Der Impftruck kommt nach Alfdorf

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Keine Angst vor Stufen: Der Impftruck soll stets in der Nähe von Hallen parken, damit Menschen mit körperlichen Einschränkungen dort barrierefrei Zugang zu einer impfdosis bekommen.
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Ein 40-Tonner des Deutschen Roten Kreuzes bringt den Impfstoff für die über 80-Jährigen in die Orte im Rems-Murr-Kreis. Die Gemeinde informiert über die Terminvergabe.

Alfdorf

Der Impftruck kommt nach Alfdorf, damit sich über 80-Jährige vor Ort impfen lassen können, soviel steht fest. Wann der Truck die einzelnen Orte im Rems-Murr-Kreis anfährt, das werde in der Bürgermeisterversammlung diesen Mittwoch besprochen, sagt Martina Keck, Pressesprecherin des Landratsamts in Waiblingen. Dran ist am Dienstag und Mittwoch als erstes Murrhardt, am Donnerstag und Freitag Welzheim, dann folgen Schorndorf und Backnang. Jeweils drei Wochen nach dem ersten Termin macht der Impftruck in den Gemeinden erneut für die zweite Impfung Halt.

"Das Projekt zielt ausschließlich auf die Impfung der vulnerablen Gruppen von Menschen über 80 Jahren ab", betont Landrat Dr. Richard Sigel in einer Mitteilung. Gerade bei dieser Gruppe brauche es mehr Tempo "im Wettlauf zwischen den Impfungen und den hochansteckenden Virusvarianten". Als einer der bevölkerungsreichen Landkreise in Baden-Württemberg bekomme der Rems-Murr-Kreis für sein lediglich eines Impfzentrum in Waiblingen genauso viel Impfstoff wie Kreise mit weniger Einwohnern, erläutert Keck. Rund 29 000 über 80-Jährige gebe es im Kreis. "Im Moment können wir nur 235 Menschen über 80 Jahre pro Woche impfen", weil bisher nicht mehr des für die über 65-Jährigen zugelassenen Biontech-Impfstoffs verfügbar war.

Kein Impftourismus zum Truck

Nun stehen täglich 120 Dosen des Biontech-Impfstoffs für den Impftruck zur Verfügung, sagt Keck. Zum einen seien die mobilen Teams mit den Impfungen in Pflege- und Seniorenheimen "fast durch". Und mit dem Impftruck kommen zusätzliche Impfdosen in den Kreis, dafür habe sich der Landrat eingesetzt.

Impftourismus sei, anders als bei den Impfzentren, beim Truck keine Option, sagt Keck. Die Impftermine dort seien ausschließlich für die Bürger des jeweiligen Ortes vorgesehen.

Wieviele Tage der Truck in einer Gemeinde Station mache, hänge von deren Größe ab. Weil sich die Situation "sehr dynamisch" entwickle, liefen die Vorbereitungen für den Impftruck sehr zügig. Die Murrhardter Verwaltung "musste rödeln", als Ende vergangener Woche klar war, dass der Impftruck dort diese Woche seine Arbeit aufnehmen würde, sagt Keck. "Aber jeder, den wir obendrauf impfen können, ist ein Fortschritt" über die aktuellen Impfmöglichkeiten hinaus.

Im Impftruck des DRK befindet sich eine Arztpraxis mit mehreren Räumen und Platz für zwei Impfstraßen. Die Stufen, die in den 40-Tonner führen, sind für körperlich eingeschränkte Menschen kein Grund, sich nicht zur Impfung vor Ort anzumelden. "Ganz bewusst" werde für den Truck stets ein Parkplatz neben einer Halle gewählt, sagt Keck. So könnten gebrechliche Menschen barrierefrei dort zu ihrer Impfung gelangen.

Deutschlandweit gebe es nur vier solcher mobilen Arztpraxen: drei in Sachsen, eine hat sich der Rems-Murr-Kreis mit Unterstützung des DRK-Kreisverbandes gesichert, heißt es vom Landkreis. Das Landessozialministerium unterstützt das Projekt mit Impfstoff und den mobilen Impfteams aus dem Zentralen Impfzentrum im Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart, die bisher in Pflegeheimen geimpft haben. Helferinnen und Helfer des DRK Rems-Murr unterstützen das Impftruck-Personal.

Der Impftruck stehe bis mindestens Ende Juni zur Verfügung. Der Rems-Murr-Kreis sei - genügend Impfstoff vorausgesetzt – bereit, mit dem Konzept andere Landkreise zu unterstützen, insbesondere ähnlich große oder bevölkerungsreiche.

Der Impftruck in Alfdorf und plötzlich 23 Infizierte

Wann der Impftruck in Alfdorf Station macht, steht noch nicht fest. Bürgermeister Ronald Krötz geht davon aus, dass "voraussichtlich 120 Bürgerinnen und Bürger im Alter von über 80 Jahren" sich dort impfen lassen können. Der Impftruck werde voraussichtlich vor der Alten Halle stehen. Die betroffenen Senioren werden in den nächsten Tagen über Termin und Anmeldemöglichkeiten schriftlich informiert, teilt Krötz weiter mit.

Nicht nachlässig werden bei der Einhaltung der Corona-Verordnung, darum bittet der Bürgermeister eindringlich angesichts stagnierender Infektionszahlen. "In unserer Gemeinde hatten wir am vergangenen Wochenende sogar plötzlich 23 gemeldete infizierte Personen", teilt Krötz mit. Die Infektionen haben sich weitestgehend in vier Familien verbreitet. Ein Kindergarten und eine halbe Schulklasse mussten geschlossen, Kinder, deren Lehrer und Erzieher in Quarantäne geschickt werden.

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