LEA soll Ukraine-Flüchtlinge aufnehmen

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Ellwangen aus der Luft mit der LEA im Vordergrund: die Stadt will hier einen neuen Stadtteil mit Wohnungen für 1500 Menschen, Gewerbeflächen und öffentlichen Einrichtungen entwickeln.
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Laut Justizministerium werden aktuell Vorbereitungen getroffen, um die Kapazitäten in allen Flüchtlingserstaufnahmeeinrichtungen zu erweitern.

Ellwangen

Die Landesregierung geht davon aus, dass als Folge der russischen Invasion in der Ukraine auch Flüchtlinge nach Baden-Württemberg kommen können. Das wird aus einer Pressemitteilung deutlich, die am Donnerstag das Ministerium der Justiz und für Migration verschickte.  Die Ministerin Marion Gentges sagt: "Wir müssen uns vorsorglich darauf einstellen, dass Putins Krieg Fluchtbewegungen auslöst und Menschen vor diesem Krieg auch zu uns nach Baden-Württemberg flüchten können. Wir haben daher bereits heute weitere vorsorgliche Maßnahmen getroffen."

Diese Vorbereitungen werden folgendermaßen erläutert:

1. Die Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes verfügen über eine Regelkapazität von 6440 Plätzen und sind tagesaktuell mit 2600 Personen belegt. Selbst unter Pandemiebedingungen bestünden dort sofort weitere Kapazitäten für mindestens 1250 Personen.

2. Alle weiteren kurzfristig möglichen Erweiterungen von Aufnahmekapazitäten sollen ausgeschöpft werden.

3. Erforderliche Einrichtungsgegenstände für weitere Notunterkünfte, wie Feldbetten, Schlafsäcke und Hygieneartikel stünden in großer Anzahl zur Verfügung.

4. Im Ministerium der Justiz und für Migration wird ein Stab „Flüchtende aus der Ukraine“ eingerichtet.

5. Es wurde veranlasst, dass ukrainische Staatsangehörige, die sich derzeit visafrei zu einem Kurzaufenthalt im Land befinden, bei den Ausländerbehörden eine Aufenthaltserlaubnis für einen weiteren Aufenthalt einholen können.

Was das für die LEA Ellwangen heißt: Derzeit sind dort 298 Personen untergebracht, darunter auch fünf Flüchtlinge aus Russland. Die Regelbelegung von 500 Plätzen wurde coronabedingt schon im vorigen Jahr reduziert. Mit dem Beschluss des Ministeriums könnte die Zahl der Flüchtlinge wieder auf 500 ansteigen. Eine Reaktivierung der Hallen im Technischen Bereich, die 2016/17 zu Notunterkünften ausgebaut wurden, ist dagegen nicht zu erwarten. Die Hallen sind seit Jahren nicht mehr genutzt, waren zuletzt auch keine Unterkünfte mehr, sondern für die Wäscherei und andere technische Belange genutzt.

Info: Die einstigen Fahrzeughallen liegen außerhalb des umzäunten Bereichs der LEA Ellwangen und sind für die Flüchtlingsunterbringung nicht mehr nutzbar. Die Stadt hat das Areal überplant und will dort Wohnungen schaffen. Der Abbruch der Hallen sollte noch in diesem Jahr beginnen.

Eine laufend aktualisierte Zusammenstellung unserer Berichte zum Konflikt

Kommentar: Gerhard Königer meint, dass schnelle Hilfe für Ukrainer richtig und wichtig ist.

Schild am Eingangsbereich zur Landeserstaufnahestelle für Flüchtlingen (LEA) in Ellwangen.

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