Rückblick auf Starkregenereignisse

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Die Erfassung aller klimarelevanter Daten auf dem Härtsfeld erfahre wegen der Bedeutung als Wasserschutzgebiet besondere Aufmerksamkeit, betont Guido Wekemann. Auf dem Foto zu sehen ist der Härtsfeldsee.

Guido Wekemann, Leiter der Wetterwarte Ostalb, analysiert die Wetterdaten vom Härtsfeld. Böden sind zwar gut durchfeuchtet, könnten im Wald aber noch mehr Wasser aufnehmen.

Neresheim

Wie können die Starkregen in den vergangenen Wochen bewertet werden? Guido Wekemann, Leiter der Wetterwarte Ostalb, ordnet das Wetterereignis ein.

„In Anbetracht der teilweise sehr starken Regenfälle zu Beginn der zweiten Jahreshälfte hilft der Rückblick auf die Witterung des ersten Halbjahrs und auf die Aufzeichnung der Mess- und Beobachtungsdaten“, sagt er. Die Mitteltemperatur im Januar sei geringfügig unter der aus dem Vergleichszeitraum der Jahre 1991 bis 2020 gelegen. „Nach international festgelegten Standards gelten die Daten dieser 30 Jahre als Bezugsgrößen zur Beurteilung der Entwicklung des Klimas einer Region“, erklärt er.

Der Februar lag demnach um mehr als ein Grad über dem Referenzwert. Die Frühjahrsmonate lagen laut Wekemann alle unter dem langjährigen Richtwert, wobei April und Mai im Vergleich fast drei Grad kühler waren.

Im Juni sei es um zwei Grad wärmer gewesen als das Juni-Mittel der letzten 30 Jahre.

„Allgemein wurde in den vergangenen Jahren eine trockene Witterung beobachtet, obwohl die Jahresniederschlagsmengen dies nicht klar bestätigen; die Beobachtungen der Pegelstände des Grundwassers und die der Förster und Landwirte wiesen eindeutig auf eine problematische Trockenheit hin.“ Die Messungen der Wetterwarte hätten für das erste Halbjahr eine unterdurchschnittliche Regenmenge bestätigt. Augenscheinlich zeige dies auch die Fassung des Egau-Ursprungs, der eine lange Zeit völlig trocken gelegen sei. „Erst der Starkregen vom 8. auf 9. Juli konnte das Grundwasser soweit auffüllen, dass der Pegel an der Quelle in Neresheim innerhalb eines halben Tages um 180 Zentimeter anstieg. Was die Messdaten von weit über 80 Liter während nur zehn Stunden nicht zeigen: Die Böden auf dem Härtsfeld sind jetzt gut durchfeuchtet, können aber noch mehr Wasser aufnehmen, insbesondere in den Wäldern“, so Wekemann

Die standardisierte Erfassung aller klimarelevanter Daten auf dem Härtsfeld erfahre wegen der Bedeutung als Wasserschutzgebiet besondere Aufmerksamkeit, betont der Leiter der Wetterwarte.

Im Juni war es um zwei Grad wärmer.“

Guido Wekemann, Leiter Wetterwarte Ostalb

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