Fette Beute bei Albert Maier

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Albert Maier in seinem Antiquitätenladen: Gold im Wert von 80 000 bis 100 000 Euro ist futsch. Aber seine Ruhe lässt er sich nicht nehmen.
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Einbrecher erbeuten im Antiquitätenladen und in der Wohnung von Albert Maier Goldschmuck im Wert von bis zu 100 000 Euro.

Ellwangen

Beim Ellwanger Antiquitätenhändler Albert Maier ist eingebrochen worden, Goldschmuck, Ringe, Armbänder, Münzen und goldene Uhren im Wert von 80 000 bis 100 000 Euro sind weg. Und doch kann der Mann, der als Experte bei der ZDF-Sendung „Bares für Rares“ bundesweit Bekanntheit und Kultstatus erlangt hat, immer noch lachen: „Mein wertvollstes Stück haben sie nicht gefunden!“

Damit meint Albert Maier einen Mantel von Andy Warhol, der „ein Vermögen wert“ sei. Er sitzt in seinem Laden, weiß nicht recht, ob lachen oder weinen und zeigt die geplünderten Vitrinen: „Sie haben nur Gold mitgenommen, kein Silber. Die wussten genau, was wertvoll ist.“

Er zeigt eine Zigarettenkiste, gefüllt mit Schmuck, Ketten, Armbänder, echtem Gold täuschend ähnlich. „Das ist Autobahngold, mit falschem 725-Stempel. Die wussten genau, was sie mitnehmen müssen. Das waren Profis.“

Maiers Mitarbeiter Jörg Graf Adelmann kam am Mittwochvormittag in den Laden in der Spitalstraße, entdeckte die durchwühlten Vitrinen und rief die Polizei. An der Ladentür gab es keine Einbruchsspuren, auch die Spurensicherung entdeckte erst bei genauem Hinschauen, dass offenbar das Küchenfenster im ersten Obergeschoss, in der Wohnung der Eheleute Maier, aufgebrochen worden war.

„Ich vermute, dass die sich an den Hauswänden in der schmalen Gasse zwischen diesem und dem Nachbarhaus hochgestemmt haben“, sagt Maier. Wann genau, lässt sich im Moment nicht feststellen. Ob es bei Nacht war oder bei Tag, weiß man nicht. Sicher ist nur, dass am Samstag um 13 Uhr, als Jörg Graf Adelmann den Laden verließ, noch alles in Ordnung war.

Albert Maier war da bereits im Urlaub, am Mittwoch wollte er zurückkommen. „Das wussten tatsächlich viele Leute, dass ich ein paar Tage weg bin“, sagt der Bestohlene. Es sieht so aus, als hätten es die Einbrecher auch gewusst.

Jetzt hofft Maier, dass die Polizei mit Hilfe von Tipps aus der Nachbarschaft auf die Spur der Täter kommt und dass er seinen Besitz wieder zurückbekommt. Da spielt Zeit eine wichtige Rolle, denn es besteht die Gefahr, dass die Täter das Gold so schnell wie möglich einschmelzen werden.

Nur von einem Teil der Beute gibt es Fotos. Die hat Maier der Polizei gegeben. „Ich überlege mir, ob ich eine Belohnung aussetzen soll“, sagt er.

Für Albert Maier ist es der erste Einbruch, dabei hat er das Geschäft schon fast 50 Jahre. „Erst voriges Jahr haben wir zusätzliche Sicherungen eingebaut, eine neue Tür.“ Eine Alarmanlage gab es nicht.

Ob die Versicherung, die der Antiquitätenhändler abgeschlossen hatte, für den Schaden aufkommt, könne man im Moment nicht sagen. „Das ist immer schwierig bei Versicherungen. Ich befürchte, dass ich den Schaden nicht ganz ersetzt bekomme.“

Betroffen ja, aber traumatisiert ist Albert Maier nicht: „Mein Gold kann man mir wegnehmen, aber meine Ruhe nicht“ sagt er.

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