Für schnelle Hilfe trotz des Funklochs

+
Björn Steiger Stiftung und Lions Club Welzheim ermöglicht Notfallsäule am Hagerwaldsee. (v.li.) Ronald Krötz, Marcus Seibold, Oliver Resch, Pierre-Enric Steiger und Andreas Mihm.
  • schließen

Notrufsäule der Björn-Steiger-Stiftung mit Unterstützung durch eine Lions-Spende am Hagerwaldsee installiert.

Alfdorf

Was hat der Hagerwaldsee bei Alfdorf mit dem Strand auf Rügen an der Ostsee oder dem Seebad in Langenargen am Bodensee gemeinsam? Es gibt dort eine Notrufsäule. Allerdings ist der Hagerwaldsee keineswegs ein Badesee, sondern ein Rückhaltebecken des Wasserverbands Kocher-Lein, wie Alfdorfs Bürgermeister Ronald Krötz betont. „Aber das Baden auf eigene Gefahr ist nicht verboten“, beschreibt er. Was dazu führt, dass sich Wasserratten in den Sommermonaten gern im Hagerwaldsee tummeln. Umgeben von idyllischer Landschaft genießen Erholungsuchende hier gern die Abkühlung von heißen Temperaturen.

Die Krux an dem Freizeitspaß ist allerdings, dass es am Hagerwaldsee keinen Empfang für Handys gibt. Wie auch an den übrigen sechs Rückhaltebecken, etwa am Aichstrutsee bei Welzheim oder am Eisenbachsee. Dieser Umstand war der Björn-Steiger-Stiftung ein Dorn im Auge, schließlich zählt bei einem medizinischen Notfall jede Sekunde. So bestückt sie jedes der Seeufer im Rems-Murr-Kreis mit einer Notrufsäule. Am Dienstag war deren offizielle Präsentation am Hagerwaldsee, bei der auch der Präsident des Lions Club Welzheim, Marcus Seibold, und sein Amtsvorgänger, Past President Oliver Resch zu Gast waren. Dies hatte seinen guten Grund, denn der Lions Club Welzheim unterstützt die Installation der Notrufsäule mit einer Spende in Höhe von 3000 Euro.

Als Sohn des Gründers der Björn-Steiger-Stiftung verdeutlichte Stiftungspräsident Pierre-Enric Steiger, dass eine Notrufsäule an einem See gleich aus mehrfacher Sicht ihre Notwendigkeit habe. Zum einen lässt der Badegast gern das Handy im Auto, zum anderen herrschen meist Funklöcher in den Bereichen, wo die Seen gelegen sind.

Der Projektleiter der Stiftung, Andreas Mihm, informierte über die Besonderheit der Notrufsäule: Sie funktioniert völlig unabhängig. Mittels eines Sonnenpanels und einer Hochleistungsantenne kann sie auch im Funkloch arbeiten. Die Notrufsäule ist zudem mit der Leitzentrale verknüpft und so kann dort der Standort der Säule sofort gesehen werden.

  • So funktioniert eine Notrufsäule
  • Für den Betrieb bedarf es keiner Leitungsverlegung, die Säule ist mit einem Akku ausgestattet, der die Sonnenenergie speichert. Die Säule ist 70 Zentimeter tief im Boden verankert. Alles in allem kostet sie 7500 Euro. Der Korpus ist aus rostfreiem V4-A-Stahl und ist somit ebenso wie die Technik witterungsbeständig. Einmal am Tag gibt die Säule ein Überwachungssignal. Sollte dieses ausbleiben, rücken die Techniker sofort aus. Bundesweit finden sich 250 dieser Notfallsäulen der Björn-Steigre-Stiftung an Stränden, Seen und Straßen. jan

Zurück zur Übersicht: Alfdorf

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare