Mindestabstand zum Rad gilt immer

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Radschutzstreifen

Der neu aufgebrachte Radschutzstreifen in der Alfdorfer Hauptstraße soll Radelnden sicheren Raum geben. Nach Fragen und einem Langzeitfalschparker erklärt die Alfdorfer Verwaltung die Regeln.

Alfdorf

Mit der Sanierung hat die Alfdorfer Ortsdurchfahrt einen Radschutzstreifen bekommen, ein durch eine gestrichelte Linie und mit Fahrrad-Piktogrammen gekennzeichnete Markierung, die den rechten Fahrbahnrand für den Radverkehr abgrenzt. Hie und da habe es nun verunsicherte Äußerungen aus der Bevölkerung dazu gegeben, welche Regeln auf einer Straße mit einem solchen Schutzstreifen gelten, erklärt Alfdorfs Bürgermeister Ronald Krötz. Und es habe Verärgerung darüber gegeben, dass ein Falschparker den Radstreifen einmal zwei Tage lang blockiert hat. Darum habe die Alfdorfer Verwaltung in Zusammenarbeit mit dem Radkoordinator des Landratsamtes in Waiblingen die bedeutsamsten Fragen zusammengestellt:

Müssen Radfahrende den Schutzstreifen benutzen?

Sei ein Schutzstreifen auf der Straße markiert, stelle er einen besonderen Raum für Radfahrende dar. Er sei jedoch kein Sonderweg, es sei also gesetzlich nicht bestimmt, dass ein solcher Schutzstreifen benutzt werden muss. Allerdings gelte auch für Radfahrende das Rechtsfahrgebot nach der Straßenverkehrsordnung, woraus sich indirekt eine Benutzungspflicht ableite, sofern kein benutzungspflichtiger Alternativweg durch eine entsprechende Beschilderung ausgewiesen ist.

Müssen Kinder jetzt auch auf der Straße fahren?

Kinder müssen bis zum achten Lebensjahr auf dem Gehweg radeln, heißt es in der Straßenverkehrsordnung. Sie erlaubt älteren Kindern bis zum zehnten Lebensjahr wahlweise das Radfahren auf Gehwegen. Ältere Kinder müssen den Schutzstreifen oder eine andere ausgewiesene Strecke für den Radverkehr benutzen – genauso wie Erwachsene.

Dürfen Autofahrer auf dem Schutzstreifen fahren?

Ein Schutzstreifen dürfe nur dann markiert werden, wenn die Verkehrszusammensetzung eine Mitbenutzung des Schutzstreifens durch den Kraftfahrzeugverkehr nur in seltenen Fällen erfordert. Der Schutzstreifen dürfe nur bei Bedarf, also im Ausnahmefall, überfahren werden und nur, wenn Radfahrende dabei nicht gefährdet werden. Nur wenn größere Fahrzeuge wie Busse oder Lkw entgegenkommen, könne Bedarf bestehen, den Schutzstreifen zu überfahren.

Dürfen Fahrzeuge auf dem Schutzstreifen halten oder parken?

Nein. Mit der Novellierung der Straßenverkehrsordnung wurde neben dem Parken auch das Halten auf Schutzstreifen untersagt, weil dies vielerorts zur Gefährdung der Radfahrenden geführt habe.

Was ist beim Überholen von Radfahrenden zu beachten?

Ein Abstand von mindestens 1,5 Metern sei mit der Aktualisierung der Straßenverkehrsordnung im April 2020 auch als innerörtlicher Seitenabstand beim Überholen schwächerer Verkehrsteilnehmer festgeschrieben worden. Dieser gelte auch zu Radfahrenden, die den Schutzstreifen nutzen, weil der Schutzstreifen einen Bestandteil der Fahrbahn bilde. Die Schutzstreifenmarkierung sei nicht der Hinweis für den Fahrzeugführenden, dass er bis an die Linie heranfahren darf, wenn er Radfahrende überholt. Radelnde zu überholen funktioniere folgerichtig also nur, wenn die freie Gegenfahrspur genutzt und zugleich der geforderte Mindestabstand eingehalten werden könne.

Der Radschutzstreifen sei der Kompromiss, der entstanden sei, nachdem sich einige Bürger zur Sanierung der Hauptstraße dort einen Fahrradweg gewünscht haben, sagt Krötz. Der Radschutzstreifen entlang der Hauptstraße ist damit zwar die offiziell ausgewiesene Strecke für Radelnde, aber „wer sich auskennt, fährt hintenrum“, sagt Krötz und meint damit den nördlichen Alfdorfer Ortsrand. ⋌

Die Alfdorfer Verwaltung will keine Fragen zum Radschutzstreifen in der Hauptstraße offen lassen.

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