In Alfdorf zielstrebig auf dem Weg zum Dirtpark

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Sascha Kühne stellt beim ersten Planungstreffen zum Alfdorfer Dirtpark jungen und erwachsenen Interessierten das mögliche Aussehen der Bikestrecke vor.
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Mit einem Workshop steigen Kinder und Jugendliche mit etwas Beistand von Erwachsenen in das erste Beteiligungsprojekt für junge Alfdorfer ein. Und das auf Socken.

Alfdorf

Ein bisschen wie Kindergeburtstag hat es sich angefühlt, als vom Alfdorfer Bürgermeister bis zum kleinen Jungen des blitzblanken Bodens wegen alle in Socken beim ersten Planungstreffen zum Dirtpark im nagelneuen Foyer der Mehrzweckhalle saßen. Schnell war aber klar: Hier wollen alle an einem gemeinsamen Ziel arbeiten, und das sehr fokussiert. Dass dabei die Schuhe draußen blieben, hatte einen guten Grund: An den Sohlen klebte Erde von der Stelle, an der der Dirtpark entstehen soll.

Das Gelände: für jeden was dabei

Vor der Besprechung hatten sich die Jugendlichen und Erwachsenen im letzten Dämmerlicht des Donnerstags das Gelände hinter der Ballsporthalle angeschaut. Das soll so gestaltet werden, „dass für jeden was dabei ist“, vom Laufrad- bis zum Profifahrer, erklärte Marcus Müller, der sich als erfahrener Moto-Cross-Fahrer einbringt. Außerdem hatten einige engagierte Erwachsene zuvor bereits zehn verschiedene Dirtparks angeschaut - und jenen in Neuler als geeignetes Vorbild ausgemacht. Etwa 30 auf 100 Meter groß sollte das Gelände sein, damit sowohl ein Pumptrack als auch größere Sprunghügel Platz haben. Da müsse man wohl „Herrn Krötz bitten, dass er uns das kauft“, sagte Gemeinderat Sascha Kühne, der das Treffen moderierte. Denn nur ein Teil der Fläche gehört der Gemeinde. Der Bürgermeister hofft, „dass der Grundstückseigentümer mitmacht“.

Im hell erleuchteten Foyer ging es dann zunächst darum, Anregungen zu sammeln. Zwar waren neben einigen Erwachsenen, wie Kühne bedauerte, nur zehn Kinder und Jugendliche zu diesem ersten Treffen gekommen, bei dem sie konkret als Gestaltende gefragt waren. Die hakten dafür umso zielstrebiger die anstehenden Punkte ab.

Die Ausstattung: Wünsch dir was

Zuerst war, wie Kühne es nannte, „Wünsch dir was“ angesagt. Es muss auch was für Kleine geben, ließ der Jüngste in der Runde seinen Vater für sich sprechen. Kein Schotter, sondern Erde als Untergrund, forderte ein Jugendlicher, ein Anliegen, das Marcus Müller sofort befürwortete. Schotter werde bei Nässe rutschig und mögliche Umgestaltungsmaßnahmen würden durch eine Schotterauflage erschwert. Weitere Wünsche: Schatten, Begrünung, eine für mehrere Fahrer ausreichend große Startplatte, Spielplatzelemente am Rand, damit beim Familienausflug alle etwas Interessantes finden, eine Rampe mit Rindenmulch für die weiche Landung beim Üben neuer Tricks, eine Reinigungsstelle mit Wasseranschluss, ein Trinkbrunnen und eine Reparatursäule mit fest installierten Werkzeugen.

Das Notwendige: Dreck und mehr

Dann ging es ums Notwendige. „Wir brauchen erstmal Dreck“ zur Modellierung des Geländes, meinte Kühne. Außerdem einen Bagger und einen Rüttler, nannte Müller schweres Gerät. Darüber hinaus Genehmigungen, Planung, einen Pflege- und Wartungsplan, Helfer, Nutzungsregeln, einen Erste-Hilfe-Kasten, Öffentlichkeitsarbeit, Spender und Leute, die mitarbeiten, sprudelten die Ideen aus allen Ecken.

Hilfreich könnte sein, dass der FC Alfdorf vor kurzem die Abteilung All Mountain gegründet hat. „Für uns ist das ein Traum“, sagte Daniel Eichler vom FC über den Dirtpark. Umgekehrt könnte der Verein das Organisatorische dafür übernehmen oder Fahrtrainings anbieten. Dass mit dem FC ein Verein hinter dem Dirtpark steht, gefiel insbesondere dem Bürgermeister, der sich davon verspricht, dass das Engagement für das Projekt von Dauer sein wird.

Die Ressorts: Arbeit in Teams

Damit es nun richtig zum Laufen kommt, haben sich die Jugendlichen und Erwachsenen zum Schluss für verschiedene Ressorts gemeldet, unter anderem Bauen, Öffentlichkeitsarbeit und Rechtliches, Diese Einzelteams arbeiten nun selbstständig bis zum nächsten Treffen an ihren Aufgaben, tragen diese dabei vor und dann werde wiederum gemeinsam entschieden, skizzierte Kühne den weiteren Weg.

Die Kosten: erste Sponsoren

Über die Kosten für den Dirtpark musste ebenso gesprochen werden. 15 000 Euro habe der in Neuler gekostet, sagte Müller. Größter Posten sei der Schotter gewesen, „der fällt bei uns ja weg“. Zudem haben sich schon Sponsoren gemeldet, sagte Kühne. Und dann, meinte Krötz, müsse man schauen, was von der Gemeinde kommen kann.

Das Wichtigste: junge Leute

Das Wichtigste verband Kühne zum Schluss mit einem Aufruf. Zwar stehen Erwachsene den jungen Leuten bei der Verwirklichung des Dirtparks zur Seite, trotzdem sei es ein Jugendprojekt, und darum: „Geht nochmal los“, weitere junge Alfdorfer zum Mitmachen anregen.

Wer mitmachen möchte, kann sich per E-Mail wenden an: allmountain@fc-alfdorf.de

  • So geht's weiter mit den Jugendprojekten
  • Zur Besichtigung des Dirtparks in Neuler soll es am Samstag, 11. Dezember, gehen.
  • Die Projektvorbereitung soll bis 21. Januar stehen, sagte Sascha Kühne beim Treffen am Donnerstag. Darauf folge ein Infoabend.
  • Der Dirtpark soll „im besten Fall am 1. Mai fertig sein“, sagte Kühne. Das sei „ambitioniert, aber machbar“.
  • Die Skaterbahn in Pfahlbronn soll mittels eines vergleichbaren Prozederes verwirklicht werden, hatte Hauptamtsleiter Tobias Feldmeyer bereits vorab dieser Zeitung gesagt.
  • Im Gemeinderat berichtet das Jugendamt zu „Yang Alfdorf“, die Sitzung im Bürgerzentrum Pfahlbronn am Montag, 22. November, beginnt um 19 Uhr. an

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