Putzete: Von „Schatz“ bis zur Schnapsflasche

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Bürgermeister Ronald Krötz freute sich über 150 Frewillige bei der Dorfputzete am Samstag in Alfdorf.
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Rund 150 Freiwillige sammelten am Samstag Müll in der Gesamtgemeinde Alfdorf. Warum sie sich engagieren und was zum Beispiel alles gefunden worden ist.

Alfdorf.

Aus allen Himmelsrichtungen näherten sich am Samstagmorgen um kurz vor neun Uhr vermeintliche Spaziergänger dem Alfdorfer Feuerwehrhaus. In Pfahlbronn bot sich das gleiche Bild. Die magische Anziehungskraft der Gebäude hatte ihren triftigen Grund: Zur Dorfputzete war aufgerufen worden.

Mit guter Laune, festem Schuhwerk, mit Handschuhen, Müllsäcken und Greifzangen ausgerüstet, machte sich eine rund 150-köpfige Helferschar auf, um auf der Markung der Gemeinde die Landschaft, die öffentlichen Plätze, den Schlossgarten, die Spazierwege, Klingen und Spielplätze oder auch beispielsweise die Feuer- und Badeseen vom Unrat zu befreien. Mittendrin Bürgermeister Ronald Krötz, dem die Freude ins Gesicht geschrieben stand: „Dieses Engagement ist einfach toll. Klasse, wie viele hier mitmachen“, bemerkte er strahlend.

Auch in Pfahlbronn, wo sich Landfrau Isabell Munk um die Einteilung der freiwilligen Teams kümmerte, musste man sich nicht über mangelnde Beteiligung beschweren. Zudem hatten sich   in Adelstetten, am Haghof und im Haselbach Gruppen gebildet und aufgemacht, den Müll einzusammeln.

Klaus Heck vom Schwäbischen Albverein kümmerte sich in Alfdorf um die Einteilung. Die einen zogen dann mit ihren Müllsäcken und Greifzangen in Richtung Schlossgarten, andere zum Rewe-Parkplatz oder zum Feuersee. Heck bemerkte: „Wir sammeln den Müll auch durchaus in dem Bewusstsein, dass es morgen schon wieder welchen gibt.“

Gleich mit allen vier Söhnen war Pfarrer Patrick Steinbacher unterwegs. Er hatte den wohl jüngsten Helfer dabei: Sohnemann Frieder, stolze eineinhalb Jahre alt. Beim Start fand dieser es allerdings gemütlicher, warm eingekuschelt in einem Bollerwagen die Arbeit zu überwachen. Seit September 2021 ist Steinbacher in Alfdorf im Dienst. „Wir sind hier sehr gut aufgenommen worden. Heute kann man der Gesellschaft etwas zurückgeben“, begründete er die familiäre Tatkraft.

Auch viele Mitglieder der Alfdorfer Jugendfeuerwehr waren hoch motiviert bei der Sache. „Alles wird sauber, und die Gemeinschaftsaktion macht einfach Spaß“, stellten Mona und Maya fest. Unterstützt wurden sie von den aktiven Kameraden, die sich auch um schwere Müllentsorgung kümmerten. „Wir haben Räder samt Achse aus dem Hang ziehen müssen“, erklärten Jens Baade und Thomas Schurr. Kurios auch, dass ein altes Schlauchboot aus dem Hüttenbühl-See gezogen wurde.

Auf Evi Seidenkranz-Breit und Matthias Linkh von der Freiwilligen Feuerwehr wartete neben der Sammelaktion auch noch andere Arbeit: Sie verteilten nach getaner Arbeit am Florian das Vesper an die Freiwilligen. „Gesponsort von der Firma Astor Plast“, informierte Bürgermeister Krötz dankbar. Dass wirklich sehr viele mitgeholfen haben, zeigte die Tatsache, dass in kürzester Frist alle Vesper ausgegeben waren. Flugs wurde Nachschub vom örtlichen Metzger und Bäcker geholt. Auch hier war Verlass auf die Feuerwehrangehörigen.

Die Container, in die viele blaue, gefüllte Müllsäcke wanderten, waren an unterschiedlichen Stellen auf Gemeindegebiet platziert worden. Und die hatten sich in Windeseile gefüllt. „Auffallend war, dass es weniger weggeworfene Mundschutzmasken gab als im Herbst“, stellte Klaus Heck fest. „Aber sehr viele kleine Schnapsflaschen wurden gefunden“, ergänzte Sibylle Mann, die mit den beiden Buben Achmet und Khalil unterwegs gewesen war. „Und ich hab‘ einen Schatz gefunden“, rief Khalil aus, während er strahlend einen kleinen Schlüsselanhänger aus der Tasche zauberte. Die zehnjährige Elena wiederum berichtete, dass sie einen Wetterhahn gefunden habe.

Zumindest die nächsten Tage wird sich Alfdorf blitzblank präsentieren. Dank des ehrenamtlichen Einsatzes einer großen Gemeinschaft. Die natürlich die Hoffnung hegen, dass ihr Engagement nachwirkt.

Im Oktober hatte ein Mädchen bei der Putzete in Alfdorf ein Teil einer Maschinenpistole gefunden. 

Alle Generationen beseitigten am Samstag mit Greifzangen und Tatkraft Müll aus der Landschaft in und um Alfdorf.

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