Die Corona-Demo und das Gemeindewappen

  • Weitere
    schließen
+
Die Demonstration gegen die Corona-Verordnungen in Alfdorf.

30 weißvermummte Gestalten ziehen durch die Straßen von Alfdorf.

Alfdorf. Es war eine Demonstration, die für Aufsehen sorgte – und für Ärger mit der Alfdorfer Gemeindeverwaltung.

Aufsehen erregend waren die rund 30 weißvermummten Gestalten, die am Dienstagabend einen Demonstrationszug durch Alfdorf bildeten. Das sah irritierend und skurril aus, lief aber vollkommen problemlos ab – das hätten ihm die eingesetzten Polizeikräfte berichtet, sagt Alfdorfs Bürgermeister Ronald Krötz.

Was der Bürgermeister nicht tolerieren wollte: dass eine Einladung zur Demo mit dem Gemeindewappen von Alfdorf versehen war. Bürgermeister Krötz distanzierte sich ausdrücklich von der ungerechtfertigten Wappennutzung: Dieses sei vom Veranstalter "fälschlicherweise" verwendet worden. Krötz weiter: "Dies kann beim Betrachter den Eindruck erwecken, als ob die Gemeinde Mitveranstalter sei, was jedoch nicht der Fall ist! Die Gemeindeverwaltung stellt klar, dass keinerlei Verbindung zwischen dem Aufzug und der Gemeinde besteht. Die Verwendung des Gemeindewappens ist im Rahmen der politischen Meinungsäußerung nur mit Einverständnis der Gemeindeverwaltung zulässig, welches jedoch nicht erteilt wurde."

Stefan Schmidt, der Organisator der Demonstration, sagt, er habe "das Wappen im Internet gefunden und nicht weiter über die Verwendung nachgedacht". Das Problem sei aber inzwischen mit Bürgermeister Krötz geklärt, eine weitere Verwendung von Gemeindewappen bei weiteren Demonstrationen schließt Schmidt aus.

Ausgangspunkt des Umzugs war die alte Turnhalle, danach zog die Gruppe über die Döllenstraße durch das Wohngebiet und nahm über den Rückweg die Schloßstraße zurück zum Ausgangspunkt, so berichtet der Alfdorfer Bürgermeister Ronald Krötz. Es war kein Aufmarsch des "Ku-Klux-Klan", wie eine Facebook-Userin auf der öffentlichen Seite "Du weißt, dass du aus Alfdorf bist", mutmaßte. Die "Fürbitten" murmelnden, in weiße Overalls und mit Masken gekleideten Menschen demonstrierten gegen die Corona-Verordnungen. Initiator Stefan Schmidt, Inhaber eines Alfdorfer Restaurants, hatte bereits in den vergangenen Wochen durch mehrere Aktionen, die gegen die Pandemieverordnungen zielten, für Aufmerksamkeit gesorgt. Mit der Einladung zur Alfdorfer Anti-Coronademonstration sorgte der Gastronom erneut für Wirbel im Netz.

Weitere Demos geplant

Schmidt erklärt zu dem Aufzug, man wolle mit der Verkleidung in weißen Overalls und mit Gesichtsmasken die Menschen etwas zum Grübeln bringen. Und außerdem dies zum Ausdruck bringen: "Der Staat will uns im hygienischen Sinne steril machen", solle heißen, keine Nähe zwischen den Menschen und keine Besuche bei den Älteren.

Der Alfdorfer Aufzug sei erst der Anfang von mehreren Demonstrationen in der ländlichen Region gewesen, mit dem "zombiehaften Aufzug", erklärt Schmidt, "wollen wir unseren Protest und unsere Kritik auch in die Dörfer bringen". Schmid gibt zu, "wohl als einziger Gastronom froh über den derzeitigen Lockdown zu sein", so habe er mehr Zeit seine Aktionen zu organisieren. Maximal zehn Teilnehmer seien aus Alfdorf gewesen, die restlichen Teilnehmer seien seiner persönlichen Einladung über den Messengerdienst "Telegram", aus den umliegenden Orten, gefolgt.

Mehr zum Thema

Zurück zur Übersicht: Alfdorf

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL