Ziel der Verwaltung: keine Angriffsfläche

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Bei der westlichen Anschlussstelle an die Autobahn empfehlen Gutachter, einen Turbokreisverkehr zu bauen.
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Grünes Licht für überarbeiteten Entwurf des Bebauungsplans „Gewerbegebiet Neunheim IX“.

Ellwangen. Nachdem sich der Ortschaftsrat Röhlingen am Montagabend (wir berichteten) mit dem Aufstellungsbeschluss des abgeänderten Entwurfs des Bebauungsplan „Gewerbegebiet Neunheim IX“ befasst hatte, tat dies nun auch der Bauausschuss des Gemeinderats Ellwangen zwei Tage später.

Michael Bader, Leiter der Stabsstelle Strategische Stadtentwicklung, fasste die wichtigsten Änderungen zusammen. Unter anderem solle das Gebiet im Nordosten um eine nicht benötigte Straßenfläche erweitert werden, beim westlichen Anschlussknoten ein Turbokreisverkehr kommen, um „höchste Leistungsfähigkeit und geringste Rückstaus und Wartezeiten“ zu gewährleisten.

Stadtrat Herbert Hieber (SPD) lobte Bader, „in sehr kurzer Zeit, unter hohem Druck und unter Berücksichtigung vieler Belange“, den Plan erarbeitet zu haben. „Eine zukunftsichernde Planentwicklung ist gelungen“, Klimaproblematik, moderne Arbeitswelt und Energieeinsparungsziele berücksichtigt. „Wir haben hier die exemplarische Chance zu zeigen, wie moderne Industriegebiete aussehen müssen.“

OB bezieht Position

Oberbürgermeister Michael Dambacher nahm Stellung zu den Beschwerden einiger Landwirte und André Wahab, einem betroffenen Grundstückseigentümer, der angekündigte hatte, so lange klagen zu wollen, bis das Verfahren tot sei. „Wir wurden gerichtlich bestätigt in dem, wie wir gehandelt haben.“ Mit einem Eigentümer bestehe bislang noch keine Einigkeit.
Für die Stadt gelte: „Wir versuchen ein ordnungsgemäßes Verfahren; null Komma null Angriffsfläche, um Rechtssicherheit zu haben.“ Die Verwaltung sei bestrebt, „das ordentlich über die Bühne zu bringen, dass das rechtssicher ist und alle Seiten abgewogen werden“.

In Sachen Kreisverkehr sei die Stadt im Gespräch mit dem Regierungspräsidium, da der Fahrbahnbelag der Landesstraße 1060 Richtung Röhlingen in den nächsten Jahren saniert werden sollte. Da müsse das „Wer-bezahlt-was“ geklärt werden. CDU-Stadtrat Hans-Peter Müller berichtete, dass der Röhlinger Ortschaftsrat keine Einwände gegen den aktualisierten Plan gehabt habe.
Ihm selbst gefalle der stark eingegrünte Bereich. „Der Grüngürtel sieht entgültig aus“, bedeute dann wohl hier künftig keine zusätzliche Erweiterung. Die vielen Einbindungen mit Kreisverkehren sei gut. Das ergebe eine leistungsfähige Verkehrsführung. Aber: „Wir dürfen die Umgehungsstraße für Röhlingen nicht aus den Augen verlieren.“

Wobei seine Hoffnung da etwas sinke. „Wenn wir es nicht mal schaffen, einen Radweg nach Pfahlheim zu bauen.“ Hans-Peter Krämer von den Freien Bürgern Ellwangen bat darum, den Bau der Kreisverkehre parallel anzugehen, um der Bevölkerung nicht zwei Mal „an diesem Nadelöhr“ eine Baustellensituation zuzumuten. Einstimmig gab der Ausschuss grünes Licht für diesen Entwurf des Bebauungsplans und seine erneute Auslegung.

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