Wo Hausärztinnen und -ärzte rar sind

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Abtsgmünd aus der Vogelperspektive. 259 Teilnehmerinnen und Teilnehmer machten bei der Umfrage Ostalbcheck mit. Insgesamt haben 11 560 Personen daran teilgenommen.
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Abtsgmünd belegt den 15. von 43. Plätzen im Ostalbkreis. Was gut ist und was besser werden kann, zeigt die Auswertung.

Abtsgmünd

Wo der Schuh drückt, das wird in den Ergebnissen der Umfrage „Ostalbcheck“ klar deutlich: Ein Hausarzt oder eine Hausärztin fehlt. Im April schloss Wolfgang Schlipf seine Praxis, 2020 der Untergröninger Hausarzt Wolfgang Klein. Auf Rang 25 von 43 liegt die Gemeinde daher in der Kategorie „Gesundheitsversorgung“. 5,2 Punkte gibt's von den Teilnehmenden – durchschnittlich wird die ärztliche Versorgung im Ostalbkreis auf einer Skala von 1 bis 10 mit 6 Punkten bewertet.

Hausaufgabe „verpennt“

In den Kommentarspalten wird der Wunsch nach einem Medizinischen Versorgungszentrum laut. Die Situation sei sehr kritisch, denn Patienten, die noch keinen Hausarzt haben, bleibe oft nur noch der Notarzt übrig, schreibt ein Teilnehmer. „Seit Jahren verpennt hier der Ostalbkreis seine Hausaufgaben“, schreibt ein anderer Teilnehmer. Abtsgmünds Gemeindeverwaltung ist dran am Thema. Gemeinsam mit den Kommunen Heuchlingen, Gschwend, Spraitbach, Eschach, Obergröningen, Schechingen, Ruppertshofen, Durlangen, Täferrot, Leinzell und Göggingen und acht Ärzten wurde vor Kurzem die Genossenschaft „Medwald“ gegründet. Damit soll der Schwäbische Wald für Ärztinnen und Ärzte attraktiver werden.

ÖPNV: ein Sorgenkind

Ein weiteres Sorgenkind der Teilnehmenden: der ÖPNV. „Ein besserer und günstigerer ÖPNV wäre wünschenswert, denn derzeit lohnt es sich weder finanziell noch zeitlich, mit dem Bus zu fahren, vor allem in sehr nahe gelegene Dörfer und Gemeinden“, ist in den Kommentaren etwa zu lesen. Mit 4,3 Punkten befindet sich die Gemeinde kreisweit auf Platz 27 von 43. Durchschnittlich erhält der ÖPNV 5,4 Punkte – das Problem mit schlechten Anbindungen hat also nicht nur Abtsgmünd; der öffentliche Nahverkehr ist eine der von den Befragten am schlechtesten bewertete Kategorie.

Gaststätten sind auf dem Land rar. Das Gaststättensterben macht auch vor der Gemeinde Abtsgmünd keinen halt. Dies wird in den Bewertungen deutlich. Das Gastronomieangebot wird mit 4,3 von 10 Punkten bewertet, damit liegt die Gemeinde auf Platz 34. 6,2 Punkte gibt's von den Teilnehmenden für das Gastroangebot im Ostalbkreis durchschnittlich.

Was sich viele der Teilnehmende zudem wünschen: eine größere Beachtung der Teilorte.

Wer nun den Eindruck bekommt, dass die Teilnehmenden die Gemeinde in allen Bereichen schlecht bewertet haben, liegt falsch. Abtsgmünd belegt im Vergleich der Regionen den 15. Platz mit 6,2 Punkten sowie in zehn von 15 Lebensbereichen einen überdurchschnittlichen Rang.

Mit 7,7 Punkten belegt Abtsgmünd in der Kategorie „Einzelhandel“ den vierten Platz im Kreis, besser bewertet werden nur Westhausen, Mutlangen und Hüttlingen.

Auf dem achten Platz landet die Gemeinde in der Kategorie „Kinder und Jugendliche“. Mit 7,2 Punkten liegt Abtsgmünd damit über dem Kreisdurchschnitt, der bei 6,7 liegt. Dennoch: Die Teilnehmenden äußern den Wunsch nach mehr Angeboten für Kinder und Jugendliche im Hauptort und drumherum.

Teilnehmende fühlen sich wohl

Die Teilnehmenden fühlen sich in ihrer Gemeinde wohl. Das zeigt die Bewertung der Lebensqualität. Auf dem zwölften Platz liegt die Gemeinde in dieser Kategorie. Ein Teilnehmer schlägt vor, das Leinufer zu verschönern. „Sodass man sich nach Feierabend dort gerne aufhält“, schreibt er.

Abtsgmünd im Kochertal aus der Luft betrachtet.

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