Jagstzeller schraubt für die Flutopfer

+
Helfen den Flutopfern (v.l.): Marcus Wahl, Matthias Welk, Jochen Schmidt, die Autoaufbereiter Carlo Drlewitsch und Heiko Hack sowie Alexander Danzer.
  • schließen

Matthias Welk aus Jagstzell gingen die Bilder der Flutkatastrophe unter die Haut. Deswegen stecken er und seine Freunde nun Geld und Zeit in die Reparatur von Autos - die sie dann an die Opfer der Katastrophe spenden.

Schrauben für den guten Zweck

Matthias Welk und seine Freunde schrauben für den guten Zweck.
Matthias Welk und seine Freunde schrauben für den guten Zweck. © privat
Matthias Welk und seine Freunde schrauben für den guten Zweck.
Matthias Welk und seine Freunde schrauben für den guten Zweck. © privat
Matthias Welk und seine Freunde schrauben für den guten Zweck.
Matthias Welk und seine Freunde schrauben für den guten Zweck. © privat
Matthias Welk und seine Freunde schrauben für den guten Zweck.
Matthias Welk und seine Freunde schrauben für den guten Zweck. © privat
Matthias Welk und seine Freunde schrauben für den guten Zweck.
Matthias Welk und seine Freunde schrauben für den guten Zweck. © privat
Matthias Welk und seine Freunde schrauben für den guten Zweck.
Matthias Welk und seine Freunde schrauben für den guten Zweck. © privat
Matthias Welk und seine Freunde schrauben für den guten Zweck.
Matthias Welk und seine Freunde schrauben für den guten Zweck. © privat

Jagstzell. Die Bilder der Hochwasserkatastrophe im vergangenen Sommer gingen vielen Menschen nah. Doch nach und nach rückt die Not der Flutopfer im allgemeinen Bewusstsein in den Hintergrund, die Schlagzeilen werden weniger. Anders bei Matthias Welk aus Jagstzell. „Ich verfolge die Ereignisse seit dem ersten Tag, das geht mir brutal nah“, erinnert er sich. Schnell ist ihm klar, dass er helfen will – nur noch nicht genau, wie. „Ich wusste nicht, wie viel Geld ich spenden sollte, oder wohin.“

Also tut Matthias Welk das, was er kann: Autos schrauben. „Die Leute dort haben ja alles verloren, auch ihre Autos“, weiß er. Seit acht Jahren hat er eine Werkstatt als Nebengewerbe, in der er nach seiner Arbeit als Schlosser an Autos bastelt. Um möglichst viele Fahrzeuge wieder auf Vordermann bringen zu können, ruft Welk seine Freunde aus Crailsheim an, wo er aufgewachsen ist, und trommelt eine Gruppe aus Mechanikern zusammen.

Solidarität von allen Seiten

Und die Männer haben Ahnung von dem, was sie tun: Alexander Danzer und Jochen Schmidt sind jeweils KFZ-Meister aus Crailsheim, Markus Wahl ist ebenfalls KFZ-Meister, seine Werkstatt ist in Appensee. Wann immer es geht stehen sie nun in der Werkstatt. „Die haben sich vorher alle nicht gekannt, aber es harmoniert“, berichtet Welk. Es sei "der Wahnsinn", zu sehen, wie die Freunde zusammenhalten. Jeder hänge sich rein. Nicht nur zeitlich, sondern auch finanziell, nimmt die Gruppe einiges auf sich, um möglichst viel zu helfen: „Wir kaufen die Autos selbst, zahlen für jedes Auto den TÜV und das komplette Material aus eigener Tasche.“ Mittlerweile kommen aber auch gespendetete Autos dazu. "Es kommen sogar extra Leute aus Stuttgart her und geben uns ihre Autos", sagt Welk, der von der Solidarität merklich überwältigt ist.

Mindestens zwölf Autos sollten ursprünglich in die Hochwassergebiete gebracht werden. Mittlerweile sind es um die 20. „Uns hat das Fieber gepackt und wir können nicht mehr aufhören“, so Welk. Unterstützt bei der Koordination der Autos werden die Männer von der Gruppe „4Drive“: Einer Organisation, die sich darauf spezialisiert hat, bundesweit Autos als Spenden zu sammeln, um den Menschen in den betroffenen Hochwassergebieten wieder Mobilität zu liefern. Welk ist begeistert von dem Konzept. „Da sieht man auch, dass die Autos wirklich bei denen ankommen, die sie am dringendsten brauchen.“ An die 280 Pkw konnten über 4Drive schon an Bedürftige weitergegeben werden. Sechs davon wurden vergangene Woche in Jagstzell abgeholt – nachdem Matthias Welk und seine Freunde sie auf Vordermann gebracht haben. Auf diese Weise sind er und seine Freunde bereits kleine Berühmtheiten auf Facebook geworden, als sie im Livevideo mit einem „4Drive“-Initiator über ihre Arbeit sprachen - und ihnen viel Lob und Dankbarkeit entgegengebracht wurde.

Selbst vor Ort

Doch dort hört die Hilfe der Gruppe noch nicht auf. "Im Oktober fahren wir selber mit einer mobilen Werkstatt hin und übergeben die Autos." Dann sollen auch Autos vor Ort repariert und durchgecheckt werden, um die Menschen, die zum Teil alles verloren haben, weiter zu unterstützen. Erstmal wollen sie weitermachen – und sind deshalb auf weitere Spenden angewiesen. Welk bittet potenzielle Spender aber, nicht ihre alten „Rostkarren“ abzugeben, sondern fahrtüchtige Autos, die etwa einen abgelaufenen TÜV haben. "Wir suchen Autos, bei denen die Halter zum Beispiel keine Lust mehr darauf haben, weiteres Geld reinzustecken", erläutert er.

Und auch Geldspendern helfen den Schraubern. "Zwar bekommen wir oft bessere Preise, aber es geht ja trotzdem ins Geld", sagt Welk. Ein Spendenkonto gibt es zwar nicht, allerdings steht im Autohaus Danzer in Crailsheim eine Spendenkasse. Wer helfen will, kann sich außerdem unter Tel. (07951) 22484 bei Alexander Danzer melden.

Zurück zur Übersicht: Jagstzell

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare