Kritische Lage auf der Nordumfahrung?

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Nordumfahrung Ebnat. Das Bild zeigt die Kreuzung im Osten der Tangente.
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Seit Dezember ist die Ebnater Nordumfahrung offiziell in Betrieb. Wie es an den beiden Knoten läuft und warum die Verkehrsschau im Frühjahr die Anschlussstelle „West“ begutachtet.

Aalen-Ebnat

Ich höre keine negativen Stimmen. Alle freuen sich. Im Gegenteil. Es gibt sogar Menschen aus anderen Städten die auf dem Rathaus anrufen und sich bedanken, dass man jetzt um Ebnat herumfahren kann“, resümiert Ortsvorsteher Manfred Traub mit einem glücklichen Lächeln die ersten Tage „Ortsumfahrung Nord“.

Man erinnere sich: Anfang Dezember vergangenen Jahres wurde die seit locker über 50 Jahren herbeigesehnte Umfahrung endlich dem Verkehr freigegeben. Zeit für ein paar erste Fragen. Zum Beispiel: Wie läuft es an der Ampelanlage rund um Ebnat Ost? „Funktioniert. Man muss wissen, dass die Ampelanlage grundsätzlich auf Grün für die Nordumfahrung   geschaltet ist. Nur wenn Querverkehr kommt, schaltet sie um. Das läuft“, beurteilt Traub die Situation.

Was ist mit Ebnat West? Da gab es ja auch schon Unfälle? „Wenn ein Fahrer ein anderes Auto übersieht, dann kracht es halt. Man kann es nie so machen, dass keine individuellen Fehler passieren“, sagt Traub dazu. Im gleichen Moment verweist er mit einem leicht resigniertem Lächeln auch auf ein Bild von einem forschen Sportwagenfahrer, der sich beim Abbiegen von Ebnat her kommend in Richtung Unterkochen schlicht und einfach falsch eingeordnet hatte. Ansonsten ist anscheinend wirklich alles in Butter rund um die Nordumfahrung.

Möglicherweise mit einer Ausnahme: „Verkehrsteilnehmer, die aus Unterkochen kommend in den Ort fahren wollen, müssen den Linksabbiegern, die von der Nordumfahrung Autobahn herkommen, Vorfahrt gewähren“, erklärt Traub. Wenn da im Feierabendverkehr mehrere Autos hintereinander abbiegen und einer vorne halten müsse, dann befürchtet Traub, dass es schnell mal aus Unachtsamkeit zu einem Auffahrunfall kommen könnte. „Ich würde es deshalb bevorzugen, wenn die Abbieger aus Unterkochen künftig Vorfahrt hätten“, verweist Traub bei einem kurzen Vorort-Termin noch einmal auf die Situation im Bereich „Ebnat-West“.

Die erste Verkehrsschau ist da allerdings anderer Meinung gewesen und fürchte mögliche Rückstaus auf der Abbiegespur bis auf die Fahrspur bei hohem Verkehrsaufkommen.

Verkehrsschau urteilt

„Die Abbiegespur ist allerdings recht lang“, relativiert Traub dazu aus seiner Sicht die Situation. Wenn man die Verkehrsführung und -situation einige Minuten beobachte falle aber schnell auf: Durch die aktuelle Vorfahrtsregelung sei auch das intuitiv beachtete „Rechts vor Links“ ausgehebelt. Das führe in Einzelfällen zu sichtbaren Unsicherheiten.

Wie es jetzt weitergeht? „Wir haben uns auf eine weitere Verkehrsschau im Frühjahr geeinigt“, blickt der Ortsvorsteher in die nahe Zukunft. Soll heißen: Experten schauen sich bei hohem Verkehrsaufkommen die Situation intensiv an. Dann werde man weitersehen. Aber wie auch immer – Traub meint: „Gegen individuelle Fehler wird so oder so nichts helfen. Die gibt es immer.“

Ich würde es bevorzugen, wenn die Abbieger aus Unterkochen Vorfahrt hätten.“

Manfred Traub, Ortsvorsteher
Nordumfahrung Ebnat, Knoten West: Hier soll im Frühjahr eine Verkehrsschau die Vorfahrtsregelung überprüfen.

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