36 Betonmischer im Einsatz

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Baustelle Remsbrücke Waldhausen
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Bei der neuen Remsbrücke in Waldhausen ist am Mittwoch ein wichtiger Arbeitsschritt erfolgt. Für den neuen Brückenkörper sind 250 Kubikmeter Beton angeliefert und verarbeitet worden.

Lorch-Waldhausen. Klatschend füllt Holger Schleeh eine eckige Form mit nassem Beton. Dann stellt der Betonlaborant den Würfel auf einen Rüttler. „Ich fertige so heute zwölf Probewürfel“, erklärt Schleeh. Am nächsten Vormittag schaue er sich die gehärteten Betonwürfel dann an. „Sobald der erste die richtige Festigkeit hat, gebe ich das Okay.“ Damit es auf der Baustelle weitergehen kann. Schleehs Arbeit ist am Mittwoch ein wichtiger Teil beim Bau der neuen Remsbrücke in Lorch-Waldhausen. Dort wurde das Tragegerüst samt Schalung mit Beton gefüllt. Also der Brückenkörper überm Fluss gegossen.

250 Kubikmeter Beton wurde von 6 Uhr morgens bis in den Nachmittag hinein angeliefert und verarbeitet, sagt Bauleiter Rainer Bohn. „36 Betonmischer sind dafür angefahren.“ Die übrigens vom ortsansässigen Kieswerk kamen. „Sehr günstig, der Anfahrtsweg von fünf Minuten“, betont Bohn. Denn Beton müsse innerhalb von 90 Minuten nach dem Anmischen verarbeitet sein. Mithilfe von zwei kran-großen Betonpumpen füllte gut ein Dutzend Arbeiter das Material in die Schalung. „Immer in 20 bis 30 Zentimeter dicken Schichten“, erklärt Bohn, „eine nach der anderen“. Denn die Schichten wurden mit dem Rüttler verdichtet, damit sie sich ineinander verhärten. Damit das reibungslos funktioniert, war der Beton „künstlich verjüngt“ worden, so Bohn. Dadurch härte er langsamer aus.

Holger Schleeh kontrollierte jede Betonladung. „Das ist seine Aufgabe als Betonlaborant“, erklärt Rainer Bohn. Dieser von einer externen Firma ausgeführte Prozess geschehe im Sinne der Qualitätssicherung. Schleeh maß beispielsweise die Temperatur des Betons. „30,7 Grad Celsius“, las er bei einer Fuhre vom Thermometer ab und wog den Kopf hin und her. „Das ist in Ordnung, ideal wären aber 25 Grad.“ Die Ausgangstemperatur sage aus, wie langsam oder schnell der Beton aushärtet. Bei einem so schmalen Bauwerk wie der Brücke falle das nicht ins Gewicht, ergänzte Bohn. Bedeutender sei das beispielsweise beim Stuttgart-21-Bauwerk, sagte Schleeh und erzählte, dass der Beton dort mithilfe von Stickstoff auf exakt 25 Grad gekühlt werde. „Das ist nicht billig.“

In Waldhausen wird Vorarbeiter Andreas Focke die Schalung am Donnerstag nach und nach lösen. Sobald Schleeh dann sein Okay gibt, setzen Focke und sein Team schweres Gerät ein, um die Stahlseile im Beton anzuziehen. Und zwar genau um 14,6 Zentimeter auf jeder Uferseite der Brücke. „Das ergibt sich aus der Brückenlänge von 25 Metern“, sagt Bohn. Durch die Spannung werde die Brücke tragfähiger und es sollen weniger Risse auftreten. Anschließend werde die Brückenoberfläche mit Bitumenschweißbahnen abgedichtet und die Gehwegkappen betoniert. Am Schluss folgt der Straßenbau. Die neue Fahrbahn müsse der neuen Höhe der Brücke angepasst werden. Das künftige Niveau werde sich auf dem der Verkehrsinsel befinden, zeigt Bohn und betont: „Wir liegen voll im Zeitplan.“ Vor Weihnachten könne die Brücke eingeweiht werden, sollte nicht noch etwas dazwischenkommen.

"Wir liegen voll im Zeitplan."

Rainer Bohn,, Bauleiter

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