Abschied von Dr. Rudolf Grupp: Ellwangen verliert eine prägende Persönlichkeit

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Ein letzter Weg durch den Friedhof im Herbst: Der Sarg mit Dr. Rudolf Grupp, dem eine große Trauergemeinde folgte.
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Viele Erinnerungen beim Requiem für Dr. Rudolf Grupp in der Basilika.

Ellwangen. In der Basilika und am Friedhof Sankt Wolfgang nahm am Freitag eine große Trauergemeinde Abschied von dem Journalisten, Stadtrat und ehrenamtlich vielfach engagierten Dr. Rudolf Grupp, der mit 89 Jahren verstorben ist. Pfarrer Anton Eßwein würdigte ihn beim Requiem als ruhigen, verlässlichen und konsequenten Menschen, der von seinem tiefen Glauben getragen wurde.

Verleger Ulrich Theiss meinte, Grupp habe seinen Beruf stets als Berufung verstanden. Fast 40 Jahre lang war er bei SDZ Druck und Medien beschäftigt und habe bei der Schwäbischen Post und der Gmünder Tagespost, zuletzt als Chefredakteur, wertvolle Aufbauarbeit geleistet. „Er stand für seriöse, fundierte Berichterstattung und klare Meinungsäußerung in Kommentaren“, sagte Theiss und lobte Grupp als sehr engagierten und treuen Mitarbeiter.

Armin Burger, Sprecher der CDU-Fraktion im Gemeinderat, sagte: „Die Stadt verliert in ihm eine prägende Persönlichkeit, ein Vorbild und einen intellektuellen Geist, der weit über den eigenen Tellerrand hinausblickte.“ Von 1965 bis 1984 war Rudolf Grupp Stadtrat für die CDU und stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Seine Meinung habe er ruhig, bestimmt und sachlich vertreten, beispielsweise in den Debatten um die Westtangente. Grupp war auch in den Fördervereinen für das Wellenbad und das Palais Adelmann engagiert.

Thomas Rathgeb, Vorsitzender des Geschichts- und Altertumsvereins, sprach über Grupps Schloss- und Museumsführungen sowie sein Mitwirken im Vereinsausschuss. Geschichtskenntnis und Detailwissen über die Stadt brachte er auch in Beiträgen zum Ellwanger Jahrbuch ein. Seit 1997 bis zuletzt 2019 organisierte Grupp Studienfahrten und Reisen. Die letzte Ausfahrt führte nach Rottenburg.

Stefan Hügler sprach über den ND-Bundesbruder, der 30 Jahre die Ortsgruppe Ellwangen leitete und der ruhende Pol der katholischen Gemeinschaft gewesen sei. „Er hielt uns zusammen in geschwisterlicher Gemeinschaft“, sagte Hügler.

Einen sehr persönlichen Nachruf sprach Rudolf Grupps ältester Sohn Wolfram, auch im Namen der Geschwister Anselm, Nicola und Ulrich. Der Vater habe immer ein positives Grundgefühl der Sanftmut, Geborgenheit und Ruhe vermittelt. Anderen Menschen gegenüber sei er freundlich gewesen, habe zusammenführen und versöhnen können. „Er hatte seine eigenen Vorstellungen, doch er hat sie immer gesichtswahrend für die anderen vertreten“, sagte Wolfram Grupp, und: „Seine Ruhe hat uns Sicherheit gegeben. Wir sind dankbar, dass wir ihn so lange haben durften.“ Gerhard Königer

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