosten. Daher sei es billiger, den Umstieg auf LED-Leuchten, wie er bereits laufe, weiter zu forcieren. „Damit sparen wir mehr Geld und Energie“, sagte Bühler.

Günstige Weihnachtslichter

„Raten Sie mal, was uns die Weihnachtsbeleuchtung in der Innenstadt an Euro und Energieverbrauch kostet?“, fragte Bühler danach das Gremium. „44,54 Euro und 280 Kilowattstunden“, verblüffte Bühler. Dies sei so billig, weil alles über LED laufe. Die Weihnachtsbeleuchtung auszuschalten, halte er daher für unnötig und reine Symbolpolitik.

Fraktionen stimmen zu

Für die CDU sagte Bettina Maria Weber, die Fraktion stimme Bühler in allem voll zu. „Wir müssen da ansetzen, wo man große Effekte erreichen kann.“ Die CDU fordert aber, die Anschaffung von „CO2-Ampeln“ für Klassenzimmer zu prüfen. Mit den Geräten, die für 70 Euro zu haben seien, könne passgenau gelüftet werden, was Heizkosten spare. Bühler sagte zu, dies zu prüfen.

SPD-Chefin Dr. Carola Merk-Rudolph sagte zur Hallenbadschließung: „Es tut uns weh, aber uns bleibt nichts anderes übrig.“ Gut sei, dass das Bad in den Winterferien eh drei Wochen geschlossen worden wäre. Im Januar die Situation gemeinsam neu zu bewerten, sei richtig. Die Stadt möge den Einbau wassersparender Duschköpfe prüfen. Bopfingen müsse weiter den Umstieg auf LED vorantreiben und mittel- und langfristige Lösungen entwickeln, um Energie einzusparen. Die Weihnachtsbeleuchtung zwei Stunden weniger scheinen zu lassen, könne ein Zeichen sein, meint sie.

Der Nikolausmarkt erstrahlt wieder weihnachtlich. So der Gemeinderatsbeschluss. Archivfoto

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