Der Bebauungsplan Varta-Areal läuft

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Das Varta-Gelände von Westen: zwei Gebäude ragen bereits aus dem Betriebsgelände hervor: das neue Hochregallager (r.) und ein Produktionsgebäude. Jetzt dürfen weitere Hochbauten hinzukommen.
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Gegen die Baupläne des Batterieherstellers am Stammwerk im Jagsttal gibt es trotz beachtlicher Gebäudehöhen keine Einwände von Privatpersonen.

Ellwangen

Am Stammwerk Ellwangen wird die Varta AG bald weiter kräftig investieren. Zwar wurden bislang keine Summen genannt, doch der geplante Bau eines siebenstöckigen Verwaltungsgebäudes, der Ausbau der Produktion und das geplante Parkhaus werden als klares Bekenntnis zum Standort Ellwangen kommuniziert. „Varta ist in der Welt zuhause, aber in Ellwangen daheim“, sagte CEO Herbert Schein, als er den geplanten Ausbau vorstellte.

Die Stadt Ellwangen unterstützt die Entwicklung nach Kräften und hat in beachtlich kurzer Zeit den Bebauungsplan „Daimlerstraße West“ aufgestellt, der auf dem Firmengelände Gebäudehöhen von bis zu 40 Metern erlaubt.

Dass man Industrieanlagen ausweiten ohne neue Flächen zu versiegeln, wertet Oberbürgermeister Michael Dambacher als wegweisend auch für andere Branchen, sagte er kürzlich beim Spatenstich für ein neues Logistikzentrum. Die avisierte Erweiterung des Gewerbegebiets Neunheim/Neunstadt soll deshalb deutliche Maßgaben für mehrgeschossige Gebäude enthalten.

Im Ausschuss für Bau-, Umwelt-, und Verkehrsangelegenheiten (ABUV) stand der Satzungsbeschluss des Bebauungsplans „Daimlerstraße West“ am Mittwochabend auf der Tagesordnung.

Michael Bader von der Stabsstelle strategische Stadtentwicklung stellte die während der Auslegung eingegangenen Einwände und Anregungen vor. Von Privatpersonen waren keine dabei. Trotz der möglichen Gebäudehöhen und Sichteinschränkungen stehen die Nachbarn offenbar voll hinter dem größten Arbeitgeber der Stadt.

Anregungen kamen unter anderem von der Netze BW, deren 110 Kilovolt-Leitung über das Varta-Gelände gespannt ist. Der Stromtrasse müssen sich die Baufenster in ihrer räumlichen Ausdehnung unterordnen. Der Netzbetreiber machte darauf aufmerksam, dass auch die Abstände bei Wind schwingender Leitungsseile zu berücksichtigen seien.

Außerdem rät das Unternehmen im direkten Umfeld der Leitung keinen Bau von Wohnungen, etwa für Hausmeister oder Firmeninhaber zu gestatten, was aber ohnehin nicht vorgesehen ist.

Forstverwaltung fordert mehr Abstand zum „Varta-Wäldchen“

Vom Landratsamt, Wald- und Forstwirtschaft, kamen Einwände bezüglich des Abstands der Bebauung zum angrenzenden Baumbestand (Varta-Wäldchen). Der vorgeschriebene Waldabstand von 30 Metern werde nicht eingehalten.

Den Einwand weißt das Stadtplanungsamt zurück, weil es bereits bestehende Gebäude sind, die direkt an das Wäldchen angrenzen. „Im Rahmen dieser gewachsenen Gemengelage muss weiterhin im Einzelfall im Baugenehmigungsverfahren geprüft werden, welcher Abstand zum Wald einzuhalten ist“, lautete die Abwägung.

Gunter Frick, Fraktionssprecher der Freien Wähler/Freien Bürger Ellwangen, freute sich über die geplanten Investitionen und auf die großzügigen Festlegungen im Bebauungsplan, denn es komme dort „...ein ganz schöner Riegel hin.“

Der Bauausschuss stimmte geschlossen für die vorgetragenen Abwägungen und den Satzungsbeschluss. Der Gemeinderat hat das letzte Wort.

Da kommt ein ganz schöner Riegel hin.“

Gunter Frick, Fraktionssprecher FW/FBE

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