Jagstgruppe baut Wasserwerk weiter aus

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Am Wasserwerk Schweighausen wird unter anderem in die Ultrafiltration investiert. Die Jagstgruppe bekommt für die Investionen mit geschätzten Gesamtkosten von 3,65 Millionen Euro eine Förderung von knapp 41 Prozent.
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Der Zweckverband investiert in diesem Jahr 1,2 Millionen in EuroVersorgungssicheit, Objektschutz und die Ultrafiltration im Wasserwerk Schweighausen.

Jagstzell

Der Investitionsplan war Hauptpunkt bei der Verbandsversammlung der Jagstgruppe im Landhaus Rettenmeier. Marcus Bühler stellte die Umsetzung des Notfallkonzepts vor. Damit im Falle eines Stromausfalls die Pumpen nicht stillstehen, sollen im Versorgungsgebiet zwei stationäre Notstromaggregate installiert und drei Notstromeinspeisestellen geschaffen werden, wo mittels mobiler Aggregate die Stromversorgung hergestellt werden kann. In Dankoltsweiler könne man auf beides verzichten, weil man den Ort im Notfall auch ohne Druckerhöhung versorgen könne.

Dringend erforderlich sei die Beschaffung eines neuen Leitsystems für Betrieb und Überwachung der technischen Anlagen. Das bisherige System sei überaltert, es gebe keine Updates mehr. Zur effektiven Steuerung und zum Schutz vor Cyber-Kriminalität komme man nicht umhin, Hardware und Software zu ersetzen. Geplant ist eine Aufschaltung auf das System der Nordostwasserversorgung (NOW), was den Vorteil biete, dass Updates gewährleistet sind und man immer dasselbe Sicherheitsniveau habe wie der Partnerverband.

Rund 3,6 Millionen Euro werden bis 2024 in die Verbesserung der Wasserqualität und Erhöhung des Eigenwasseranteils investiert. Für den entsprechenden Ausbau des Wasserwerks Schweighausen wurde ein Landeszuschuss von rund 1,5 Millionen Euro gewährt. Die NOW beteiligt sich mit  rund 2,15 Millionen Euro, womit für die Verbandsgemeinden ein Anteil von 170 000 Euro bleibt. Da die Bauarbeiten noch in diesem Jahr beginnen, wurde der Investitionsplan um 705 000 Euro aufgestockt. Die Verbandsversammlung beschloss die Erhöhung und die nötige Anpassung der Kooperationsvereinbarung mit der NOW einstimmig.

Die Schüttung der Brunnen habe sich in den drei trockenen und dem vorigen feuchten Jahr kaum verändert. Die Wasserabgabe stieg jedoch 2021 weiter leicht an, womit sich ein langjähriger Trend fortsetzt. Im Hochverbrauchsmonat Juni sei man nur knapp unter der Grenze des Bezugsrechts für das Fremdwasser geblieben. Die Jagstgruppe lasse ihre Brunnen im Orrot- und Fischbachtal untersuchen, um abzuklären, ob dort die Entnahme noch gesteigert werden kann.

Der Geschäftsführer der Stadtwerke Crailsheim, Uwe Macharzenski, erläuterte den Jahresabschluss 2021: Die Bilanzsumme lag bei 10,5 Millionen Euro, rund 100 000 Euro mehr als im Vorjahr. Entsprechend steige die Umlage von 1,138 leicht an auf 1,172 Euro pro Kubikmeter. Der neue Wert und die Feststellung des Jahresabschlusses wurde einstimmig beschlossen.

Tobias Schneider, der Bürgermeister von Rosenberg, wurde zum 2. stellvertretenden Vorsitzenden des Zweckverbands Jagstgruppe gewählt. Die Position war neu zu besetzen, nachdem Frankenhardts Bürgermeister Jörg Schmidt, bislang 2. stellvertretender Vorsitzender, im November zum neuen Vorsitzenden gewählt worden war.

Der Zweckverband Jagstgruppe im Jahr 2021

Die Stadt Crailsheim und die Gemeinden Frankenhardt, Jagstzell, Rosenberg und Kreßberg bilden den gemeinsamen Zweckverband zur Trinkwasserversorgung. 2021 stieg der Wasserverbrauch zum Vorjahr um 6304 Kubikmeter auf rund 3,8 Millionen Kubikmeter. Rund 1,6 Millionen Kubikmeter kommen aus den eigenen Quellfassungen und Tiefbrunnen, die von der NOW betrieben werden. Mit 3,1 Millionen Kubikmeter entfielen auf die Stadt Crailsheim 82,27 Prozent der Wasserabgabe.

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