Ein Haus neben dem der Eltern?

+
Die Scheune eines Pferdehofs in Enderbach brannte am Dienstag nieder.
  • schließen

Gemeinderat Alfdorf stimmt für Neubau am Tannhof. Und ein Neubau nach dem Brand.

Alfdorf. Soll es in kleinen Weilern oder Außengehöften möglich sein, dass die jüngere Generation ein neues Haus baut neben dem der Eltern? Mit dieser Frage musste sich der Alfdorfer Gemeinderat beschäftigen angesichts einer Bauvoranfrage vom Tannhof beschäftigen. Die Gemeinderäte sprachen sich für die Möglichkeit aus.

Das Problem ist: Solchen Vorhaben ist zunächst ein Riegel vorgeschoben. Denn nach Ansicht der unteren Naturschutzbehörde steht ein Einfamilienhaus in diesen Fällen den Belangen des Landschaftsschutzes entgegen. Was bedeutet, dass es von dieser Seite keine Genehmigung geben wird. „Die fahren da einen rigorosen Kurs“, bedauerte Bürgermeister Ronald Krötz. Die Verwaltung und die Alfdorfer Gemeinderäte hingegen begrüßten die Bauvoranfrage und hatten diese positiv beschieden. Nun hat der Eigentümer die Erstellung einer Außenbereichssatzung nach Paragraph 35 Absatz 6 Baugesetzbuch beantragt. In diesem Verfahren kann die Gemeinde Stellungnahmen der Behörden, auch des Naturschutzes, abwägen – wie bei einem Bebauungsplanverfahren.

Bürgermeister Krötz schlug den Gemeinderäten vor, ein solches Verfahren einzuleiten. Um der Bauherrschaft doch eine Möglichkeit zu geben, ein Einfamilienhaus dort zu erstellen. Die Räte begrüßten dies. Hans-Dieter Folter erinnerte etwa, dass es noch vor Jahren geheißen habe, dass “die Weiler aussterben“. Wo aber doch gerade diese „unsere Vielfalt ausmachen, wenn da Leben ist“. Er sah das Vorgehen als positiv an.

Wolfgang Fath von der Verwaltung erklärte der fragenden Eva Gölz, dass diese vom Eigentümer erwünschte Satzung „bei der Planung mehr Spielraum bringt“. Einstimmig gingen schließlich die Hände hoch, die Außenbereichssatzung wird erstellt. In der Hoffnung, dass dadurch doch ein Einfamilienhaus dort gebaut werden kann. Krötz wies noch wertneutral darauf hin, dass man damit auch einen Präzedenzfall schaffe, der auch Wirkung auf andere Weiler haben kann. „Das ist nur eine Feststellung“, betonte er. Alfdorf hat insgesamt 80 Wohnplätze.

Ein Neubau nach dem Brand

Die Ende Oktober niedergebrannte Scheune eines Pferdehofs bei Enderbach soll wieder aufgebaut werden, die Gemeinderäte hatten einen entsprechenden Bauantrag auf dem Tisch. Allerdings soll das Gebäude um 100 Quadratmeter größer werden als der Vorgängerbau. Dr. Wolfgang Hipp stieß sich an dieser Tatsache. Doch Hans-Dieter Folter bemerkte hierzu trocken, dass man nicht mit einer weiteren Erweiterungsanfrage rechnen müsse. Denn: „Das Gelände ist dann ausgemostet.“

Der Betreiber einer Baumschule am westlichen Ortseingang in Alfdorf möchte seine Gebäude ergänzen und erweitern. Teile davon befinden sich im Bebauungsplan „Großer Bühl, 1. Erweiterung“. Bislang ist dort Grünfläche ausgewiesen. Daher kann kein Neubau in Form einer Befreiung genehmigt werden, wie die Behörde nach Prüfung feststellt. Also hat der Besitzer nun eine Änderung des Bebauungsplans beantragt, damit der Betrieb der Baumschule langfristig gesichert wird. Die Gemeinderäte und die Verwaltung stimmten diesem Antrag zu.

Zwischen April und Ende Mai 2022 wird sich die Firma Rossaro aus Aalen für rund 161 000 Euro um den Endausbau im Baugebiet „Rossäcker“ und im Baugebiet „Schillerstraße“ kümmern. Die Gemeinderäte vergaben den Auftrag.

Zurück zur Übersicht: Alfdorf

Mehr zum Thema

Kommentare