Mit 500 Sandsäcken gegen die Wassermassen im Virngrund

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THW unterstützt die Feuerwehr in Neuler.
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Feuerwehr, THW und Anwohner kämpften auch im Virngrund bis spät in die Nacht gegen die Wassermassen. Der Einsatz der Helfer verhinderte Schlimmeres.

Stemmen gegen die Fluten in Neuler

THW unterstützt die Feuerwehr in Neuler.
THW unterstützt die Feuerwehr in Neuler. © THW Ellwangen
Unwetter in Schrezheim
Unwetter in Schrezheim © THW Ellwangen
Unwetter in Schrezheim
Unwetter in Schrezheim © THW Ellwangen
Unwetter in Schrezheim
Unwetter in Schrezheim © THW Ellwangen

Neuler. Knapp zwei Wochen nach dem letzten Unwetter wurde die Gemeinde Neuler am Mittwochabend erneut von Starkregen und Hagel heimgesucht. Erst im Laufe des Donnerstags setzte sich ein klareres Bild zusammen, was da in der Nacht alles heruntergekommen war.

Die schwere Unwetterfront, die in der Nacht zum Donnerstag über die Ostalb hinweg zog, hinterließ nicht nur in Schwäbisch Gmünd ihre Spuren. Nach Abtsgmünd zog die Unwetterfront in einem schmalen Streifen weiter über Neuler, Schwabsberg und Schleifhäusle. Diese Gegend wurde nun bereits zum zweiten Mal binnen zweier Wochen von einem Starkregen heimgesucht.

Bei Bronnen ging Geröll auf die L 1075 ab. In Neuler schwollen Bäche bis zur Brückensohle an, und einige Keller wurden überflutet. Ab 21 Uhr war die Feuerwehr Neuler aktiv.

Gegen 23:40 Uhr wurde das THW Ellwangen mit den Modulen Führung und SEG alarmiert. Aufgabe des THW war die Unterstützung der Feuerwehr mit Sandsacklogistik und Pumpen.

THW sichert Erdwall

Im Bereich der Firma Haag Bau wurden daraufhin 500 Sandsäcke gefüllt, transportiert und an den betroffenen Wohnhäusern zusammen mit der Feuerwehr und Anwohnern verlegt. Weiter wurden drei Pumpen mit einer Kapazität von 7 000l Litern pro Minute und jeweils 150 Meter Schlauchleitung betriebsbereit gemacht, um einen errichteten Erdwall von den Wassermassen zu entlasten.

In einem extra dafür angelegter Pumpensumpf wurde vorerst eine Pumpe mit 2 500 Litern pro Minute platziert, welche die Wassermassen aufnahm und den Pegel hielt. In Summe war das THW Ellwangen mit 26 Helfern und sieben Fahrzeugen im Einsatz. Einsatzende war am Donnerstagmorgen um 5.30 Uhr.

Land unter in Schleifhäusle

Nach Neuler zog das Unwetter Richtung Saverwang und Ellwangen-Schleifhäusle. Die B 290 bei Saverwang war kurzzeitig geflutet, und auch in Ellwangen-Schleifhäusle liefen im Glasurweg Keller und eine Einliegerwohnungen voll. Hier drückte das schlammige Wasser aus den Dohlen und schoss von den höher liegenden Feldern herab über die Straße.

„Das war schon heftig. Da wohnt man oben am Berg, und dann kommt da ein Dreckfluss“, berichtet eine Anwohnerin, die mit der Familie und Freunden beim Fußballspiel überrascht wurde.

Die Feuerwehr sei schnell gekommen, um beim Nachbarn zu pumpen. Die Anwohner Schleifhäusles packten selbst mit an. Vom Bauhof Hüttlingen organisierten sie eigenhändig Sand und Säcke. „Bis nachts um halb ein Uhr war halb Schleifhäusle auf den Beinen“, berichtete die Anwohnerin.

Das Unwetter zog indes knapp südlich von Ellwangen vorbei und zerstreute sich dann allmählich, die Stadt selbst blieb von Schlimmerem verschont. Personenschäden verzeichnete die Polizei in der Nacht nicht, und auch der Schaden durch die Wassermassen hielt sich dank des Eingreifens der ehrenamtlichen Helfer und Anwohner in gewissen Grenzen.

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Hier wurden die Sandsäcke gefüllt.

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