Katzen helfen

Nach Feierabend als Katzenretterin im Einsatz

  • Weitere
    schließen
+
Sina Schunkes Katze ist gut versorgt. Andere Tiere brauchen Hilfe. Dann macht sich die Essingerin auf den Weg. Eine Transportbox und eine Lebendfalle hat sie immer dabei.

Sina Schunke (29) zieht zwei- bis dreimal pro Woche nach Feierabend los, um verletzte oder verwahrloste Katzen zu retten. Das sind ihre Beweggründe.

Essingen

Das Katzenbaby, das hilflos an der Leitplanke der B 29 lag, ist Sina Schunke besonders in Erinnerung. Vermutlich aus dem Auto geworfen, wie der Tierarzt aufgrund der Verletzungen feststellte. Drei Tage und Nächte habe es gedauert, bis das Tier eingefangen und versorgt werden konnte, erzählt die engagierte Essingerin. Ein Fall von vielen, bei dem die 29-Jährige aktiv wurde.

Im „Außendienst“

Zwei- bis dreimal pro Woche ist Sina Schunke im „Außendienst“. So nennt sie es, wenn sie einem Hinweis auf Facebook über eine verletzte Katze folgt oder vom Tierheim beauftragt wird. Oft sei sie nach der Arbeit unterwegs. „Die Tiere sind mir wichtiger als das Sofa“, sagt sie. Dann macht sie sich auf die Suche, legt sich auf die Lauer, immer etwas Dosenfutter im Gepäck. Nicht immer gelingt es, die Katze sofort zu finden. In dem Fall nimmt sie Kontakt mit den Leuten aus der Umgebung auf und hinterlässt ihre Telefonnummer. Die Reaktionen der Menschen seien verschieden, berichtet Sina Schunke. „Es gibt sehr hilfsbereite Menschen, andere dagegen wollen nicht gestört werden.“

Und sie betont, dass sie nur Katzen in Not einfängt. Solche, die zerzaust, abgemagert, apathisch und wacklig auf den Beinen sind. Jedes gefundene Tier wird auf Verletzungen untersucht und gegebenenfalls einem Tierarzt vorgestellt. Die meisten tragen einen Chip oder eine Tätowierung. Darüber versucht man zunächst, die Besitzer ausfindig zu machen. Vierbeiner, die nicht zugeordnet werden können, werden von sogenannten Pflegestellen aufgenommen. Das sind Menschen oder Familien, bei denen Katzen eine bestimmte Zeit bleiben, bis sie durch Vermittlung des Tierheims ein dauerhaftes Zuhause bekommen. „Das ist das Ziel“, sagt Sina Schunke.

Wie wurde sie zur Katzenretterin? Schon als Kind habe sie gelernt, Tiere zu versorgen, erzählt die 29-Jährige, die mit Meerschweinchen, Hunden und Katzen aufgewachsen ist. „Tiere gehörten zur Familie dazu.“ Vor mehreren Jahren habe sie begonnen, überfahrene Katzen zu bergen und über den Chip die Besitzer zu ermitteln, sagt sie. So entstand auch der Kontakt zu Petra Bader vom Tierschutzverein Ostalb, die sich mit ihrem Team um verwahrloste Katzen kümmert.

Kastration wichtig

Sina Schunke möchte Tieren helfen. „Ich finde es schlimm, wenn Tiere leiden, sie empfinden Schmerz wie wir Menschen“, sagt sie und betont, wie wichtig deshalb die Kastration von herrenlosen Katzen sei. „Katzenbabys, um die sich keiner kümmert, versterben oft qualvoll an Krankheiten“, erklärt sie. Das Organisieren von Kastrationsaktionen gehört daher auch zu ihrem Betätigungsfeld. Und sie ist dankbar, wenn die Kommunen sich an den Kosten beteiligen. Denn pro Operation fallen zwischen 80 und 120 Euro an. Kosten, die der Tierschutzverein stemmen muss.

„Warum machst du das?“, werde sie manchmal gefragt, erzählt Sina Schunke. Schließlich erhalte sie kein Geld dafür. „Mein Lohn ist, wenn ich den Tieren geholfen habe, ein neues Zuhause zu finden“, sagt die Essingerin, die seit acht Jahren selbst einer Katze ein Zuhause gibt. Ihr Name ist Amy.

Die Tiere sind mir wichtiger als das Sofa.“

Sina Schunke, Katzenretterin

Tierarzt hilft

Wie kann man Katzen in Not helfen? Darüber informiert Petra Bader vom Tierschutzverein Ostalb: Verletzte Tiere müssen eingefangen und zum Tierarzt gebracht werden.
Aber Vorsicht, verletzte Tiere können aggressiv sein. Für die Finder entstehen keine Kosten, es müsse lediglich eine Fundtieranzeige ausgefüllt werden, so Bader. Die Kosten übernehme die Gemeinde, in welcher das Tier gefunden wurde.

Bei herrenlosen und hilfebedürftigen Tieren zuerst Futter geben, sagt die Tierschützerin. Dann sollten Bilder gemacht und Kontakt mit dem Tierheim aufgenommen werden. Ob verletzt oder herrenlos – in jedem Fall ermitteln Tierheim bzw. Tierarzt den Besitzer oder kümmern sich um die Vermittlung.

Wer selbst nicht helfen kann, hat die Möglichkeit, das zuständige Tierheim, einen Tierarzt oder die Polizei anzurufen.
Telefonnummern: Tierheim Dreherhof (07366) 5886; Tierarztpraxis Dr. Dauser (07361) 941330.

Spendenkonto Kastrationen Streunerkatzen: Kreissparkasse Ostalb, IBAN: DE96614500501000191059

Zurück zur Übersicht: Essingen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL