So wohl fühlen sich die Alfdorfer in ihrer Gemeinde 

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Den Alfdorfern gilt ihre Gemeinde als besonders lebenswert. In ihren Einschätzungen im Ostalbcheck formulieren sie Lob, Kritik und viele Anregungen.
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Offensichtlich fühlen die Alfdorfer sich weitgehend wohl in ihrer Gemeinde. Wo es besonders gut läuft und welche Lebensbereiche ausbaufähig sind, zeigen die Umfrageergebnisse.

Alfdorf

Klar, ist Alfdorf bei der Gemeindereform vor 50 Jahren wegen eines vieldiskutierten Zählfehlers bei der Abstimmung im Landtag vom Landkreis Schwäbisch Gmünd dem Rems-Murr-Kreis zugeordnet worden. Dennoch fühlen sich viele Menschen dem Altkreis verbunden, darum ist die Gemeinde dabei beim Ostalbcheck, der großen Umfrage dieser Zeitung in Kooperation mit dem Landratsamt des Ostalbkreises. Und die Teilnehmenden haben mit ihren Bewertungen Alfdorf im Ranking der 43 Gemeinden den elften Platz beschert. Einer formuliert's kreisübergreifend: „Es lebt sich hier sehr gut, auch als gebürtiger Aalener.“

Besonders gut schneiden die Bereiche Lebensqualität, Sportangebot und Vereinsleben sowie Sauberkeit ab. Während der Durchschnitt aller teilnehmenden Gemeinden bei 7,2 von zehn möglichen Punkten liegt, vergeben die Alfdorfer 7,7 Punkte. „Wunderbare Landschaft und gute Nachbarschaftlichkeit überwiegt vieles“, formuliert dazu ein Teilnehmer Pluspunkte. Beim gastronomischen Angebot belegt Alfdorf sogar den dritten Platz aller Gemeinden und liegt mit 7,7 weit über dem Durchschnitt von 6,2 Punkten.

Was Familienfreundlichkeit, Betreuungsangebote und Angebote für Kinder und Jugendliche betrifft, bewegt sich Alfdorf mit 6,8 Punkten knapp über dem Durchschnitt von 6,7 Punkten. Auch wenn mehrfach mehr Angebote für Kinder und Jugendliche gefordert werden, dürfte zu dieser Bewertung das jüngst angestoßene Projekt „Yang Alfdorf“ beigetragen haben, bei dem junge Alfdorfer ihre Bedürfnisse nennen konnten, von denen nun als erstes eine Skaterbahn und ein Dirt Park verwirklicht werden sollen. Umfrageteilnehmende wünschen sich Familienplätze zum Verweilen und einen Abenteuerspielplatz für ältere Kinder. Weitere Anregungen gibt's etwa zu längeren Betreuungszeiten im Kindergarten Pfahlbronn und einem Kernzeitangebot in der Schule.

Luft nach oben sehen die Alfdorfer beim Thema Einzelhandel. 6 Punkte erhält die Gemeinde, der Durchschnitt liegt bei 6,6 Punkten. „Bessere Einkaufsmöglichkeiten für Leute, die weniger mobil sind“ werden etwa angeregt. Alfdorf hat unter anderem Bäcker und Metzger im Ortskern, einen Rewe gibt's im Westen des Ortes, ein neuer Lebensmittelmarkt wird demnächst am östlichen Ortsausgang gebaut. Allerdings sind da ja noch die zahlreichen Ortsteile und kleinen Weiler, die zu Alfdorf gehören und derartige Infrastruktur nicht bieten. Als bedeutsam ist in diesem Zusammenhang das Thema Mobilität zu sehen. „Ohne Auto geht gar nichts“, schreibt ein Umfrageteilnehmer und ist damit nicht allein.

Alternativen zum Auto gefragt

Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) sei ausbaufähig - „an Schultagen und besonders außerhalb der Schulzeit“. Der Nahverkehr in Alfdorf und den Teilorten sei keine Alternative zum Auto, meint ein anderer. Mit 4,9 Punkten liegt Alfdorf bei diesem Thema auf Platz 21, der Durchschnitt bei den Ostalbgemeinden: 5,4 Punkte.

Kritisch sehen viele die Verkehrsbelastung, wobei sich Alfdorf mit 5 Punkten nah am Durchschnitt von 5,1 Punkten bewegt. Eine Rolle dürfte bei der Bewertung die seit Februar 2020 laufende Sanierung der Alfdorfer Hauptstraße und die damit verbundenen Umleitungen durch Wohngebiete spielen. Radfahrer bemängeln ein fehlendes Fahrradkonzept und „fast keine ausgewiesenen Radwege“.

Anregungen gibt's zum Leben Älterer in Alfdorf, immerhin sind gut ein Viertel der Umfrageteilnehmer hier über 65 Jahre alt. Senioren mehr ins Gemeindeleben einzubeziehen, etwa durch einen Seniorenrat, lautet eine mehrfach genannte Idee. Für ihre Seniorenfreundlichkeit bekommt die Gemeinde 6,5 Punkte und liegt damit gut im Durchschnitt.

Überdurchschnittlich gut bewerten die Alfdorfer die Gesundheitsversorgung mit 6,7 Punkten. Der Gesamtdurchschnitt aller Gemeinden liegt bei 6 Punkten.

Auch Klimaschutzmaßnahmen bewerten die Alfdorfer Teilnehmenden besser als der Durchschnitt und regen unter anderem mehr Biotope oder Ladestationen für E-Autos an. Und liefern damit einmal mehr, was sich durch die Umfrageantworten zieht und auch zu guter Lebensqualität beiträgt: konstruktive Ideen.

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