Alfdorfer Gastronom Schmidt will in den Landtag

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Schmidt will als Kandidat der Partei "Wir 2020" für den Wahlkreis 15 (Waiblingen) antreten. Symbolbild: Pixabay

Bürgermeister Krötz fürchtet um Image der Gemeinde. Landratsamt prüft Konsequenzen der Auflösung.

Alfdorf. Der Alfdorfer Gastronom Stefan Schmidt hält an Corona-Demonstrationen in weißen Schutzanzügen und mit roten Armbinden fest. An diesem Dienstag sei eine Kundgebung in Welzheim angemeldet, am kommenden Donnerstag in Durlangen, sagte Schmidt am Montag. Mit der einheitlichen Kleidung wolle er "überspitzt auf die Gleichschaltung hinweisen, die momentan stattfindet". Das gehe "alles in Richtung Überwachung". Dabei glaube er schon, dass er die Menschen mit diesen Demonstrationen erreiche und sie zum Nachdenken bringe. Das Infektionsschutzgesetz, das an diesem Mittwoch im Bundestag verabschiedet werden soll, sei ein "Ermächtigungsgesetz, weil die Kanzlerin und der Gesundheitsminister ohne Parlamente entscheiden" könnten. Der Gastronom wehrt sich dagegen, in eine rechte Ecke gestellt zu werden. Dies sei "völliger Quatsch", sagte er. Heute sei jeder gleich rechts, der kritisch ist. Symbole wie die roten Armbinden seien auch in Ländern wie Nordkorea oder China zu finden, die man wohl kaum als rechts bezeichnen könne.

Schmidt bestätigte, dass er bei der Landtagswahl im März als Kandidat der Partei "Wir 2020" für den Wahlkreis 15 (Waiblingen) antritt. "Wir 2020" sei im Zuge der Corona-Krise entstanden. Sie sei "basisdemokratischer", machte Schmidt deutlich, dass er die "jetzt überzogenen Maßnahmen" ablehnt. Schmidt bestätigte ebenfalls, dass die Nominierungsversammlung am vergangenen Donnerstag eine von vier Versammlungen in seinem Restaurant "Seehof am Leinecksee" war, die aufgelöst worden sind. Drei seien Aufstellungsversammlungen für drei Wahlkreise gewesen. Etwa 30 Personen seien dabei gewesen. Eine weitere sei eine Versammlung "zur sofortigen Auflösung des Lockdowns" mit etwa 100 Teilnehmern gewesen. Die Polizei hatte die Versammlungen nach Rücksprache mit dem Ordnungsamt des Landratsamtes Waiblingen aufgelöst.

Alfdorfs Bürgermeister Ronald Krötz will am liebsten "weg von diesem Thema", auch weil es dem Image der Gemeinde schaden könne. "Wir möchten gerne wieder hin zu positiven Themen." Der Bürgermeister will sich im Lauf der Woche auch an die Bevölkerung wenden, um ihr in der Situation Mut zu machen, um nicht in eine Abwärtsspirale zu gelangen. Die aktuellen Vorfälle, auch der Demonstrationszug in Schutzkleidung verhüllter Menschen, sind "Vorgänge, die mir gar nicht gefallen", so Ronald Krötz. Er hoffe, dass dies einmalig bleibe.

Welche Konsequenzen die Auflösung der Versammlung am Donnerstag im "Seehof" nach sich ziehen wird, darüber stimmen sich das Landratsamt Rems-Murr und die Gemeindeverwaltung Alfdorf derzeit ab. Eine Entscheidung, ob bei der Begegnung mit rund 130 Personen gegen Corona-Schutzbestimmungen verstoßen wurde, steht demnach noch aus. Die Nominierungsversammlung der Partei "Wir 2020" am Freitagabend im "Seehof", bei der Stefan Schmidt als Landtagskandidat aufgestellt wurde, fand in kleiner Besetzung statt. Bürgermeister Ronald Krötz hat sich als Vertreter der Ortspolizeibehörde persönlich davon überzeugt. "Es waren nur drei Mitglieder da." Über den aktuellen Stand der Ereignisse in Zusammenhang mit Demonstration und Treffen gegen die Corona-Schutzbestimmungen hat der Bürgermeister die Gemeinderäte in Alfdorf in einer E-Mail informiert.

kust, mil

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