Hochwasserschutz - aber wie?

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Niederalfingen nach dem Hochwasser 2016: Aus der Luft ist deutlich zu erkennen, dass vor fast jedem Haus ein Container steht für den vielen Müll und Unrat, den die Fluten hinterlassen haben. Archivfoto: dat
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Der Hüttlinger Gemeinderat will ein Ingenieurbüro beauftragen. Das soll prüfen, welche Möglichkeiten es zur Wasserregulierung im Oberlauf des Schlierbachs gibt.

Hüttlingen

Voll besetzte Zuhörerplätze in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Das Thema: mögliche Maßnahmen zum Hochwasserschutz in Niederalfingen. Die Verwaltung hatte auf Antrag aus dem Gremium die Beauftragung einer gutachterlichen Konzeptstudie zu Möglichkeiten von Schutzmaßnahmen am Oberlauf des Schlierbachs vorgeschlagen.

Bürgermeister Günter Ensle verwies auf die Beschlüsse, die in der Sitzung am 22. Oktober gefasst wurden. Danach sollte am Badeingang zunächst eine Mauer gebaut werden, die bei einem sogenannten HQ100 – einem hundertjährigen Hochwasser – den oberen Teil des Dorfes und das Freibad vor Hochwasser schützen würde, aber den Anwohnern im unteren Teil ein etwas höheres Hochwasser bringen würde.

Zahlreiche Einsprüche

26 fast gleichlautende Einsprüche liegen laut Ensle derzeit gegen die Mauer vor. Mögliche Rückhaltemöglichkeiten im oberen Verlauf, auch auf Neulermer Gemarkung, sollten später untersucht werden, wenn die Landesbehörden über mögliche Zuschüsse unterrichtet hätten. Um Möglichkeiten zu erörtern, sollten der Gemeinderat Neuler und das Landratsamt einbezogen werden. Dem hat das Landratsamt vor Kurzem zugestimmt, unter der Voraussetzung, dass ein geeignetes Ingenieurbüro ein Gutachten zu den Möglichkeiten im Oberlauf des Schlierbachs erstellt.

Dies wird jetzt angegangen. Dazu soll der Bachlauf von der Einmündung in den Kocher bis zur Quelle auf Rückhaltepotenziale und Einflussmöglichkeiten auf die Fließgeschwindigkeit untersucht werden, wie ein Antrag von Joachim Grimm und Josef Kowatsch lautet. Danach sollen auch die Berechnungen ihrer Fachgruppe Hochwasserschutz aus dem April 2019 überprüft und einbezogen werden, dazu die aktuellen Dokumentationen und Fotos beim „Beinahehochwasser“ am 7. Juni und mögliche Einflüsse des Filgenbachs. Ensle hat die Gemeindeverwaltung Neuler im Vorfeld um ihr Einverständnis zu diesem Gutachten gebeten, die Kosten dafür und eventuelle Maßnahmen werde die Gemeinde Hüttlingen übernehmen. Der Gemeinderat Neuler wird am 24. Juni darüber entscheiden.

Auch wurde das Fachbüro Winkler in Stuttgart bereits kontaktiert, es wird einen Kostenvoranschlag für das Gutachten erstellen, der in der Sitzung Mitte Juli beraten wird. „Wichtig ist jetzt eine Lösung, die für alle gut ist“, sagte Ensle. Der Gemeinderat stimmte dem einstimmig zu, auch eventuellen höheren Kosten als im Plan vorgesehen.

Wichtig ist eine Lösung, die für alle gut ist.“

Günter Ensle, Bürgermeister

Aus dem Gemeinderat Hüttlingen

Höherer Zuschuss:

Aufgrund der Kostenentwicklung hat der Trägerverein der Kita Kocherwichtel, der Betriebskindergarten der Firma SHW-SHS, um eine Erhöhung des Zuschusses der Gemeinde gebeten. Begründet wurde dies unter anderem mit gestiegenen Personalkosten. Der Gemeinderat stimmte dem Vorschlag, den Zuschuss jetzt bei 110 000 Euro statt wie bisher 100 000 Euro zu deckeln, einstimmig zu.

Straßensanierung:

Im Rahmen des Straßensanierungsprogramms 2021 wurde vom Rat ein Paket von mehreren Einzelmaßnahmen an Tief- und Straßenbauarbeiten für Ortsstraßen, Gehwege und Kleinreparaturen ausgeschrieben. Firma Eichele aus Abtsgmünd erhielt den Auftrag für rund 210 000 Euro. Genehmigt wurden zudem mehrere private Bauanträge, darunter der Bau von drei neuen Einfamilienhäusern und einer Lagerhalle mit Wohn- und Bürogebäude.je

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