See von Gestrüpp und Geäst befreit

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Der Feuersee in Alfdorf wird als Ausgleichsmaßnahme für die Rewe-Ansiedlung durch die Landschaftspfleger der Firma Widmann entbuscht und freigeschnitten. (v.li.) Andreas Schurr, Uwe Kiehnhöfer und Timo Widmann.
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Timo Widmann und seine Mitarbeiter haben am Alfdorfer Feuersee jede Menge zu tun. Die Renaturierungsmaßnahme dient auch als Ausgleich für Flächenverbrauch.

Alfdorf

Es ist ein echter Knochenjob, den Timo Widmann und seine beiden Mitarbeiter Andreas Schurr und Uwe Kienhöfer gerade am Feuersee in Alfdorf leisten. Zwar kommt auch der Bagger mit dem speziellen Greifarm zum Einsatz, aber Harke und Motorsäge müssen eben mit Muskelkraft eingesetzt werden.  „Aber man sieht, was man geleistet hat“, befindet Timo Widmann, Chef von Landschaftspflege Widmann aus Mutlangen. Da macht es auch nichts aus, bei frostigen Temperaturen zu arbeiten.  

Momentan sind die Fachleute beim Alfdorfer Feuersee am Werk. Es türmen sich bereits Berge von abgeschnittenem Geäst. Dabei handelt es sich um Wildwuchs, der den Feuersee immer stärker bedrängte, sodass es kaum mehr Lichteinfall gab. Poetisch betrachtet, lässt sich mit Fug und Recht sagen, dass der Feuersee aus dem Dornröschenschlaf wachgeküsst wird.

Immer wieder nähern sich den Tag über Spaziergänger, bleiben stehen und schauen den drei Landschaftspflegern bei der Arbeit zu. „Wir erhalten hier viel Resonanz. Positive, denn die Menschen freuen sich, dass nun der Blick auf den See wieder frei wird“, berichtet Timo Widmann.

Neben dem Freischneiden der großen Fläche rund um den See liegt der Fokus auch auf der Verkehrssicherheit. Mancher abgestorbene Ast schwebt in Baumkronen, die über die Wege hängen. Gefährlich allemal, denn wenn sich ein solcher Ast plötzlich aufgrund von starkem Wind löst und nach unten fällt, kann es zu bedrohlichen Situationen für Passanten kommen. Oder für die Spaziergänger, die sich ein Ruhepäuschen auf der Bank gönnen.

Paradies für Kleinstlebewesen

„Diese Eiche war innen total verfault, stellenweise hohl“, deutet Timo Widmann auf einen gefällten Stamm. Wenn der Baum, der unmittelbar am Spazierweg nahe des Feuersees gestanden hat, umgekippt wäre, hätte dies böse enden können. „Jetzt bleibt der Stamm liegen. Zusammen mit der Wurzel wird dieses Holz ein Paradies für Kleinstlebewesen“, kündigt er zufrieden an.

Überhaupt wird bei den Arbeiten am Feuersee großer Wert auf den Naturschutz gelegt. Daher gibt es auch eine entsprechende Begleitung seitens der Naturschutzbehörde im Landratsamt Rems-Murr. „Wir arbeiten in enger Abstimmung“, erklärt der Landschaftspfleger. Nicht minder eng und gut sei auch die Zusammenarbeit mit der Alfdorfer Verwaltung, bemerkt er außerdem. Und begrüßt es, dass Bürgermeister Ronald Krötz und Amtsleiter Wolfgang Fauth bereits vorab die Bürgerschaft im Amtsblatt zu den Arbeiten am Feuersee informierten haben. „Dann wissen die Leute Bescheid.“ Der Einsatz am Feuersee ist etwas nicht ganz Alltägliches für die Landschaftspfleger. Gewöhnlich seien sie eher im Wald oder an anderer Stelle, hauptsächlich für Kommunen, tätig, beschreiben sie.

„Es ist ein idyllisches Fleckchen, das nun wieder zum Vorschein kommt“, freuen sich alle drei Männer, dies durch ihren Einsatz ermöglichen zu können. Das gerodete Gebüsch, darunter Brombeerwucherungen, Weiden und Eschen, die sich natürlich verjüngt haben, und vieles mehr, werden zu Hackschnitzel verarbeitet. „So schließt sich der natürliche Kreislauf“, erklärt Timo Widmann. Und blickt dabei zum Feuersee, der jetzt überhaupt erst wieder richtig einsehbar ist.

See und Lebensmittelmarkt

Idyllisch liegt er da, im Norden von Alfdorf. Und zieht stets Spaziergänger an, die die Ruhe an dem biologischen Kleinod genießen. Wertvolle Ökopunkte werden durch diese Arbeiten gesammelt, wie Bürgermeister Ronald Krötz feststellt. Diese dienen als Ausgleichsmaßnahme für die baldige Ansiedlung des Rewe-Markts am östlichen Ortseingang von Alfdorf. Die Rechnung für die Arbeiten lande letztlich bei den Investoren. „Es ist eine Win-win-Situation“, freut sich Krötz darüber, dass das 7484 Quadratmeter große Naturdenkmal nun vor der Verbuschung gerettet und die Verkehrssicherheit hergestellt wird.

Verfaulter Eichenstamm war tickende Zeitbombe.
Verfaulter Eichenstamm war tickende Zeitbombe.

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