Paten helfen beim Ankommen

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Gastfamilien, ukrainische Flüchtlinge und ein Helferteam haben sich kürzlich in Alfdorf getroffen, um sich kennenzulernen.
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Aktuell werden 40 ukrainische Flüchtlinge in Alfdorf betreut, weitere werden erwartet. Wie die Flüchtlinge untergebracht sind und welche Angebote es vonseiten der Gemeinde gibt.

Alfdorf

Sie sind quasi über Nacht in eine ungewisse Zukunft aufgebrochen. Haben ihre Heimat hinter sich gelassen. Ihre Habseligkeiten passen in einen kleinen Koffer oder in einem Rucksack und sind meist das einzige, was ihnen seit ihrer Flucht geblieben ist. Zurück blieb oft der Ehemann oder Vater, der in der Ukraine gegen die russischen Invasoren kämpft.

Der Krieg in der Ukraine hat den Alltag vieler Menschen auf den Kopf gestellt. Umso wichtiger, dass es einen sicheren Zufluchtsort gibt. Für Erwachsene wie auch für Kinder Und am wichtigsten ist, dass die Geflüchteten dort mit offenen Armen empfangen werden – so wie es aktuell in Alfdorf geschieht.

Von Tag zu Tag mehr Flüchtlinge

„Wir haben momentan 40 Flüchtlinge aus der Ukraine. Aber es werden mit Sicherheit noch mehr“, schätzt Bürgermeister Ronald Krötz. Derzeit stellen sechs Gastfamilien in Alfdorf Wohnraum zur Verfügung. Zwei weitere Flüchtlingsfamilien fanden in der Flüchtlingsunterkunft eine Bleibe. Und zwischenzeitlich seien noch neun weitere Flüchtlinge angekommen, die ebenfalls ein Obdach fanden, informiert Krötz.

„Hier greift ein Rädchen ins andere“, zeigt sich Krötz beeindruckt darüber, wie groß das ehrenamtliche Engagement in der Gemeinde ist. Zum einen gibt’s bekannte Gesichter, die bereits im Arbeitskreis Flüchtlinge auf dem Haghof geflüchteten Syrern zur Seite standen, zum anderen aber auch neue Gesichter. „Alle wollen helfen“, freut sich der Bürgermeister.  

So gibt es in Alfdorf mittlerweile auch sogenannte Paten, die den Neuankömmlingen Alltagshilfe anbieten und dafür Sorge tragen, dass sich die Flüchtlinge in Alfdorf zurechtfinden. Darüber hinaus wird auch bei der Suche nach einem Arbeitsplatz geholfen. Koordiniert werden die Paten durch Klaus Hinderer, der von sich selber sagt: „Es ist mir ein Anliegen, Menschen in Not zu helfen. Und diese hier haben alle Hilfe nötig.“

Zusätzlich zu den Paten sind in Alfdorf in den vergangenen Wochen „aus dem Stand heraus“ einige Sprachkurse für ukrainische Flüchtlinge organisiert worden.

All das seien Beispiele dafür, dass Willkommenskultur in Alfdorf großgeschrieben werde, betonte Ronald Krötz bei einem kürzlichen Treffen der Gastfamilien und der Flüchtlinge sowie der ehrenamtlichen Unterstützer. Dieses Treffen diente dazu, um sich kennenzulernen oder um Handynummern auszutauschen. Eben um zu einer neuen Gemeinschaft zusammenzuwachsen. Mittendrin auch der Verein „füreinander e.V.“. Die Gemeinde hielt einen Willkommensgruß in Form von Willkommenstaschen mit Hygieneartikeln bereit. Und es wurde klar vermittelt, dass, wer mittellos ist und noch auf die Sozialleistungen vom Staat wartet, bei Bedarf auch finanzielle Hilfe erhält.  „Dieser Abend war sehr hilfreich“, beschreibt Krötz. Und zeigt sich „überwältigt, wie groß die Hilfsbereitschaft in Alfdorf ist“.

Wer sich dem Ehrenamtsteam anschließen möchte, wird gebeten, sich per E-Mail an Klaus Hinderer (khinderer@gmx.de) zu wenden. Insbesondere Paten und auch Fahrdienste sind gesucht. „Es gilt, das Hilfsangebot auf möglichst viele Schultern zu verteilen. Und dadurch auch die Gastfamilien, die private Unterkünfte bieten, zu entlasten“, erklärt Ronald Krötz.

Auch die Kirchen helfen

Mit im Boot bei den Aktivitäten in Alfdorf sind auch beide Kirchen. Für die katholische Kirche stellte sich Eberhard Nentwich, für die evangelische Pfarrer Patrick Steinbacher bei dem kürzlichen Treffen vor.  Beide wollen für die Menschen ganz praktisch da sein und sie natürlich auch in ihre Gebete einbinden, so der Bürgermeister. „Einfach klasse.“

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