Mit Sand sicherer ins kühle Nass

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Der Eisenbachsee soll für Badende wieder besser zugänglich gemacht werden. Erst im Frühjahr waren dort die Steintreppen entfernt worden. Nun sind neue Einstiegshilfen geplant.
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Am Eisenbachsee soll es wieder Einstiegshilfen geben. Das hat der Gemeinderat Alfdorf beschlossen. Im Frühjahr waren die Treppen am See entfernt worden.

Alfdorf

Einstimmig hat der Gemeinderat beschlossen, den Eisenbachsee wieder besser zugänglich für Badende zu machen. Bürgermeister Ronald Krötz hatte zuvor erzählt, dass der Wasserverband Kocher-Lein ihm zwar im Herbst 2021 über baldige Maßnahmen informiert habe (siehe Kasten). Dass aber sämtliche Steintreppen in den See herausgerissen würden, sei nicht kommuniziert worden. „Sonst hätte ich den Gemeinderat schon damals informiert“, sagte Krötz. Die Information ging erst im Frühjahr raus: „Dafür entschuldige ich mich.“ Ein Protest der Gemeinde hätte seiner Meinung nach aber nichts an den Plänen des Wasserverbands ändern können.

Um einen Kompromiss sei es am Nachmittag vor der Ratssitzung mit Verbandsvertretern gegangen. „Uns ist es wichtig, dass die Badegäste weiterhin gut und sicher ins Wasser kommen“, betonte Krötz. Deswegen liege nun ein Vorschlag auf dem Tisch, den der Wasserverband mittragen wolle: „Im Uferbereich wird mit Humus der Boden verdichtet und dann darauf Sand aufgeschüttet.“ Das erleichtere den Zugang. Und müsse zwei- bis dreimal im Jahr wiederholt werden, weil der Sand weggespült werde.

Applaus für Kritik am Verband

Die Haftung liege dann weiterhin beim Wasserverband. „Wenn uns klar wird, dass das nicht reicht, könnten wir ein Gutachten erstellen lassen.“ Welches aussagt, was die Gemeinde tun müsse, um der Verkehrssicherheits- und Haftungspflicht Genüge zu tun. „Dann könnten wir die Haftung übernehmen und auf eigene Kosten wieder Zugänge herstellen.“ Über ein Gutachten und dessen Folgen entscheide der Gemeinderat später, nach dem Sommer.

Erst Steinstufen rausreißen, dann wieder einbauen? „Damit kommen wir ins Narrenblatt“, mutmaßte Hans-Dieter Folter. Ob die Gemeinde die alten Stufen nicht bekommen und aufbewahren könne? Krötz sagte zu, nachzufragen. Horst Metzger verwies auf viele Badegäste von auswärts: „Können die Kosten nicht vom allgemeinen Fiskus übernommen werden?“ Der Schultes antwortete, dass die vielen Gäste der Gastronomie am See zugutekommen. Vielleicht seien Parkgebühren eine Möglichkeit, Geld in die Kasse zu spülen.

Dr. Wolfgang Hipp und Klaus Hinderer prangerten die Vorgehensweise des Wasserverbands an: „Da wurde über uns hinweggegangen und über die Bedürfnisse der Bürgerschaft“, sagte Hipp, „und nur wegen juristischer Eventualitäten“. Das Thema hätte schon unter Krötz‘ Vorgänger angegangen und breit diskutiert werden müssen. Hinderer mahnte ein Mitspracherecht beim Bau der Zugangshilfe an sowie eine schnelle Umsetzung. Er findet es paradox, dass überall mit den Seen im Schwäbischen Wald geworben werde: „Und dann geschehen solche Maßnahmen in einer Nacht- und Nebelaktion.“ Beide Redner erhielten Applaus von den vielen Zuschauern, die der Sitzung offenkundig wegen dieses Themas beiwohnten. Norbert Wiedmann sah das Versäumnis bei der Gemeinde: „Der Abbau der Treppen hätte verhindert werden können.“

Damit kommen wir ins Narrenblatt.

Hans-Dieter Folter, Gemeinderat

Hintergrund: Was ist am Eisenbachsee passiert?

Im Frühjahr hat der Wasserverband Kocher-Lein, zu dessen Gewässern der Eisenbachsee gehört, sämtliche Treppen in den See entfernen lassen. Grund war laut Geschäftsführerin Annegret Glombik die Einschätzung der Württembergischen Gemeindeversicherung, dass die Treppen eine Einladung zu Baden seien.

In dem Fall müsse aber auch eine Badeaufsicht abgestellt und weitere Maßnahmen ergriffen werden. Was Alfdorf sich finanziell nicht leisten kann, bestätigte Bürgermeister Krötz. Künftige laufe der beliebte See unter der Bezeichnung Badeplatz, nicht unter Badesee. Offiziell ist er übrigens ein Hochwasserrückhaltebecken. cop

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