Ein Ort, wo Leselust befriedigt wird

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Inge Lang, Regine Kronigsfeld und Brigitte Herrmann (v.l.) kümmern sich ehrenamtlich um das Alfdorfer Bücherregal.
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Was das Alfdorfer Angebot so besonders macht und wie die Bürgerschaft es annimmt. Die Betreuerinnen Brigitte Herrmann, Regine Kronigsfeld und Inge Lang geben Antworten.

Alfdorf

Lesen bildet, bringt Entspannung und dient gerne als Zeitvertreib. Was aber tun mit ausgelesenen Büchern? Wegwerfen? „Geht gar nicht“, meinen Brigitte Herrmann, Regine Kronigsfeld und Inge Lang. Gemeinsam betreuen sie ehrenamtlich das öffentliche Alfdorfer Bücherregal.

Die Idee für ein Tauschregal für Bücher in Alfdorf sei schon seit einigen Jahren durch den Ort und auch durch den Gemeinderat „gegeistert“, sagt Brigitte Hermann, die wie ihre Mitstreiterinnen eine begeisterte Leserin ist. Parallel zu ihrer Nachfrage vor zwei Jahren bei Bürgermeister Ronald Krötz habe dieser ihr berichten können, dass die Verwirklichung bevorstehe. Was stimmte.

In dem ehemaligen gemauerten Buswartehäuschen am Marktplatz sei der ideale Standort gefunden worden, loben die drei Buchpatinnen. Denn dort bleibe das Lesematerial vor Witterungseinflüssen verschont und es sei gut begehbar. Auch für das Interieur hatte sich schnell eine Lösung gefunden: Der Alfdorfer Paul Walter zimmerte ein stabiles und ansehnliches Bücherregal zusammen – das Material dazu stiftete Klaus Hinderer. Auch der Gedanke an eine Ruhebank musste in Alfdorf nur angedacht werden, „schon wurde uns das Bänkle gespendet“, freut sich Brigitte Herrmann.

Das Regal zu befüllen stellte derweil kein Problem dar. „Immer wieder kommen Menschen vorbei, nehmen etwas mit und bringen etwas vorbei.“ Auch von großen Buchspenden wissen die „Drei vom Bücherregal“ zu berichten.

Einfache Nutzungsregeln

Die Regeln für die Nutzung sind einfach: Jeder darf sich Bücher zum persönlichen Gebrauch herausnehmen, eigene Bücher einstellen oder die entliehenen Bücher wieder zurückbringen. Ein ordentlicher Zustand des Lesematerials wird dabei vorausgesetzt. Eher nicht geeignet, seien allerdings Lexika, denn „im Zeitalter von Dr. Google werden diese Bücher nicht mehr benötigt“. Auch „Groschenromane“ in Heftform fänden keine Abnehmer. Und wenn doch ein Spender solche Artikel zur Verfügung stellt? „Wegwerfen geht gar nicht“, wiederholt sich Herrmann. Stattdessen werden andere Lösungen gesucht. So habe das Team zum Beispiel erst kürzlich vier Kartons mit Liebesromanen übers Internet erfolgreich abgeben können.

Im Alfdorfer Bücherregal schmiegen sich derweil Romane, Thriller, Sach- und Kochbücher, Lebensberichte und Kinderbücher Buchrücken an Buchrücken ordentlich aufgereiht und übersichtlich sortiert in den Regalen aneinander. Für ein „ansprechendes Aussehen“ kümmern sich die drei Damen. Täglich wird im Wechsel das Regal aufgesucht, die Bücher ordentlich sortiert und „einfach nach dem Rechten gesehen“. Mit Vandalismus haben sich die drei Frauen allerdings bisher kaum auseinandersetzen müssen. Klar, die eine oder andere Vermüllung sei schon mal vorgekommen, aber hier helfe der örtliche Bauhof den drei Ehrenamtlichen unter die Arme.

Ein sozialer Treffpunkt

Das „Buch-Wartehäuschen“ habe sich mittlerweile zu einem sozialen Treffpunkt entwickelt, freut sich Regine Kronigsfeld. Die Frequenz lasse sich zwar kaum überprüfen, spürbar sei aber ein stetiger Wechsel an Bücher in den Regalen. „Man sieht, es bewegt sich hier etwas“, sagt Kronigsfeld. Besonders beliebt seien vor allem Koch- und Sachbücher. Weiter sei zu beobachten, dass an den Wochenenden die Leselust der Alfdorfer wohl steige, da es dann immer mehr Entnahmen gebe. Angst, dass das irgendwann Material ausgeht, hat Brigitte Herrmann nicht. Denn viele Buchspenden seien noch eingelagert.

Jetzt schmieden die drei Alfdorferinnen bereits neue Pläne. Ihnen schwebt eine Pinnwand am Bücherregal vor. „Jeder könnte dann Suchanfragen oder Angebote dort anpinnen“, so die Idee. Ob und wann sie umgesetzt werden kann, ist derzeit noch offen. Bis dahin müssen sich Bücherfreunde mit dem Bestand zufriedengeben.

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