Und es hat „Zoom“ gemacht - wenn närrische Liebe von Dauer ist

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Beim Fasching hat sich das Paar kennengelernt. Inzwischen sind Sven und Katrin Koch verheiratet und haben ein Kind.
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Katrin und Sven Koch, Mitglieder der Essinger Oberburg Hexen, sind das beste Beispiel dafür, dass nach Aschermittwoch nicht alles vorbei ist.

Essingen-Lauterburg

Bei den Oberburg Hexen hat es wie im Liedtext „1001 und 1 Nacht“ von der Klaus-Lage-Band „Zoom“ gemacht. Das war 2014. Seitdem ist einiges passiert. Sven und Katrin Koch sind zusammengezogen, haben geheiratet und im März vergangenen Jahres kam Paula zur Welt. Die beiden beweisen: An Aschermittwoch, dem Trauertag vieler Faschingsfans, ist nicht alles vorbei – närrische Liebe bleibt.

Wobei, dass es zwischen den Hexen „Zoom“ macht, war nicht von Beginn ihres ersten Treffens an klar. „2010 bin ich den Oberburg Hexen beigetreten, da haben wir uns noch gar nicht beachtet“, sagt Katrin Koch, die von Essingen nach Lauterburg gezogen ist. Wie es zum Kennenlernen kam, das weiß das Paar nicht so genau. Sicher ist: Beim Abholen der Masken haben sie sich entdeckt.

Ein Sechs-Tage-Rennen

Corona wegen musste in den vergangenen Jahren auf das bunte Treiben verzichtet werden – halb so wild für das Ehepaar. „Für uns war die Zeit ohne Fasching relativ angenehm, da meine Frau vergangenes Jahr schwanger war.“ Die Prioritäten hätten sich aktuell etwas verschoben, sagt die 32-Jährige. Was aber nicht heißen soll, dass die beiden die närrischen Tage nicht vermissen. „Es ist schade, dass man die eigene Gruppe und andere Gruppen nicht sieht“, sagt Sven Koch, der einige Jahre Maskenmeister der Hexen war. Denn eigentlich würden sich die beiden an diesem Mittwoch von ihrem „Sechs-Tage-Rennen“, wie sie die Zeit zwischen Weiberfasching und Faschingsdienstag nennen, erholen. Normalerweise schwinge an diesem Tag auch Wehmut mit, sagt der 36-jährige Sven Koch. Wehmut darüber, dass die Saison nun vorüber ist. 

Die fünfte Jahreszeit bedeutet für ihn Ausgelassenheit, Feiern, „a bissle“ verrückt sein und den Alltag hinter sich lassen, sagt der Lauterburger und betont: Das müsse nicht unbedingt mit Alkohol sein.

Was verbindet die beiden über Prunksitzungen, Auftritte und Umzüge hinaus? „Zwischen uns passt es einfach. Wir haben dieselbe Denkweise“, sagt die Mutter der elf Monate alten Paula. „Wir sind unternehmungsfreudig, wollen etwas erleben und verreisen gerne“, fügt der Ehemann hinzu.

Am Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit, die Fasnacht ist vorbei. Gläubige werden im Gottesdienst mit einem Kreuz aus Asche gekennzeichnet – als Erinnerung an die Vergänglichkeit. Doch bei den Kochs geht's nach Aschermittwoch zum Glück weiter. Hat das junge Ehepaar einen Tipp für die Liebe? „Alles ansprechen, was einen nervt, nichts unter den Tisch kehren“, sagt Katrin Koch. Dann macht es auch weiterhin „Zoom“.

"Zwischen uns passt es einfach.“

Katrin Koch Mitglied Oberburg Hexen

Aschermittwoch: die Tradition

  • Aschermittwoch folgt auf den Faschingsdienstag und ist der erste Tag der Fastenzeit, die sieben Wochen dauert. Viele Christinnen und Christen verzichten auf Fleisch und Alkohol. Inzwischen gibt's Kirchengemeinden, die etwa zum Klimafasten aufrufen. In der Bibel heißt es, dass Jesus 40 Tage in der Wüste verbracht habe, um zu fasten. Die Fastenzeit soll daran erinnern.

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