Leinecksee trockengelegt

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Ein ungewohnter Anblick: Der Leinecksee zwischen Alfdorf und Pfahlbronn enthält aktuell nur sehr wenig Wasser. Fotos: HOJ
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Der See zwischen Alfdorf und Pfahlbronn musste erneut abgelassen werden. Warum die Sanierungsarbeiten ins Stocken geraten sind.

Alfdorf

Mancher Besucher des Leinecksees fragt sich bei dessen Anblick sicher, wo denn das Wasser ist. Der See sei bereits vergangenen Sommer abgelassen worden, um seinen Boden von Sedimenten und Schlamm zu reinigen, erklärt der Verbandsvorsteher des Wasserverbandes Kocher-Lein, Michael Segan. Zudem sollten die technischen Anlagen auf den neuesten Stand gebracht werden.

Zu warme Winter

Ein Großteil der Entschlammung konnte letztes Jahr tatsächlich vorgenommen werden. Doch durch das feuchte Wetter im vergangenen Sommer sei das Unternehmen zum Abbruch gezwungen gewesen, der See wurde wieder aufgestaut. Der nasse Schlamm habe die Transportstraßen und -wege  so stark verunreinigt, dass die Straßenreinigungsarbeiten den Verband „richtig viel Geld“ gekostet hätten, sagt Segan. In der Vergangenheit seien die Seen, die turnusmäßig alle paar Jahre abgelassen und entschlammt werden, immer im Winter entlandet worden: Die Kälte sorge für einen relativ „trockenen“ Abtransport“ von Schlamm und Sedimenten. Die letzten Winter seien allerdings„ „vorgezogene Frühlinge“ gewesen, so Segan.

Der Leineckstausee sei der erste der elf Stauseen des Wasserverbands, der im Sommer von relativ trockenem Grundmaterial befreit werden sollte, quasi als Pilotprojekt. Der diesjährige Sommer ist an Trockenheit kaum zu toppen, die Entschlammungsarbeiten hätten also laufen können, doch nun stehe der Wasserverband vor dem nächsten Problem „dem Gesetz der Gemeinheit“, sagt Segan. Der Landwirt, auf dessen Flächen der ausgebaggerte Schlamm entsorgt werden sollte, habe seine Zusage zurückgezogen, ein neuer Abnehmer für das Material musste gesucht werden. Der sei in der Zwischenzeit zwar gefunden, erklärt Segan, weil dieser Landwirt aber nur gepachtete Flächen anbieten könne, müsse der Wasserverband nun auf das Einverständnis der Eigentümer warten.

Weiter geht es mit Bürokratie: Auf den Antrag zum Ausbringen des Schlamms folgt eine Bodenuntersuchung der Flächen, die das Material aufnehmen sollen. Auch der Schlamm muss auf  Nähr- und Inhaltsstoffe untersucht werden, zählt Segan auf. Ziel der Untersuchungen sei es, zu vermeiden, dass die landwirtschaftlichen Flächen überdüngt werden. Zwischen sechs bis acht Wochen rechnet der Verbandsvorsteher, bis die Ergebnisse und Bescheide vorliegen.

Für Erholungsuchende dürfte der wasserlose See keine Einschränkungen bedeuten, sagt Segan. Denn am Leineckstausee bestehe sowieso Badeverbot. Mit Blick auf den Fischerei- und Hegeverein Leineck äußert Segan sein Bedauern. Seit zwei Jahren warte der Verein darauf, wieder Fische einsetzen zu können, auch eine ökologische Ufergestaltung wolle der Verein vornehmen. Jetzt hoffe der Wasserverband darauf, dass „das Wetter in den nächsten Wochen passt“.

Technische Arbeiten fast fertig

Immerhin konnten die Arbeiten an den technischen Anlagen nahezu abgeschlossen werden. Das Ein- und das Auslaufwerk wurden neu betoniert, der Schieber erneuert und um einen weiteren, den gesetzlichen Vorgaben entsprechenden, Schieber ergänzt. Die Elektrik wurde überholt und erneuert. Jetzt fehle nur noch die Begrünung des Schieberhäuschens, die im Herbst erfolgen soll.

Auch mit den Gesamtkosten für die Maßnahmen zeigt sich der Verbandsvorsitzende zufrieden. Mit 1,1 Millionen Euro, die zu 70 Prozent zuschussfähig seien, liege der Wasserverband Kocher-Lein unter der Kostenschätzung. Die bisher entsorgten Schlammmengen hätten sich nämlich als geringer entpuppt, als berechnet. Für das nun anstehende letzte Drittel der zu entschlammenden Fläche hinter der Insel rechne der Wasserverband mit rund 3000 bis 5000 Kubikmetern Schlammaushub.

Eine deutlich sichtbare Baustelle: Auch die technischen Anlagen rund um den Leinecksee werden aktuell saniert.

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