Open-Air im Gotteshaus

  • schließen

Zum Abschluss der „KABO“-Festivals gibt es osteuropäische Klänge in Alfdorf.

Alfdorf. Mit der Abschlussveranstaltung am Sonntag ging die Open-Air-Festivalreihe KABO (Kultur an besonderen Orten) zu Ende. An sechs Wochenenden im Juli und August präsentierten die unterschiedlichsten Künstler ihr Können. Die Idee zu KABO sei im vergangenen Jahr entstanden, um der von der Pandemie am stärksten Betroffenen, die Kultur- und Veranstaltungsbranche etwas zu bieten und ihre Leidenschaft und Berufung zur Unterhaltung von Menschen zu unterstützen, erzählt die Schauspielerin Katja Hentschel. Vom Land Baden-Württemberg seien Gelder freigegeben worden, zahlreiche Sponsoren haben KABO unterstützt.

Zurück zum Startort Alfdorf

Im vergangenen Jahr ging das Open-Air-Festival unter dem Titel „Theaterkarussell im Welzheimer Wald“ auf Tournee, diesen Sommer wurde das Einzugsgebiet auf den Rems-Murr-Kreis, den Ostalbkreis und den Kreis Schwäbisch Hall erweitert, so dass der Veranstalter, die Werkstattbühne Stuttgart, insgesamt 38 Vorstellungen an 15 Orten anbieten konnte. Bei freiem Eintritt luden die Künstler rund um Ausflugslokale und Hofläden, in Kirchhöfen, Gärten und Parkanlagen dazu ein, „gemeinsam Kultur zu erleben“, erklärt Initiatorin Ulrike-Kirsten Hanne von der Stuttgarter Werkstattbühne. Der Auftakt fand ebenfalls in Alfdorf in der Gärtnerei Bauer auf dem Tannhof statt. Hier wurde das Familienstück „Ente, Tod, Tulpe“ nach dem Bilderbuch von Wolf Erlbruch präsentiert. Außer dem Bilderbuchstück über eine ungewöhnliche Freundschaft konnte im Rems-Murr-Kreis Figurentheater Klatt gleich zweimal „Dumpu Dinki“, eine Inszenierung, die zeigen soll, wie Fremde Freunde werden können und wie Misstrauen überwunden werden kann, aufführen. Das Ensemble gastierte im Hofladen Linckh in Alfdorf-Enderbach und im Biohof Vogel in Welzheim-Eberhardsweiler.

Zum Abschlussfest ging KABO zurück in den „Startort“ Alfdorf. Wieder einmal hatte der Wettergott kein Einsehen, das Open-Air Spektakel wurde vom Schlossgarten beim Rathaus in das Innere der evangelischen Stephanuskirche verlegt. Statt sakraler Klänge erwartete die Zuhörer im Gotteshaus das Quartett Rózsák mit seinem Programm „Donauaufwärts“. Katharina Wibmer an der Geige, Sigrun Kilger mit Gitarre, Monika Nuber am Kontrabass und Frank Eisele mit seinem Akkordeon führten musikalisch an der Donau entlang bis zum Schwarzen Meer mit den Klängen osteuropäischer Lieder. Mit der lebhaften Art des Musizierens führte die Gruppe zu den Sinti und Roma und brachten Lebenslust und jugendlichen Übermut aber auch Melancholie und getragener Schwermut in das Gotteshaus. Da wurden in Originalsprache die „grünen Augen einer Braut“ gelobt, Hymnen an die Liebe vorgetragen und die Geschichte eines armen, aber glücklichen Paares besungen. Mit Leichtigkeit, natürlicher Virtuosität und großer Ausdruckskraft boten Rózsák ihre gesammelten Fundstücke dar und präsentierten einen erhellenden Einblick in die außergewöhnlich reichen und faszinierenden Harmonien und Rhythmen der Volksmusik Rumäniens, Ungarns und den Ländern des Balkans.

Die vier Künstler, vielen bekannt aus der Stuttgarter Musik- und Theaterszene sowie aus der Bildenden Kunst verbindet seit 35 Jahren die Leidenschaft für die osteuropäische Musik, ihre Leidenschaft war ansteckend. Die einfühlsamen Interpretationen der Lieder der Sinti und Roma gingen unter die Haut.Andrea Rohrbach

Zurück zur Übersicht: Alfdorf

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare