Starkregen: Der Wald profitiert

+
In der Summe nimmt das Wachstum im Wald deutlich an Fahrt auf.
  • schließen

Wie kommt der Wald mit den Starkregen klar und nützt es den Grundwasserspeichern nach den Trockenjahren?

Ellwangen. Manuel Braunger, Leiter des Forstbezirks Virngrund von Forst BW mit Sitz in Ellwangen, zieht für den Wald als ganzes eine positive Bilanz: „Die Niederschläge in der Vegetationsphase sind gut für alle Baumarten. Für manche sogar sehr gut. Gerade die Fichten als Flachwurzler profitieren besonders.“ Andere Bäume, die gerade wegen ihres tieferen Wurzelwerks in jüngster Zeit verstärkt angesiedelt wurden, brauchen etwas Geduld: „Die Tanne als Pfahlwurzler erschließt eher tiefere Schichten. Sie profitiert auch, aber nicht so stark vom vielen Wasser.“

In Summe nimmt das Wachstum im Wald deutlich an Fahrt auf. Durch die niedrigeren Temperaturen und Feuchtigkeit komme es darüber hinaus zu deutlich weniger Schädlingsbefall in diesem Jahr. Insgesamt komme der Wald also bislang sehr gut klar mit der Wetterlage. Von größeren Schäden sei der Forst bislang verschont: „Nur vereinzelt kommt es zu Rutschungen und Auswaschungen“, berichtet Braunger.

Problem für Bewirtschaftung

„Für die Bewirtschaftung ist es allerdings ein Problem. Wegen der stark Wasser durchsättigten Waldböden mussten wir teilweise die Hiebe einstellen, weil wir nicht mehr durchkommen und stecken bleiben .“ Der Biber trage auch merklich dazu bei, so Braunger: „Durch seine Aktivität verstopfen natürliche und künstliche Abläufe, das Wasser steht länger.“

Grundwasser: Atempause

Für das Grundwasser im Waldgebiet ist Braunger eher noch zurückhaltend mit Aussagen. „Es hilft. Wir werden wohl in diesem Jahr zumindest keinen Rückgang des Spiegels sehen. Bis die Speicher wieder gut gefüllt sind, bräuchte es aber wahrscheinlich eher noch ein, zwei nasse Jahre.“ Allerdings natürlich nicht mit Extremwetterlagen mit Starkregen. „Dann erleben wir auch Schäden durch Auswaschung und Rutschung.“

In die gleiche Richtung geht Stefan Powolny, Geschäftsführer der Ellwanger Stadtwerke. „Die Tiefenspeicher des Grundwassers haben durch die Trockenheit in den letzten Jahren gelitten. Es dauert aber Monate, bis das Wasser, das jetzt gefallen ist, in den tiefen Sedimenten ankommt.“ Die jetzigen Regenfälle helfen den Tiefenspeichern zwar, durchzuatmen, aber „besser fürs Grundwasser wären diese Niederschläge im Winterhalbjahr oder mehr über das Jahr verteilt.“ Viel fließe oberflächlich ab. Was jetzt herunterkomme, sei einfach „von allem zu viel“, so Powolny.Jürgen Kunze

Zurück zur Übersicht: Stadt Ellwangen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare