Kommt jetzt die Querungshilfe?

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Alfdorfer Gemeinderat will eine Querungshilfe im Teilort Adelstetten im Bereich Gaststätte-Bushaltestelle realisieren.

Seit 2015 will die Gemeinde Alfdorf im Teilort Adelstetten die Situation für Fußgänger verbessern. Nun kommt Bewegung in die Sache. Zudem sollen 21 Kilometer Kanal saniert werden. Von Anja Jantschik

Alfdorf

Es ist fast schon eine unendliche Geschichte. Denn seit einigen Jahren befasst sich der Alfdorfer Gemeinderat nun schon mit der Situation der Fußgänger in Adelstetten. Nun stand das Thema erneut auf der Agenda. Und nach wie vor soll eine Querungshilfe im 189-Seelen-Teilort von Alfdorf realisiert werden. Fakt aber ist: Einen Zebrastreifen oder eine Ampelanlage wird es nicht geben – das hat das Landratsamt bereits klar abgelehnt.

Grund für die Ablehnung dieser beiden gewünschten Maßnahmen ist, dass zu wenig Fußgänger die Straße queren würden, und weil entlang der kurvenreichen Durchfahrt die nötige Sichtweiten für die Fahrzeuge fehle, so das Landratsamt. Mehr noch: Der Blick ins kürzlich erstellte Geschwindigkeitsprotokoll der durchgeführten Kontrolle in Adelstetten habe gezeigt, dass es bei 655 gemessenen Fahrzeugen nur elf Verstöße gegeben habe. Im Schnitt seien in dem Tempo-50-Bereich die beanstandeten elf Kilometer zu schnell unterwegs gewesen.

Eine Variante ist klarer Favorit

Und dennoch: Die Gemeinde Alfdorf hält an ihrem Vorhaben fest. Bereits 2015 hatte sich der Gemeinderat dafür ausgesprochen, dass eine Querungshilfe in der Adelstetter Ortsdurchfahrt installiert werden soll. Nun, sieben Jahre später, könnte diese unendliche Geschichte tatsächlich ein Ende bekommen.

Bereits im Anschluss an den Beschluss des Gemeinderats hatte das Mutlanger Ingenieurbüro LK&P einen entsprechenden Plan erstellt. Wobei die Platzierungsmöglichkeiten einer solchen Querungshilfe äußerst begrenzt sind – eben aufgrund der Kurven, Hofeinfahrten und der einmündenden Straßen an der Hauptstraße. Letztlich einigte man sich auf den Bereich zwischen der Gaststätte und der gegenüberliegenden Bushaltestelle. Auf 138 000 Euro belief sich die damalige Kostenschätzung für den Einbau einer Querungshilfe an dieser Stelle. Andere Standorte mussten aus Kostengründen abgelehnt werden. Entweder standen Häuser zu nah an der Straße oder die Gemeinde hätte hierfür extra Grundstücke erwerben müssen.

Für die Variante, die nun umgesetzt werden soll, wird derweil die Fläche der vorhandenen Busbucht genutzt, um die Straße zu erweitern, damit die Querungshilfe mittig auf der Fahrbahn Platz finden kann. Was allerdings bedeutet, dass die Busbucht wegfällt. Nach dem Einbau der Querungshilfe wird daher der Bus auf der Straße halten, um Passagiere ein- oder aussteigen zu lassen.

Wann die Querungshilfe letztlich realisiert wird, ist derzeit offen. Der Betrag muss im Etat verankert werden – und das Haushaltswerk für dieses Jahr ist noch nicht festgezurrt. Doch in der vergangenen Klausur hat sich der Gemeinderat laut Bürgermeister Ronald Krötz erneut für die Umsetzung ausgesprochen.

Marodes Kanalnetz

Kontinuierlich – für die nächsten zehn Jahre – soll sich ein fester Betrag für nötige Kanalinnensanierungen finden. Insgesamt hat die Gemeinde Alfdorf mit seinen vielen Teilorten ein Kanalnetz, das 92 Kilometer Länge vorweist. Bürgermeister Ronald Krötz rechnete vor, dass, wenn man diese Infrastruktur in der heutigen Zeit bauen müsste, Kosten von etwa 55 Millionen Euro verursachen würde.

Kanalbefahrungen haben nun ergeben, dass es rund 21 Kilometer Kanalhaltungen gibt, die „dringend sanierungsbedürftig“ seien, informierte Ronald Krötz kürzlich den Gemeinderat über die notwendige Maßnahme. Ein Teil des zu sanierenden Kanalbereichs sei im Kernort, ein anderer Teil in den Außenbereichen, erklärte der Bürgermeister. Krötz war es wichtig, zu betonen, dass die Gemeinde ihren Fokus nicht nur auf den Hauptort gelegt habe. Besagte 21 Kilometer Kanal sollen in den kommenden zehn Jahren von innen saniert werden – im sogenannten Inliner-Verfahren, also nicht in offener Bauweise.

Die Gemeinderäte sprachen sich grundsätzlich für den Vorschlag der Verwaltung aus, für dieses langfristige Vorhaben jährlich eine halbe Million Euro im Etat einzustellen. „Dann muss man sich nicht jedes Jahr aufs Neue damit befassen“, argumentiert Ronald Krötz. Er zeigt sich „sehr froh“ darüber, dass man sich „auf den Weg macht“. LK&P veranschlagt für die Innensanierung der Kanäle auf einer Länge von 21 Kilometer insgesamt rund 5,2 Millionen Euro.

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