Die Hauptverkehrsachse bleibt tabu

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Auf der Umleitungsstrecke durch die Alfdorfer Döllenstraße dürfen nur LKW über 3,5 Tonnen verkehren, die über eine Ausnahmegenehmigung verfügen, weil sie örtiches Gewerbe anfahren, für alle anderen Fahrzeuge über 3,5 Tonnen sollte hier Schluss sein.
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Wie in der Alfdorfer kontrolliert wird und warum trotz Pause auf der Baustelle nur Anlieger durch die Hauptstraße fahren dürfen. 

Alfdorf. Auch wenn gerade witterungsbedingt nichts läuft auf der Baustelle in der Alfdorfer Hauptstraße und diese theoretisch durchgehend befahrbar wäre, gibt's für die Anwohner der Döllenstraße keine Pause vom  umgeleiteten Verkehr. Die Umleitung vorübergehend aufzuheben,  genau dies habe die Alfdorfer Verwaltung bei der Straßenverkehrsbehörde nachgefragt, doch das sei aus haftungsrechtlichen Gründen nicht möglich, zitiert Hauptamtsleiter Tobias Feldmeyer die Antwort. Damit im Wohngebiet Döllen, durch das sich der Durchgangsverkehr notgedrungen schlängelt, die Regeln eingehalten werden, seien regelmäßig Polizeikontrollen und der Welzheimer Gemeindevollzugsdienst vor Ort. Letzterer sei regelmäßig in  Alfdorf unterwegs und habe jüngst gemeldet, dass Teile der Umleitungsbeschilderung fehlen. Auf Nachfrage heißt es aus Welzheim, es habe sich um ein LKW-Durchfahrtsverbots- und ein Parkverbotsschild gehandelt. Wobei Falschparken in der Döllenstraße kein Problem darstelle, die Verkehrsteilnehmer würden sich an das Verbot halten.

Fahrzeuge anhalten dürfe der Gemeindevollzugsdienst nicht, aber jene aufschreiben, die in der Döllenstraße nichts zu suchen haben, erläutert Feldmeyer. Darunter fallen LKW über 3,5 Tonnen auf der Durchreise. Jene Lastkraftwagen, die Alfdorfer Betriebe anfahren, haben eine Sondergenehmigung. Zumindest solange, wie sie sich an die Regeln halten, hatte Alfdorfs Bürgermeister Ronald Krötz zu einem früheren Zeitpunkt betont. Bisher habe keiner diese Genehmigung zurückgeben müssen, sagt Feldmeyer. Tatsächlich seien "in der Regel" jene dort unterwegs, die das tatsächlich dürfen. Das bestätitg auch der Gemeindevollzugsdienst und gibt zu bedenken, dass möglicherweise Fahrzeuge als LKW wahrgenommen würden, die die 3,5 Tonnen zuläsiges Gesamtgewicht gar nicht erreichen.

Anders sieht's beim PKW-Verkehr aus.   Was den betrifft, seien auswärtige Autofahrer zwar gehalten, Alfdorf weiträumig zu umfahren, tatsächlich dürfen sie jedoch alle die Umleitung passieren - worüber sich so mancher schon mal in den sozialen Medien Luft macht angesichts Esslinger, Stuttgarter oder Ludwigsburger Kennzeichen, die sich durchaus in Reihe beobachten lassen, wenn es beispielsweise am späten Sonntagnachmittag vom Landausflug in den Schwäbisch-Fränkischen Wald wieder zurück nach Hause geht. Eine Ordnungswidrigkeit sei es stattdessen, die eigentlich gesperrte Hauptstraße zu nehmen, hier dürfen ausschließlich Anlieger fahren, erklärt der Hauptamtsleiter.

Dass es in Alfdorf diese Sperrung gibt, erfahren Verkehrsteilnehmer bereits durch Umleitungsschilder im weiten Umkreis, aus Richtung Welzheim und Lorch spätestens an der Einmündung zwischen Pfahlbronn und Alfdorf. Dass eine Warnbake direkt nach der Abzweigung von Lorch her auf der Fahrspur Richtung Alfdorf steht, wurde kürzlich ebenfalls in den sozialen Medien diskutiert. Gefährlich, lautete der Tenor, weil von Alfdorf kommende Linksabbieger an der Stelle mit dem Gegenverkehr in Konflikt geraten könnten. Begründet so aufgestellt, erklärt Feldmeyer. Denn nach der Abzweigung gebe es keine einzige Wendemöglichkeit. Insgesamt  übrigens "ganz selten" kämen Beschwerden zur Umleitung und zur Baustelle über Gemeinderäte oder direkt von den Bürgern bei der Verwaltung an.     

Bei der Kreisverwaltung in Waiblingen ist die Verkehrssituation in Alfdorf bekannt. In den vergangenen beiden Jahren habe das Landratsamt in der Döllenstraße fünf Messungen in unregelmäßigen Zeitabständen vorgenommen, informiert Martina Keck als Pressesprecherin des Landratsamtes. "Die Geschwindigkeitsmessungen ergaben eine durchschnittliche Überschreitungsquote von lediglich 3,98 Prozent, wobei der überwiegende Teil der Geschwindigkeitsverstöße im unteren Verwarnungsgeldbereich lag."

Wolfgang Eigenbrod wohnt an der Döllenstraße und nimmt die Situation anders wahr. Morgens gegen 4.30 Uhr nehme der Verkehr zu, erst gegen Mitternacht werde es wieder ruhiger, erzählt er. "Hier ist niemand Willens, ordentlich zu kontrollieren", ist sein Eindruck. Von seinem Homeoffice aus sehe er täglich zu schnelle Autos, dazu 20 bis 30 LKW über 3,5 Tonnen. Erst kürzlich habe er einen Unfall beobachtet, bei dem ein LKW ein Auto touchiert habe, als er, von der Leineckstraße kommend, zum Abbiegen ausholen musste. Tatsächlich habe sich der Unfall kurz vor dem Durchfahrtsverbot für LKW ohne Sondergenehmigung ereignet, heißt es vom Polizeipräsidium Aalen, genau genommen habe sich also die Ordnungswidrigkeit nicht ereignet. Letztendlich sei dieser LKW-Fahrer mit Erlaubnis der Polizisten vor Ort durch die Döllenstraße gefahren, weil sich bereits durch die Unfallaufnahme ein Riesenrückstau gebildet habe und ein Wendemanöver nicht möglich gewesen sei.

Im Frühsommer dürfte es wieder ruhiger werden auf der aktuellen Umleitungsstrecke. Bis Juni, heißt es von der Verwaltung,  soll die Baustelle in der Alfdorfer Hauptstraße abgeschlossen sein. Anja Müller

Auch wenn die Alfdorfer Hauptstraße hinter der Sperrbake schon recht verlockend aussieht und die Arbeiten gerade pausieren: Noch hat sie den Status der Baustelle, darum müssen Verkehrsteilnehmer weiterhin die Umleitung über die schützenstraße nehmen.

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