Ratschlag vom Alfdorfer Ehrenamts-Profi

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Prototyp einer neuen Idee: Bislang gibt's das „Miteinander“-T-Shirt mit Alfdorfer Postleitzahl und Koordinaten nur zweimal, eins trägt Klaus Hinderer, das andere hat Bürgermeister Ronald Krötz.
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Klaus Hinderer erklärt, warum es wichtig ist, Dinge gemeinsam anzupacken, warum die Alfdorfer dabei nicht nachlassen sollen und was das mit Bundesbedenkenträgern zu tun hat.

Alfdorf

Wie es in einer Gemeinde läuft, hängt auch von denen ab, die sich in die Gemeinschaft einbringen. „Dass so viel daraus wird, war nicht geplant“, sagt Klaus Hinderer über sein ehrenamtliches Tun. „Erblich belastet“ sei er von seinen engagierten Eltern. Ein weiterer Antrieb: „Ich mag Alfdorf.“ Hier sei es „wahnsinnig schön“.

Seit 34 Jahren ist Hinderer Vorsitzender des TSV Alfdorf, bald 25 Jahre Gemeinderat, Vorsitzender des Handballbezirks Rems-Stuttgart. Er hat den Bürgerbus für Alfdorf initiiert, sich hier im Arbeitskreis Flüchtlinge eingebracht und hat in 51 Jahren als Handball-Schiedsrichter stets hautnah mitbekommen, mit welchen Problemen die Menschen an der Basis kämpfen. Er war als Bürgermeister-Stellvertreter - im Team mit seinen Gemeinderatskollegen - zur Stelle, als nach Michael Segans Abwahl und bis zu Ronald Krötz' Amtseinsetzung monatelang kein Rathauschef da war.

Und Klaus Hinderer sprüht vor Ideen, wenn's ums Miteinander geht, auch wenn er bei der Kommunalwahl 2024 nicht mehr als Gemeinderat antreten, 2025 den Handballbezirksvorsitz abgeben und seinen TSV-Vorsitz „langsam in jüngere Hände“ übergeben will.

Zwar wünscht sich Hinderer mehr Engagement von seinen Mitmenschen, sieht aber auch eine Veränderung und „Alfdorf auf einem guten Weg“. Viel liege an der Initialzündung zu einem gemeinsamen Projekt. Die Idee des Straßenfests etwa kam aus Alfdorfer Vereinen. Und schon beim ersten Treffen für den Bürgerbus waren 17 Leute zur Stelle, beim aktuellen Aufruf zur Hilfe für Ukraine-Flüchtlinge haben sich 70 Menschen gemeldet. „Das zeigt, dass eine tolle Mitarbeit vorhanden ist.“

Nicht nachlassen

Zwar zweifelt auch einer wie Hinderer mal, ob sich der Einsatz rentiert, etwa als Schaffender im Verein. Doch „es liegt nicht in meiner Natur, dass ich mich oft ärgere“, sagt er. Wichtig sei grundsätzlich, gemeinsam mit anderen, einen Anfang zu wagen. Ein Konzept sei notwendig, ansonsten findet Hinderer: „Bundesbedenkenträger gibt's genug.“. Für Alfdorf wünscht er sich, „dass die Mitbürger nicht nachlassen“ und dass auch die sich einbringen, „die bisher noch nicht so dabei sind“.

Ideen hätte Hinderer auch schon wieder parat: eine Reparaturwerkstätte etwa, in der Rentner Haushaltsgeräte reparieren. Oder ein spezielles Alfdorf-T-Shirt. Nur im Urlaub und an „Enkeltagen“ blendet der 66-Jährige alles andere aus. Er ist sich sicher, dass neue Ehrenamtsprojekte auf ihn zukommen werden, aber „ich bin wahrlich nicht der einzige“.

Bekannter Kopf

Knapp die Hälfte der Alfdorfer Gemeindefläche besteht aus Wald, kein Wunder also, dass viele Gert Pfeiffer kennen, der hier bereits seit 1987 Revierförster ist. Wer nichts mit dem Wald zu tun hat, kennt ihn möglicherweise von Wanderungen mit dem örtlichen Schwäbischen Albverein - heute als Teilnehmer, früher auch als Wanderführer. Nicht zuletzt hat er den Waldkindergarten Hasenköhl in Pfahlbronn initiiert, der dieses Jahr 25. Jubiläum feiert.

Instagram-Fotomotiv

Mal schnell raus aus den Häusern, um dem Hund eine kleine Gassirunde zu gönnen oder ein wenig Abstand vom Alltag zu bekommen: Dafür haben die Alfdorfer eine beliebtes und einfach zu erreichendes Ziel: den Feuersee im Norden des Ortes. Der ist ebenso brauchbar als Wendemarke für die Joggingrunde wie für eine Pause auf einer der Bänke am Ufer. Dort lässt sich schön schwätzen. Oder dem Vogelgezwitscher und dem Wind im Schilf lauschen.

Schon gewusst?

Elf der schönsten noch erhaltenen Mühlen verbindet der 37 Kilometer lange Mühlenhauptwanderweg, heißt es beim Verein Schwäbischer Wald Tourismus, allein fünf davon liegen auf der Gemarkung Alfdorf. Unter anderem die stattliche Heinlesmühle beim Hellershof und die Meuschenmühle mit dem größten Wasserrad im Schwäbischen Wald. Stets am Pfingstmontag, dieses Jahr am 6. Juni, gewähren viele der historischen Bauten einen Blick ins Innenleben. an

Lesen Sie auch: So sehen die Alfdorfer ihre Gemeinde

Seit 1987 ist Gert Pfeiffer Revierförster in Alfdorf.
Idyll am Dorfrand: der Feuersee in Alfdorf.
Eine der vielen auf Alfdorfer Gemarkung: die Hagmühle.

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