Alfdorfer Pächter-Duo hört auf

+
Ronny Werner, Mit-Geschäftsführer des Restaurants am Golfplatz Haghof, erklärt im Gespräch, warum sein Partner und er den Pachtvertrag gekündigt haben.⋌ Foto: Markus Metzger

Warum für das Restaurant am Golfplatz Haghof in Alfdorf neue Pächter gesucht werden. Warum das der Fall ist und ob sich schon erste Bewerber gemeldet haben.

Alfdorf

Ein rotgoldenes Blättermeer zeigen die Bäume auf dem Golfplatz am Haghof, der Herbst verabschiedet sich allmählich mit seiner ganzen Farbenpracht. Auch für Benjamin Rosenkranz und Ronny Werner zeichnet sich ein Abschied ab. Sie haben den Pachtvertrag für das Restaurant am Golfplatz Haghof auf Ende März 2023 gekündigt. Eine Entscheidung, die ihnen nicht leichtgefallen ist, wie Ronny Werner sagt. „Grundsätzlich hören wir auf, weil uns das Personal fehlt und wir Angst haben vor den explodierenden Preisen“, sagt der 41-Jährige mit Blick auf die rasante Kostenentwicklung für Energie und Lebensmittel. Die gestiegenen Preise eins zu eins umzulegen auf die Gäste, das gehe nicht, ist er überzeugt.

Die Preise sind ein gravierendes Thema. Aber: „Das Größte und Schlimmste ist das mangelnde Personal.“ Viele der Aushilfen hätten eine Ausbildung oder ein Studium begonnen, erzählt der Gastronom und stellt für den Arbeitsmarkt seiner Branche fest: „Ganz, ganz viele Menschen haben sich umorientiert durch Corona.“ Und seien nicht zurückgekehrt.

So kam es, dass die Pächter fest als Arbeitskräfte eingeplant werden mussten. Beide betreiben nicht nur das Restaurant am Golfplatz. Benjamin Rosenkranz hat eine Firma, die Personal für die Gastronomie zur Verfügung stellt. Ronny Werner arbeitet in der Christopherus Lebens- und Arbeitsgemeinschaft Laufenmühle. Dazu betreiben sie „Pauls Imbiss“ in der Welzheimer Innenstadt. Der verfüge über gutes Personal, sei „fast autark“.

Das Restaurant ist dagegen ein „großer Stiefel“. Mit Turnieren und Veranstaltungen: „Dass wir so gebunden sind, war uns nicht bewusst.“ Sie hatten zwar auch Angestellte sowie Leihpersonal. Doch Ronny Werner stellt fest: „Wir merken einfach, dass das nicht stemmbar ist.“

Das Restaurant am Golfplatz Haghof hatten sie 2019 übernommen. Benjamin Rosenkranz und Ronny Werner kennen sich aus der Laufenmühle. Werner hatte dort zunächst die Berufe des Heilerziehungspflegehelfers und des Kochs erlernt. Auch Benjamin Rosenkranz ist Koch und hatte einst in der Laufenmühle gearbeitet.

Ronny Werner hatte für Rosenkranz’ Firma zudem am Wochenende oder abends als Mietkoch geschafft. Er las im Internet, dass für das Restaurant ein Pächter gesucht wurde. „Lass’ es uns übernehmen“, schlug er vor, und sie beschlossen: „Das machen wir“. Gedacht war daran, einen gewissen Personalstamm aufzubauen, so Werner, nicht an eine Vollzeitbeschäftigung für beide. Bereits im zweiten Jahr mussten die Unternehmer an den Donnerstagen wegen Personalmangels schließen Ein dritter Geschäftsführer war zunächst mit dabei, war vor Ort und kümmerte sich um die Gäste, um Büro und Verwaltung. Das Restaurant öffnet von April bis Oktober. Geplant war eine Sieben-Tage-Woche, im Winter gab es Veranstaltungen.

Nachfolgersuche hat begonnen

Den Anteil der Gäste, die nicht aus dem Golfclub kommen, schätzt Werner auf 20 bis 25 Prozent. Veranstaltungen haben die Pächter mit dem Club abgesprochen, falls Turniere ausgetragen wurden. Auch während der Corona-Zeit wurden hier Hochzeiten gefeiert und Veranstaltungen abgehalten - mit den jeweiligen Auflagen. Turniere wurden mit weniger Gästen ausgetragen.

Die Golfspieler kommen natürlich auch ins Restaurant. „Man braucht eine abwechslungsreiche Küche. Es gibt Mitglieder, die viermal in der Woche golfen.“ Und oft zum Essen bleiben. „Wir können geschäftlich überhaupt nichts sagen“, so Ronny Werner. „Im Gegenteil, wir haben gut zu tun.“ Und das wird in den kommenden Monaten so bleiben - denn ihr Pachtvertrag endet erst am 31. März. Und dann? Gibt es schon einen neuen Pächter für das Restaurant am Golfplatz Haghof? „Wir haben einige Bewerbungen“, sagt Dr. Albrecht Sorg, Präsident des Golf- und Landclubs Haghof. „Wir fangen gerade mit der Nachfolgersuche an.“

Zurück zur Übersicht: Alfdorf

Mehr zum Thema

Kommentare