Großer Andrang bei der Booster-Box in Essingen

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Die Corona Schwerpunktpraxis von Dr. Siad Esber und Dr. Sandra Esber-Schimmel (im Bild) in Essingen schafft mit der Impfbox in der Aalener Straße ein niederschwelliges Impfangebot, dass von vielen Patienten angenommen wird.
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In der Essinger Booster-Box können sich Impfwillige unkompliziert und ohne Termin ihre Auffrischung abholen – bis zu 150 Menschen pro Tag nehmen das Angebot wahr.

Essingen. Eigentlich haben Dr. Sandra Esber-Schimmel und ihre Medizinische Fachangestellte Saskia Berreth, gerade Pause. Doch plötzlich klopft jemand an die Tür des Containers, der neben der Corona-Schwerpunktpraxis in der Aalener Straße in Essingen aufgestellt wurde und auf dem in großen Buchstaben „Impfbox“ steht. „Impfen Sie heute Mittag auch?“, fragt der ältere Herr. Und ja, auch an diesem Nachmittag kann man sich dort, wie seit Kurzem an jedem Wochentag, die Auffrischungsimpfung abholen.

Pro Tag kommen bis zu 150 Menschen, aber mindestens 100.

Saskia Berreth , Medizinische Fachangestellte

Dass das Angebot der „Booster-Box“ allgemein sehr gefragt ist, weiß Saskia Berreth, die die Impfdosen in der Box verabreicht. „Pro Tag kommen bis zu 150 Menschen, aber mindestens 100“, erzählt sie. Viele von ihnen spontan. Denn: Wer sich seine Drittimpfung in der Box abholen möchte, braucht keinen Termin, lediglich den Impfpass und die Versichertenkarte. Jeder kann kommen, nicht nur Bestandspatienten.

Vor allem gegen 16.30 Uhr, zur Feierabendzeit, komme nochmal ein ganzer Schwung. „Dann stehen die Leute auch Schlange“, so Berreth. Wartezeiten bis zu 20 Minuten könnten dann schon vorkommen. Ist der Pieks gemacht, werden die Patienten angehalten, die kommenden 15 Minuten in der Nähe der Praxis zu verbringen. „Bis jetzt hatten wir da aber noch keine Impfreaktionen“, berichtet Dr. Esber-Schimmel.

Verimpft wird hauptsächlich der mRNA-Impfstoff Moderna. „Die Datenlage zeigt, dass die Auffrischung damit sehr erfolgreich ist“, betont die Ärztin. Patienten, die jünger als 30 Jahre alt sind, erhalten den Impfstoff Biontech. Im Fall einer vorausgegangenen Kreuzimpfung – etwa mit Astrazeneca und Biontech – entscheide man nach einer intensiven Beratung individuell, welcher Stoff verimpft wird.

Lage in der Praxis entzerren

Ins Leben gerufen wurde die Impfbox, wie Dr. Sandra Esber-Schimmel erläutert, um die Situation in der Praxis zu entzerren. „Wir sind ja eine Corona-Schwerpunktpraxis, deswegen sind hier auch oft positiv getestete Patienten.“ Mit dem kleinen Container nebenan konnten die Impfwilligen von Corona-Positiven räumlich getrennt werden.

Auch Personen, deren zweite Impfung kürzer als sechs Monate zurückliegt, erhalten in der Booster-Box die Auffrischung. „Ich empfehle es älteren Menschen oder kranken Menschen auch, schon nach fünf Monaten zu kommen“, so Esber-Schimmel. Denn in ihrer Praxis habe sie es nun schon öfter erlebt, dass hauptsächlich ältere Patienten, kurz vor Ablauf der sechs Monate seit der letzten Impfung positiv auf das Virus getestet wurden.

Wer seine erste Corona-Impfung erhält, bekomme aber weiterhin einen Termin in der Praxis. „Bei Erstimpfungen klären wir die Patienten nochmal intensiver auf“, erläutert Esber-Schimmel. Bei der Impfbox gehe es aber vor allem darum, ein niederschwelliges Angebot für die Drittimpfungen zu machen.

Totimpfstoffe machen Hoffnung

Und wie geht es weiter? Es sei geplant, die Impfbox bis März stehenzulassen. „Wir setzen unsere Hoffnungen dann in darin, dass viele Leute geboostert wurden und in den Frühling“, sagt die Ärztin. Dann hoffe man, dass eine geordnete Vorbereitung auf eine weitere Welle im Herbst erfolgt. Denn so wie es aussieht, könnte das Boostern mit der Drittimpfung nicht vorbei sein. „Daten aus Israel weisen darauf hin, dass auch eine vierte Spritze nötig ist“, so Esber-Schimmel.

Hoffnung machen der Ärztin allerdings die sogenannten Totimpfstoffe, also Vakzine, die unschädlich gemachte Krankheitserreger enthalten. „Darauf warten wir gerade sehnsüchtig“, sagt sie. „Denn viele Leute, die sich bis jetzt noch nicht zu einer Impfung durchringen konnten, sind ja keine generellen Impfverweigerer.“ Viele von ihnen hätten dennoch volle Impfpässe. „Wir hoffen also, dass sie diesem herkömmlichen Impfverfahren aufgeschlossener sind und dass das die Wende bringt.“

  • Infos zur Impfbox und der Booster-Impfung
  • Geöffnet ist die Impfbox Montag bis Freitag, 8 bis 12 Uhr, Dienstag und Donnerstag zusätzlich 15 bis 18 Uhr und Freitag zusätzlich 15 bis 17 Uhr.

  • Empfohlen wird eine Booster-Impfung von der Ständigen Impfkommission (Stiko) nach sechs Monaten. Eine Impfung ist grundsätzlich auch schon nach 5 Monaten möglich.
  • Die Auffrischimpfung wird mit den Impfstoffen von Biontech oder Moderna durchgeführt.
  • Wer an Corona erkrankt war, also einen positiven PCR-Test und Symptome hatte, sollte zunächst sechs Monate mit der Impfung warten.

Geöffnet ist die Impfbox Montag bis Freitag, 8 bis 12 Uhr, Dienstag und Donnerstag zusätzlich 15 bis 18 Uhr und Freitag zusätzlich 15 bis 17 Uhr.

Auch in der Impfbox werden Patientinnen und Patienten über die Impfung beraten.

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