Hier schmeckt's

Brauereigasthof zum Lamm: Sauerbraten trifft Bier

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Die Brauereigaststätte Lamm in Untergröningen. Für die Gäste da sind (v.l.): Claudia Lehmann, Annette Hafner und Silvia Nagy.
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In Untergröningen wird seit sechs Generationen Gastlichkeit gelebt. Was Brauer Andreas Kunz und die Küche alles im Angebot haben.

Untergröningen. Wenn es langsam auf die blaue Stunde zugeht. Wenn das Restlicht der Dämmerung durch die Bleiglasfenster in den Schankraum des Lamms in Untergröningen scheint. Wenn der Gast unter den von der Decke herabhängenden Bierkrügen und dem Hopfen am Stammtisch sitzt und zufrieden sein Bier anlächelt … ja, dann weiß man die Vorzüge einer Gastwirtschaft so richtig zu schätzen.

Im Brauereigasthof der Lamm-Brauerei stimmt einfach das Gesamtbild. Der Gastraum mit dem kleinen Tresen. Das klassischen Wirtshaus-Möbiliar. Der kreisrunde Stammtisch an zentraler Stelle, an dem jeder Gast gut im Blickfeld der Stammtisch-Runde ist. Wer im Lamm keinen Durst und keinen Hunger bekommt, dem ist nur schwer zu helfen.

Privatbrauerei mit köstlichen Biersorten

Getrunken wird natürlich das Bier, das vermutlich eines der kürzesten Wege zur Zapfanlage hat. Die Privatbrauerei ist per Durchgang zu erreichen. Die Geschwister Andreas Kunz und Annette Hafner führen den Betrieb in der sechsten Generation. Seit 1830 gibt es das Brauhaus, das sich zurecht Traditionsbrauhaus nennen darf. Vater Heinrich Kunz als gute Seele ist natürlich präsent. Derweil Andreas Kunz ein Auge aufs würzige Lammbräu-Export oder das naturtrübe Pils hat, ist Annette Hafner das Gesicht im Schankraum. Aus der Ruhe bringen kann die erfahrene Wirtin nichts mehr. Die Gastronomie liegt den Geschwistern im Blut. Bei der Dekoration sprechen sich beide ab. Kein Schnickschnack steht auf den Fensterbänken, sondern eine Auswahl der Braukunst. So genannte Sagenbiere sind im Angebot und mehr als ein halbes Dutzend Saisonbiere. Selbst in der Speisekarte darf drei Mal geraten werden, mit welcher Flüssigkeit wohl der Sauerbraten vom Rind gebeizt ist. Dass es zum Nachtisch die Kugel Eis mit Malzlikör gibt … wen wundert’s.

In der Küche steht unter anderem Jochen Büchele am Herd.

Regionalität wird auch in der Küche bei den Zutaten gepflegt, wo Jochen Büchele, Thomas Bodner und Monika Rocher zaubern. Fleisch und Wurst kommen vom Metzger aus Gaildorf. Das Gemüse und der Salat aus Lustrut. Obwohl auf der Speisekarte traditionelle Gerichte der schwäbischen Küche stehen, erfreuen sich vor allem bei den jüngeren Gästen der Big Brauer Burger und der Pulled Pork Burger großer Beliebtheit. „Die sauren Nierle dürfen trotzdem nicht fehlen“, sagt Annette Hafner.

25 Betten und Ladestationen für E-Bikes

Da das Lamm direkt am Kocher-Jagst-Radweg liegt, passt es ganz gut, dass über dem Schankraum 25 Betten in 14 Zimmern auf müde Radfahrer warten. E-Bikes können geladen, die Räder sicher in einem abgeschlossenen Raum untergestellt werden. Sogar zwei Ladesäulen für Elektroautos gibt es auf dem Parkplatz. Vor dem Schlafengehen aber unbedingt die blaue Stunde genießen oder im Sommer den Biergarten. Selbst wenn der Stammtisch die Fremden erst etwas mustert, ist die Herzlichkeit in der Gaststube schnell ansteckend. Kein Wunder, dass der Stammtisch längst nicht mehr eine Altherrendomäne ist. Junge Gäste nehmen inzwischen dort regelmäßig Platz, „und einen Frauenstammtisch haben wir auch“, sagt Annette Hafner. Auf Cocktails oder den Sekt müssen die Frauen aber verzichten. Im Lamm wird hauptsächlich Bier getrunken. Die Prickelbrause vermisst auch niemand.

  • Hier schmeckt's
  • Besonders beliebt: Das Schweineschnitzel und der Zwiebelrostbraten.
  • Das Schmankerl: Saure Nierle mit Bratkartoffeln.
  • Das teuerste Gericht: Hirschfilet in Calvados-Apfel-Rahmsoße inkl. Beilagen für 20,90 Euro.
  • Das günstige Gericht: Leberknödelsuppe für 5,80 Euro.
  • Sitzplätze: innen 38 Personen im Schankraum mit Sälen und Nebenräumen bis zu 160 Personen; außen 200 Plätze im großen Innenhof
  • Öffnungszeiten: ab März mittwochs bis freitags ab 16 Uhr und samstags und sonntags ab 11 Uhr.
    Immer mittwochs gibt’s Haxe.

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