Ostalb-Check Adelmannsfelden: „Gute Struktur - für unsere Größe“

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TSV-Vorstandssprecher Uwe Berroth am Dorfweiler in Adelmannsfelden. Im Gespräch spricht er unter anderem die Bedeutung des Vereins in und für die Gemeinde an.
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Der Vorstandssprecher des TSV Adelmannsfelden, Uwe Berroth, spricht über die Bedeutung des Vereins für den Ort und findet, dass die Gemeinde auch in anderen Lebenslagen gut dasteht.

Adelmannsfelden

Es ist eine recht große Rolle, die der TSV Adelmannsfelden in der Gemeinde spielt, sagt Vorstandssprecher Uwe Berroth. Immerhin sind knapp 800 der 1700 Einwohnerinnen und Einwohner Mitglied im Verein. Im Gespräch erzählt Berroth vom Vereinsleben im Ort, wie Verein und Gemeinde zusammen Gastgeber einer Europameisterschaft wurden und wieso es einem in Adelmannsfelden an nichts fehlen muss.

„Da müssen Sie an die unmöglichsten Dinge denken“, erinnert sich Berroth an die Vorbereitung für die Faustball-Europameisterschaft 2018. Dopingkontrollen, das Stadion auf- und abbauen, die Mannschaften der zehn teilnehmenden Nationen beherbergen zum Beispiel. „Es war hochinteressant und es hat Spaß gemacht“, sagt er weiter. Damit die EM glatt über die Bühne gehen konnte, hat der ganze TSV mit angepackt. Und nicht nur die: „Das hatte auch großen Zuspruch aus der Bevölkerung.“ Das ganze Dorf habe letztlich angepackt, um nicht nur eine gelungene EM bieten zu können, sondern auch ein schönes Event. Ähnlich sehe die Vereinsarbeit des TSV generell aus: breit gefächert für jeden etwas bieten.

Der Fußball hat natürlich seine Dominanz, gibt der Vorstandssprecher zu. Zuschauerinteresse und die Beliebtheit, um nur zwei Gründe zu nennen. „Aber wir sind froh, dass wir auch Faustball, Tischtennis, Turnen, Volleyball und mehr anbieten können“, sagt Berroth, „eben die klassische Breite, die man auf dem Dorf braucht“. Sich auf eine Sportart festzulegen und zu spezialisieren? „Das geht über die Jahre schief.“

Der Verein und seine Feste, wie zum Beispiel das Weinfest, seien einer der Gründe, warum es in Adelmannsfelden nicht langweilig wird. Doch auch andere, wie die Freiwillige Feuerwehr mit dem Dorfweiherfest und der dazugehörigen Regatta nennt Berroth als wichtige Komponente. „Wenn wir uns das alles wegdenken, wird es mau.“

Der TSV habe, bis auf die Absagen vieler Veranstaltungen, Corona gut überstanden. Rapider Mitgliederschwund blieb dem Verein erspart. Trotzdem könnte es besser aussehen, wenn es um den Vereinsnachwuchs geht. Es fehle, trotz beliebter Bauplätze im Neubaugebiet, an jungen Menschen, die dem TSV beitreten. „Das ist sicher nicht nur hier das Problem“, merkt der Vorstandssprecher an. Viele junge Menschen ziehe es, zum Beispiel für das Studium, raus aus dem Dorf. Ebenso könne man nicht die kulturelle Vielfalt anbieten wie in der Stadt.

Trotzdem möchte der TSV für jeden etwas parat haben können. „Wir sind bereit, Angebote über unser Standardrepertoire hinaus zu machen“, sagt Berroth. Es brauche lediglich eine gewisse Nachfrage und den Mut, sich selbst im Verein zu engagieren und mitzumachen.

Auch in anderen Lebenslagen stehe Adelmannsfelden gut da. „Für ein Dorf unserer Größe haben wir, behaupte ich, keine schlechte Struktur.“ Gastronomie, Bäcker, Metzger, Getränkemarkt und Ärzte gibt es vor Ort - ohne, dass man sich ins Auto setzen muss.

Die Faustball-EM: das Highlight des Vereins

  • Zwei Jahre lang ist die Idee, die Faustball Europameisterschaft in Adelmannsfelden auszutragen, in den Köpfen der TSV-Mitglieder gereift. Vom 24. bis 26. April 2018 war es dann soweit: Die Gemeinde konnte die deutsche und neun weitere Nationalmannschaften, zusammen mit über 4300 Gästen auf dem Sportgelände in Adelmannsfelden begrüßen. Trotz wechselhaftem Wetter, dafür vielleicht aber mit einer kleinen Prise Heimvorteil, hat die deutsche Nationalmannschaft den Titel im Jahr 2018 nach Hause genommen. Wie Uwe Berroth sagt: „Das war das Highlight des Dorfs und des Vereins.“ ⋌err

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