Sommerserie Burg- und Schloss(t)räume (1)

Im Herzen von Schloss Hohenstadt

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Anne Gräfin Adelmann
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Anne Gräfin Adelmann verrät, was sie an Schloss Hohenstadt liebt und gewährt einen Einblick in die private Wohnküche

Abtsgmünd-Hohenstadt

Hündin Dharma lümmelt gemütlich auf einem Ledersofa, das im Wohnzimmer der Familie Adelmann steht. Die Fenster geben den Blick frei auf die Ostalb – von Ellwangen bis Aalen. Ob der Weimaraner weiß, dass er in einem Schloss wohnt? Vermutlich nicht. Wie dem auch sei. Dharmas Frauchen und Herrchen, Anne Gräfin Adelmann und Reinhard Graf Adelmann, haben dem Gemäuer aus dem 17. Jahrhundert frisches, modernes Leben eingehaucht.

Die Adelmanns wohnten nicht immer in einem Schloss. Reinhard Adelmann wuchs dort zwar auf, zog dann aber nach Amerika. Dort haben sich die Amerikanerin Anne Swan und er kennen und lieben gelernt. Einige Jahre wohnten sie in den USA in einem Einfamilienhaus. Es folgten Heirat, der Kinderwunsch und die Entscheidung: Wir gehen nach Deutschland. 2010 sind sie in einen kleinen Bereich des Schlosses gezogen. Vier Jahre später bezogen die beiden die 180 Quadratmeter große Wohnung im dritten Stock. Glamour, opulente Gemälde an den Wänden & Co.? Fehlanzeige. „Das war hier wie zelten im Gebäude“, erinnert sich Anne Adelmann. Keine Küche, kein Bad, keine Heizung, nichts. „Es war eine schwierige und lustige Zeit“, sagt sie. Sieben Jahre später lässt sich davon nichts mehr erahnen. Ein großer Tisch in der Wohnküche zeigt: Hier ist Leben. Der Ort lädt zum Verweilen ein, Zeichnungen der vier Kinder hängen an den mit Stuck verzierten Wänden und ein Kronleuchter verleiht dem Raum etwas Fürstliches.

Wo sich die Familie trifft

„Unsere Küche ist das Herz unseres Zuhauses“, sagt Anne Adelmann. „Wir lieben die große Fläche und genießen es, gemeinsam zu kochen oder zu backen.“ Jeden Morgen, Mittag und Abend trifft sich die achtköpfige Familie (zwei Erwachsene, vier Kinder, zwei Hunde) dort zum Essen.

Die Gräfin hat in den vergangenen Jahren gelernt, das Schloss und seine Eigenheiten zu lieben. Denn perfekt ist dort nicht alles. Die Fassade bröckelt. Der Boden hat ein Gefälle von bis zu 17 Zentimetern. Küche und Bad konnten wegen der Abwasserrohre nur an einem bestimmten Ort in der Wohnung installiert werden. „Man muss lernen, diesen alten Baustil zu schätzen“, sagt Anne Adelmann und betont, dass dies Beschwerden auf hohem Niveau sind. Eine komplette Renovierung des Anwesens können die Schlossherrin und der Schlossherr nicht stemmen. „Das ist ein Projekt für mehrere Generationen“, sagt Anne Adelmann, die sich mit ihrem Mann um das Anwesen, Führungen und Hochzeiten kümmert. „Die Familie kommt vor dem Schloss. Wir müssen Zeit zum Plätzchen backen oder Fahrrad fahren haben“, betont sie.

Besondere Ecken gebe es im Schloss viele, sagt die Gräfin. „Man kann darüber streiten, ob der Blick in die Räume oder aus den Fenstern schöner ist.“

Nicht allein im Schloss

Allein wohnen die Adelmanns übrigens nicht im mehrere Stockwerke hohen Anwesen, die Schwiegereltern der Gräfin und weitere Familienmitglieder sind dort ebenfalls zu Hause. „Jeder hat seinen eigenen Bereich, der anders aussieht“, sagt das Frauchen von Dharma und Dackel Olive.

Obwohl sie dort seit zwölf Jahren wohnt: Alle Ecken kennt Anne Adelmann nicht. Den Dachboden oder dunkle Bereiche des Gewölbekellers habe sie noch nicht betreten, gibt sie zu.

2030 kann die Familie ein großes Jubiläum feiern, dann ist das Schloss seit 500 Jahren im Besitz der Familie Adelmann.

Hier wird gemeinsam gekocht und Kaffee getrunken.
Im Esszimmer hängt ein Gemälde des Schlosses.
Schloss Hohenstadt ist seit fast 500 Jahren im Familienbesitz.
Am großen Tisch hat die ganze Familie Platz.

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