100 Reiter beim Heilig-Blut-Fest in Lippach

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Flankiert vom Fanfaren- und Musikzug Lippach zelebriert Pfarrer Matthias Reiner die Reitermesse am frühen Sonntagvormittag
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Der Blutritt in Lippach ist zurück. Nach zwei Jahren Durststrecke darf wieder gefeiert werden. Wie das Fest Fußpilger und Reiter aus der Region begangen haben.

Westhausen-Lippach

Immer am Sonntag nach Christi Himmelfahrt findet in Lippach das Heilig-Blut-Fest statt. Nach zwei „mageren“ Jahren, in denen kaum oder gar nicht gefeiert werden konnte, ist diese außergewöhnliche Tradition zurück. Zahlreiche Fußpilger und Reiter aus der Region versammeln sich am frühen Sonntagmorgen vor der Altarinsel auf dem „Alten Kirchplatz“.

Die Sonne scheint. Hufgeklapper übertönt das morgendliche Vogelgezwitscher. In der Mitte auf dem Altar steht eine goldene Reliquie. „Wir dürfen hier in Lippach einen Blutstropfen von Jesus haben, als er gegeißelt worden ist“, erklärt Pfarrer Matthias Reiner bei der Reitermesse zu Beginn des großen Tages. Der Fanfaren- und Musikzug Lippach umrahmt die Zeremonie. „Alle sind eins“, sagt Reiner in einer kurzen Predigt. „Wir spüren, wie wir die Sehnsucht haben nach Einheit.“ Dann ist es schon bald Zeit für die Reiterprozession.

Die knapp 100 Reiter aus Ellwangen, Ebnat-Bronnen, Schwenningen, Röhlingen oder Lippach freuen sich schon auf diese Tradition des Blutritts. Ein erstes Stück werden sie noch vom Fanfarenzug begleitet, bevor es über Berg, Röttingen und Kahlhöfe weiter durch die Flure geht. Pfarrer Matthias Reiner hoch zu Pferde und Pfarrer i.R. Josef Höfler mit der Heilig-Blut-Reliquie sicher in der Kutsche.

Unterdessen beginnt an der Altarinsel der Festgottesdienst für die zurückbleibenden Fußpilger und die vielen weiteren Gläubigen, die hinzugekommen sind. Als Zelebrant und Festprediger spricht Dr. Stephan Sproll. Er zieht Parallelen zu Maria, dem Heiligen-Geist und der Gemeinschaft, die heute mehr denn je wichtig sei. Feierlich trägt die Sängerlust Lippach mit Liedern dazu bei.

Als die Reiter aus Richtung des Stockmühlsees nach Lippach zurückkehren, hat sich der Himmel schon lange verdunkelt und Regen setzt ein. Zum Schlusssegen treffen dennoch alle noch einmal zusammen. Die gewählte Vorsitzende des Kirchengemeinderats Elke Maierhöfer dankt im Anschluss allen, die dieses besondere Fest ermöglicht und mitgefeiert haben. 

Das Buch zum Fest

Seit dem Jahr 1789 ist die Heilig-Blut-Reliquie im Besitz der katholischen Kirche St. Katharina in Lippach. Im Jahr 1950 fand der erste Heilig-Blutritt statt. Benigna Ziegelbaur hat alles darüber aufgeschrieben und mit Bildern in einem Buch zusammengefasst. Die „Geschichte der Heilig-Blut-Reliquie in Lippach“ gibt es zum Preis von 15 Euro über die katholischen Pfarrbüros oder die Postfiliale in Lauchheim. Der Erlös kommt der Kirchengemeinde Lippach zu Gute.

Mehr Bilder gibt's im Internet unter www.schwaepo.de

Teilnehmer an der Reiterprozession
Teilnehmer an der Reiterprozession
Pfarrer Matthias Reiner hoch zu Pferde und Pfarrer i.R. Josef Höfler mit der Heilig-Blut-Reliquie in der Kutsche.
Pfarrer Matthias Reiner hoch zu Pferde und Pfarrer i.R. Josef Höfler mit der Heilig-Blut-Reliquie in der Kutsche.
Am Ende des Heilig-Blut-Festes setzte der Regen ein. Gute Laune unter den Reiterinnen und Reitern herrschte dennoch. Fotos: We
Bei der Reitermesse am frühen Sonntagvormittag scheint noch die Sonne
Der Fanfaren- und Musikzug Lippach führte die Reiterprozession ein erstes Stück an
Bei der Reitermesse am Sonntagvormittag
Der Fanfaren- und Musikzug Lippach umrahmt die Reitermesse am frühen Sonntagvormittag musikalisch
v.l.: Pfarrer Matthias Reiner, Dr. Stephan Sproll und Pfarrer i.R. Josef Höfler mit Ministranten beim Schlusssegen
Am Ende des Heilig-Blut-Festes setzte der Regen ein.
Am Ende des Heilig-Blut-Festes setzte der Regen ein.
Am Ende des Heilig-Blut-Festes setzte der Regen ein.

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