Nasse Mineralwolle bereitet Sorge

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Baustelle Alfdorfer Gemeindehalle: Die Dämmung der Fassade soll in den kommenden Jahren mehrfach überprüft werden.

Der Alfdorfer Gemeinderat befasst sich mit den Bauarbeiten an Mehrzweckhalle und Ballspielhalle. Mehrkosten von 850 000 Euro.

Alfdorf

Sowohl beim Bau der Ballspielhalle als auch bei der Generalsanierung der Mehrzweckhalle in Alfdorf wird die Gemeindekasse stärker belastet als geplant. Mittlerweile beziffert Architekt Adrian Psiuk die Kosten der Ballsporthalle auf 2,73 Millionen und bei der Mehrzweckhalle auf 7,82 Millionen Euro. Hinzu kommen rund 1,22 Millionen Euro für die Außenanlagen. "Stand heute haben wir 850 000 Euro Mehrkosten", rechnete er den Gemeinderäten um Bürgermeister Ronald Krötz vor.

Grund für diese hohen Mehrkosten seien brandschutztechnische Dinge, ein vorher nicht geplantes Trapezblechdach, Änderungen in der Technik und unter anderem eine neue Lüftungsverordnung. "Auf solche Situationen muss man eingehen", argumentierte Psiuk. Bürgermeister Krötz machte deutlich, dass die Ballspielhalle nun zügig freigegeben werden soll. Zumal Psiuk vorher erklärt hatte, dass noch die Bauabnahme fehle. Hier hakte Klaus Hinderer ein und erkundigte sich, ob die Mängel beseitigt seien und wann die Abnahme ist? Psiuk: "Es gibt keine Mängel, nur noch nicht fertiggestellte Maßnahmen." Der Termin für die technische Abnahme stehe, viele Gewerke seien bereits abgenommen. Nochmals hakte Hinderer nach und wollte den genauen Zeitpunkt für die Freigabe der Ballspielhalle. "Voraussichtlich in zwei bis drei Wochen", wollte sich Psiuk nicht festlegen. Norbert Wiedmann wollte Auskunft über Mineralwolle, die als Dämmmaterial nass eingebaut worden sei. Adrian Psiuk erklärte, dass es sich laut Hersteller um wasserresistente Mineralwolle handle. Es gebe "keinen Verrottungsprozess".

Klaus Heck verlangte, dass die Fassade mehrmals vor Ablauf der Gewährleistungsfrist geöffnet werden solle zur Dokumentation des Wassergehalts in der Mineralwolle. Psiuk beschrieb, dass es sich um eine hinterlüftete Fassade handle. Daher könne das Wasser aus der Dämmung langsam entweichen und so diese austrocknen. Zudem informierte er, dass die Gewährleistungsfrist für die Dämmung um ein Jahr auf fünf Jahre verlängert worden sei. Alle Gemeinderäte waren sich einig, dass in dieser Zeit mehrfach geprüft werden müsse, in welchem Zustand die Dämmung sei. "Das hätte man neu machen müssen", war Horst Metzger unzufrieden. Er erinnerte: "Wir sind bei Wassergeschichten gebrannte Kinder." Denn auch in der Ballspielhalle hatte es Probleme gegeben. Psiuk versicherte nochmals, dass die Dämmung wasserresistent sei. "Es kommt zu keinem Mangel oder Schaden." Man werde auf jeden Fall den Zustand der Dämmung in regelmäßigem Turnus prüfen. "Wenn der Schimmel nach acht Jahren kommt, nützt uns das überhaupt nichts", monierte Dr. Wolfgang Hipp. Er wollte jetzt, in der Bauphase, etwas geändert haben. Psiuk argumentierte mit der "Verhältnismäßigkeit" dagegen. Er erinnerte, dass es ein weiteres Jahr für die Gewährleistung gebe. Wiedmann beschwerte sich bei Bauleiter Psiuk, dass dieser "des nasse Glomb gar net hätte einbauen lassen dürfen".

Voraussichtlich in zwei bis drei Wochen

Architekt Adrian Psiuk zur Freigabe der Ballspielhalle

Bürgermeister Krötz fasste zusammen: "Die Verunsicherung ist da. Bei Gemeinderat und Verwaltung. Sie haben noch ein paar Hausaufgaben zu machen." Psiuk erhielt den Auftrag, mehrfache Prüfungen vornehmen zu lassen. Bezüglich der Ballspielhalle wünschte Krötz: "Hoffentlich können wir das Ding bald einweihen."

Die Gemeinderäte beschlossen das sechste Vergabepaket, in dem sich unter anderem Schlosser- und Holzfassadenarbeiten fanden. Die Auftragssumme lag bei rund 573 000 Euro. Und somit knapp 16 000 Euro unter den Kostenberechnungen.

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