So sorgt Hans-Christian Richter für einen Anker im Alltag

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Hans-Christian Richter erzählt im Gespräch von seinem Beginn als Pastoralreferent in der Seelsorgeeinheit Unterschneidheim.
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Pastoralreferent Hans-Christian Richter hat seinen Dienst in der Seelsorgeeinheit Unterschneidheim begonnen. Das steht bei ihm im Fokus.

  • #song4u und die Seelsorgeeinheit
  • Die nächsten #song4u-Gottesdienste sind im Januar und März, im Mai und im Juli.
  • Zur Seelsorgeeinheit Unterschneidheim zählen die Kirchengmeinden Zöbingen, Zipplingen, Sechtahausen, Nordhausen,Unterwilflingen, Geislingen, Wössingen und Unterschneidheim.

Unterschneidheim

Zwar sind es nicht exakt 100 Tage, die Pastoralreferent Hans-Christian Richter in der Seelsorgeeinheit Unterschneidheim seinen Dienst tut, aber es ist Zeit, ein erstes Resümee zu ziehen. „Ich bin angekommen und gut angenommen“, sagt Richter, der zuvor in Aalen als Pastoralassistent seine Ausbildung mit dem praktischen Teil beendet hat. Die Aalener Gemeinde hat ihn nur ungern ziehen lassen.

Die Unterschneidheimer haben ihm den Anfang leicht gemacht. Mit einer herzlichen Begrüßung. Mit Musik der Jugendkapelle, mit Ansprachen und ersten Gesprächen. Alles in einer Zeit, in der die Pandemie das zugelassen hat. „Im September“, sagt Hans-Christian Richter. Inzwischen ist der Alltag eingekehrt. Mit all dem, was zu seinen Aufgaben als Pastoralreferent in den acht Kirchengemeinden der flächengroßen Seelsorgeeinheit zählt. „Ich bin zuständig für die Firmvorbereitung“, erzählt der gebürtige Hanseat. Und weil ihm Kreativität sehr wichtig ist, hat er den Jugendlichen Lust gemacht, mitzuwirken an einer Gottesdienstform, die er bereits an seiner ersten Station auf der Ostalb, in Aalen, zu einem Erfolg – im wörtlichen Sinne zu einem Hit – gemacht hat: #song4u. In dieser Gottesdienstform steht immer ein Musikhit im Mittelpunkt.

Ein Netzwerker

Damit nicht nur die in Unterschneidheim neue Gottesdienstform klappt, hat Richter in den vergangenen Monaten genetzwerkt. Der Erfolg für den modernen Gottesdienst kann sich sehen lassen. Zur Premiere in der Unterschneidheimer Halle sind 130 Gottesdienstbesucher gekommen und haben gefeiert. „Die Menschen aus den Gemeinden haben Interesse daran gezeigt, was der Neue so macht“, freut sich der Pastoralreferent mit Wurzeln in Hamburg. Er hat sich auch gleich ins Zeug gelegt und für die moderne kirchliche Feier eine Band mitgebracht. „Da ich Pastor Thomas Mayer von den ökumenischen Pfingstgottesdiensten im Aalener Stadtgarten kenne, habe ich ihn kontaktiert“, erzählt Richter. Und es hat geklappt. Das Septett hat die Feier bei #song4u bereichert und die Menschen inspiriert. „Wer nicht da war, hat was verpasst“, so lautete das Motto danach unter den Gästen – das habe man ihm, so Richter, später erzählt.

Popsong und Bibeltext

Beim Auftakt für #song4u stand „Where are you now“ von „Lost Frequencies“ im Fokus. „Es geht darum, woher komme ich, wohin gehe ich, was bewegt mich“, umschreibt Richter die zentrale Aussage des Liedes und damit des Gottesdienstes. „Der Popsong und die Bibelstelle aus dem Johannesevangelium machen den Glauben hörbar“, sagt der Pastoralreferent und verweist darauf, dass Gott signalisiere, man brauche im Leben keine Angst zu haben, dafür sorge er, Gott, und der Heilige Geist. Richter bezeichnet den Gottesdienst als Anker im Alltag. „Wenn das Lied im Radio läuft, erinnert man sich.“

„Das war ein guter Anfang, an dieser Stelle kann ich weitermachen“, stellt der 30-Jährige fest. Aktuell stehe die Firmvorbereitung für an. In der Firmvorbereitung könne man viel gestalten. So seien es auch die Firmlinge gewesen, die am ersten #song4u-Gottesdienst beteiligt gewesen seien. Auch eine Ministrantin habe sich in den Gottesdienst miteingebracht. Sein Traum sei, dass das Gottesdienstformat irgendwann auch ohne ihn laufe – mit Jugendlichen, mit Schülern, aber auch mit einem Schulleiter und oder einer Erzieherin.

Ein Zeltlager mit den Ministranten im Jahr 2023 ist das nächste große Ziel von Hans-Christian Richter. Doch wegen der Corona-Pandemie seien gut funktionierende Netze zerrissen; vieles sei in den Gemeinden auf der Strecke geblieben, das er nun wieder aufbauen müsse. „Aber es gibt Perspektiven“, sagt er selbstbewusst und hat auch schon einen Plan, wie er die Ministranten aus den acht Kirchengemeinden zusammenbringt. Bei einer Fackelwanderung, bei einer Woche gemeinsam in Waldstetten im Schwarzhornhaus, bei einem Ausflug oder beim Grillen. Ob alles gelingen kann, hänge von der Pandemie ab.

Doch die Seelsorgeeinheit, in der er auch Wortgottesdienste feiert, ist nicht Richters einziges Aufgabengebiet. Zudem unterrichtet der 30-Jährige, der in Frankfurt a.M. und Tübingen Theologie studiert hat, auch an der Technischen Schule in Aalen Religion. Fachinformatiker und Elektrotechniker zählen zu seinen Schülerinnen und Schülern. Die Arbeit mit jungen Menschen liegt ihm, dem auch Kreativität wichtig ist. Persönlich nutzt er die auch beim Radio „Das Ding“, für das er in seiner Freizeit Beiträge macht.

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